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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Arnus; Arö; Aroa; Aroania; Arogi; Aroideen; Arokszallás; Arolas; Arolsen; Aroma; Aromatisch; Aromatische Bäder; Aromatische Mittel

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Arnus - Aromatische Mittel

2) Die Nachkommen Arnulfs (s. d.), Herzogs von Bayern, von dem höchstwahrscheinlich auch die Grafen von Scheiern-Wittelsbach, die spätern Herzöge von Bayern, abstammen.

Arnus, s. Arno.

Arö, dän. Insel, s. Arröe.

Aroa, Kupferbergwerk in Venezuela, am Rio A. in der Landschaft Yaracui, an der Grenze von Coro, durch Eisenbahn mit dem Hafen Tucacas verbunden, lieferte (1886-88) 72 609 456 kg Kupfer. Die Ausbeutungsgesellschaft "The Quebrada Railway Land and Copper Company" arbeitet seit 16 Jahren.

Aroania, jetzt Chelmos, hieß im Altertum das mittlere der drei nordarkad. Hochgebirge (Peloponnes, 2355 m). Auf der Nordseite entspringt die Styx (s. d.).

Arogi, ein aus den Früchten der Dattelpalme bereiteter Branntwein.

Aroideen, s. Araceen.

Arokszallás(spr.-ßahlahsch), Stadt mit geregeltem Magistrat, im ungar. Komitat Jazygien-Groß-Kumanien-Szolnok, am Flusse Gyöngyös, hat (1890) 11 190 E., röm.-kath. Magyaren, bedeutenden Getreidebau und Viehzucht.

Arolas, Juan de, span. Dichter, geb. 20. Juni 1805 zu Barcelona, kam 1814 nach Valencia, wo er 1819 in den Orden de las Escuelas Pias trat. Er legte 1821 die Gelübde ab und wurde im Orden 1825-42 als Lehrer des Latein verwendet. Seit 1844 gehirnkrank, starb er im Wahnsinn 25. Nov. 1849. Schon A.' Jugendwerke "Libro de amores", "Poesias pastoriles", "Cartas amatorias" zeichnet Formgewandtheit aus. Mit noch mehr Erfolg pflegte er die Ritter- und vaterländische Romanze; besonders "Moriscos", und seine orient. Dichtungen ("Poesias caballerescas y orientales", Valencia 1840; 4. Aufl. 1871; "Poesias", Barcel. 1842) gehören zum Besten, was Spanien hierin geleistet bat. Das romantische Epos "La silfide de del acueducto" behandelt in verschiedenen Metren eine vaterländische Sage. Auch übersetzte er sehr gewandt Chateaubriands Gedichte und seine Tragödie "Moïse". Eine Sammlung von A.' erotischen Gedichten, die auch eine Bearbeitung der "Basia" des Johannes Secundus enthalten, erschien 1843 (3 Bde., Valencia), Gesamtausgaben der Dichtungen 1860 (3 Bde., ebd.) und 1867 ("Poesias religiosas, caballerescas, amatorias y orientales", 3 Bde., ebd.) sowie 1879 ("Poesias de Padre J. de A.")

Arolsen, Haupt- und Residenzstadt des Fürstentums Waldeck, Kreisstadt im Kreis der Twiste, in 272 m Höhe, an der Nebenlinie Warburg-Corbach der Preuß. Staatsbahnen, ist Sitz der Landesbehörden, eines Amtsgerichts (Landgericht Cassel), Zoll- und Steueramtes zweiter Klasse, einer Forstinspektion und eines Bezirkskommandos und hat (1890) 2620 meist evang. E., in Garnison das 3. Bataillon des Infanterieregiments von Wittich Nr. 83, Postamt erster Klasse, Telegraph, evang. Stadtkirche mit drei Marmorstandbildern (Glaube, Liebe, Hoffnung) von Chr. Rauch, kath. Kirche, städtisches evang. Realprogymnasium, Paulinenhospital, Spar-, Kreditkasse, Immobilien-Feuerversicherungsanstalt, Gasbeleuchtung. Das 1710-20 erbaute Residenzschloß enthält eine Bibliothek (30 000 Bände), reiche Sammlung von Münzen, pompejanischen Bronzen (700 Nummern; vgl. Gädechens, Die Antiken des Museums zu A., 1863), Gemälden (u. a. von West, Angelika Kauffmann, Tischbein u. s. w.) sowie eine Marmorbüste Goethes, von Alex. Trippel in Rom nach dem Leben gefertigt. A. ist Geburtsort von Chr. Rauch, dem hier ein Denkmal gesetzt ist, ferner von Wilh. und Friedr. Kaulbach. "A. ist Sitz der 7. Sektion der Hessisch-Nassauischen Baugewerks-Berufsgenossenschaft. - Vgl. Flade, Führer durch A. und Umgebung (Arolsen 1893).

^[Abb.]

Aroma, s. Aromatisch.

Aromatisch (vom grch. aroma, Würze, Gewürz), gewürzhaft, nennt man Stoffe von kräftigem und angenehm-würzigem Geruch und Geschmack. Die Bestandteile, denen sie diese Eigenschaft verdanken, das Aroma, sind gewöhnlich Ätherische Öle (s. d.). Beim Wein heißt das Aroma auch die Blume (s. d.) oder das Bouquet. Die aromatischen Substanzen dienen als Gewürze (wie Zimmet, Gewürznelken, Citronenschalen, Piment, Muskatnuß und Muskatblüte u. s. w.), als Arzneimittel (s. Aromatische Mittel) und als Parfümerien (wie Benzoe, Storax, Tolu- und Perubalsam), zur Verscheuchung schmarotzender Insekten, zur Verhütung des Gärens, Schimmelns, Faulens u. dgl.

Aromatische Bäder, s. Kräuterbäder.

Aromatische Mittel, Bezeichnung derjenigen Arzneien, welche flüchtige, zumeist wohlriechende ätherische Öle enthalten, auch als Gewürze benutzt werden und eine leicht erregende Wirkung auf die Nerven ausüben. Sie reizen, innerlich gereicht, zunächst die Geschmacks- und Magennerven, befördern die Absonderung des Magensaftes und regen die Magen- und Darmbewegung an. Infolgedessen gelten sie als appetitmachende, verdauungsfördernde und blähungtreibende Mittel. Zu Inhalationen werden sie benutzt, um die Absonderung der Luftröhrenschleimhaut zu bethätigen. Bei leichten Verdauungsstörungen, Blähsucht (s. Blähungen) u. s. w. werden sie in Form von Pulvern, Theeaufgüssen, spirituösen Tinkturen (Magenelixiren) u. s. w., bei Lähmungen und allgemeiner Nervenschwäche äußerlich als Einreibungen sowie in Form von aromatischen Bädern angewendet.

Man unterscheidet je nach der Wirkung milde und scharfe A. M.; bei letztern rührt die stärker reizende Wirkung meist von einem Alkaloid her, und die durch sie auf den Magen und Darm bewirkte Reizung kann sich bis zur Entzündung steigern. Eine andere Abteilung der A. M. bezeichnet man insbesondere als blähungtreibende (Carminativa), indem sie vorzugsweise die Bewegungen des Darms fördern; schließlich trennt man auch die Gruppe der bittern A. M. ab, die man besonders bei Magen- und Darmaffektionen, die aus einfacher Dyspepsie entstanden sind, für nützlich hält. Von den A. M. sind milde: Kamillen, Pfefferminze, Krauseminze, Lindenblüten, Flieder, Thymian, Rosmarin, Melisse, Dill, Quendel (Feldkümmel) und die eigentlichen Gewürze: Gewürznelken, Neue Würze (Semina Amomi), Kardamomsamen, Zimmet, Vanille, Muskatnuß u. s. w.; blähungtreibende: Fenchel-, Anis-, Kümmel-, Koriandersamen; bittere: Kalmus, Wermut, Nelkenwurzel, Kaskarille, Pomeranzen; scharfe: weißer und schwarzer Pfeffer, Spanischer und Cayennepfeffer, Kubebenpfeffer, Ingwer u. a. m. Die beliebtesten, zum Teil offizinellen, zum Teil als Volksmittel gebräuchlichen Präparate sind: