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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Artillerie-Revisionskommissionen - Artocarpus

pagnie und eine Depotverwaltung zur A. Die Schießversuche finden auf dem Schießplätze zu Kummersdorf bei Zossen, 45 km südlich von Berlin, statt.

Artillerie-Revisionskommissionen bestehen bei den Artilleriedepots im Deutschen Reiche aus dem Artillerieoffizier vom Platze oder dem Depotvorstande als Präses und einem oder mehrern Artillerie- oder Feuerwerkslieutenants als Mitgliedern.

Artillerieschießschulen. Im Deutschen Reiche bestehen zwei A. zu Jüterbog, eine der Feld- und eine der Fußartillerie. Zu ersterer gehören drei Lehrbatterien, zu letzterer zwei Lehrcompagnien. Sie bilden Lehrer für die Artillerietruppen aus und bezwecken die Erweiterung der Kenntnisse in dem Gebrauch sämtlicher Geschütze. Meist finden jährlich zwei Kurse statt, zu denen jedes Regiment einen Offizier stellt. - Vgl. Carp, Geschichte der Feldartillerie-Schießschule (Berl. 1892); Kaehne-Zöllner und Carp, Geschichte der Fußartillerie-Schießschule (ebd. 1892).

Artillerieschulen, Artillerieakademien, Anstalten zur fachwissenschaftlichen Ausbildung der Artillerieoffiziere, die sehr häufig mit den Ingenieurschulen vereinigt sind. Das Deutsche Reich hat eine (aus der 1791 errichteten preuß. Artillerieakademie herstammende) "Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule" zu Berlin und eine dergleichen zu München, Österreich-Ungarn die "Technische Militärakademie" sowie den "Höhern Artilleriekurs" zu Wien, Frankreich die "Applikationsschule für Artillerie und Genie" zu Fontainebleau (1803 in Metz errichtet, seit 1871 verlegt) und die "Artillerie- und Genieschule" zu Versailles, England die "Militärakademie" zu Woolwich, Rußland die "Artilleriekriegsschule" und die "Michael-Artillerieakademie" zu Petersburg. (S. Artillerieschießschulen.)

Artillerieschulschiff, s. Schulschiffe.

Artillerie- und Genieschule zu Versailles (École militaire de l'artillerie et du génie), franz. Militärschule, die zur Beförderung geeignete Unteroffiziere der Artillerie und des Genies zu Offizieren dieser Waffen heranbildet. Die Aspiranten führen den Titel Unteroffizier-Offiziereleven und müssen bei dem Eintritt in die Schule bereits zwei Jahre Unteroffizier sein. Die Leitung der Schule hat ein Oberst der Artillerie, dem ein Stabsoffizier des Genies als zweiter Kommandant und Studiendirektor zur Seite steht. Der Unterricht, welcher in einen allgemein-wissenschaftlichen und einen militär. Teil zerfällt, wird von Militär- und Civilprofessoren erteilt. Der Kursus dauert ein Jahr. Unmittelbar nach bestandener Prüfung erfolgt die Ernennung zu Souslieutenants; die nicht bestandenen treten bei ihren Truppenteilen wieder als Unteroffiziere ein. Kein Unteroffizier der Artillerie und des Genies darf im Frieden zum Offizier befördert werden, ohne diese Schule mit Erfolg besucht zu haben.

Artilleriewerkstätten, zur Anfertigung von Lafetten, Fahrzeugen, Geschirr- und Stallsachen, Geschützzubehörstücken, Ausrüstungsgegenständen hauptsächlich der Artillerie, im Bedarfsfalle aber auch der andern Truppengattungen. In Deutschland bestehen A. zu Spandau, Deutz, Danzig, Straßburg im Elsaß, München und Dresden.

Artilleriewissenschaft. Die A. umfaßt das gesamte artilleristische Wesen und ist als eine Vereinigung verschiedener Wissenszweige zu betrachten. Sie zerfällt der Hauptsache nach in drei Teile: die Artillerietechnik oder Kenntnis des Artilleriematerials, die Artillerieschießkunst oder Ballistik der Geschütze und die Artillerietaktik oder die Verwendung der Artillerie; als Hilfswissenschaften sind insbesondere die Mathematik, die Naturwissenschaften, namentlich Physik und Chemie, sowie die Technologie zu betrachten; außerdem steht die A. in engem Zusammenhange mit den übrigen Militärwissenschaften, namentlich der allgemeinen Taktik und der Befestigungskunst. Zur besondern Ausbildung der Artillerieoffiziere dienen Artilleriefachschulen, mit einer mehr theoretischen oder einer mehr praktischen Richtung. Die erstgenannte Seite vertreten die Artillerieschulen (s. d.) oder Artillerieakademien. Die Pflege der Artillerieschießkunst geschieht auf den in der neuesten Zeit entstandenen Ärtillerieschießschulen (s. d.). Die Fortbildung des sachlichen Teils der Artillerie geschieht durch Kommissionen, die aus besonders ausgewählten Offizieren bestehen und Artillerie-Prüfungskommissionen (s. d.), Artilleriekomitees heißen. Im Deutschen Reiche hat das Artilleriekomitee nur über wichtige organisatorische und taktische Fragen sowie über die Maßnahmen zur Landesverteidigung Gutachten zu erteilen. Über Lehrbücher der A. s. die Litteratur unter Artillerie.

Artillerist, s. Artillerie.

Artilleristische Hohlräume (in Werken permanenter Befestigung) dienen zur Lagerung der gesamten Munitionsausrüstung der Werke in unverarbeitetem Zustande, zur Fertigstellung der Munition für die Geschütze zum täglichen Verbrauch, oder endlich zur Aufbewahrung der fertigen Verbrauchsmunition. Die hierzu bestimmten Räume stehen mit den Schutzhohlräumen auf dem Walle durch Geschoßhebevorrichtungen in Verbindung.

Artiodactyla, die Huftiere mit paarigen Zehen: Flußpferde, Schweine, Wiederkäuer. (S. Dickhäuter.)

Artischocke, s. Cynara.

Artist (frz.), Künstler, namentlich Maler oder Bildhauer; gegenwärtig im Deutschen besonders Bezeichnung von Sängern, Mimikern u. s. w. niederer Gattung, namentlich Künstlern des Variététheaters und des Cirkus, in Frankreich auch höherer Bühnenkünstler. Die bessern Elemente des Standes in Deutschland haben sich neuerdings zu einer Internationalen Artistengenossenschaft zusammengethan, die in Sektionen zerfällt, Hilfs- und Sterbekasse besitzt und ihren Mittelpunkt in Leipzig (Obmann S. Kohn) hat. - Vgl. H. Otto, Artisten-Lexikon (Düsseld. 1891); Der A., Centralorgan für Cirkus, Variétébühnen und reisende Theater, hg. von H. Otto, Jahrg. 1-10 (ebd. 1883-92). - Artistisch, künstlerisch, auf Kunst bezüglich.

Artistenfakultät, s. Universitäten.

Artium liberalium magister, s. Magister.

Artjel, s. Artel.

Artocarpus L., Brotfruchtbaum, Pflanzengattung aus der Familie der Urticaceen (s. d.) mit ungefähr 40 Arten im südöstl. Asien und auf den Inseln des Stillen Oceans. Die Brotfruchtbäume haben einhäusige Blüten, die männlichen in Kätzchen, die weiblichen an einem aus einer zweiklappigen Scheide hervorkommenden Kolben. Durch gegenseitige Verwachsung der nach dem Verblühen fleischig werdenden Hüllen der weiblichen Blüten entsteht aus dem ganzen Kolben ein gemeinsamer Fruchtkörper (eine Scheinfrucht) von fleischig-mehliger Beschaffenheit im Innern und kugeliger Gestalt, der außen höckerig, inwendig bei manchen samenlos ist. Die Blätter sind fiederspaltig, handförmig oder buchtig eingeschnitten, selten ganz.