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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Aes; As; Ås; Asa dulcis; Asa foetida; Asaba; Asaky; Asal; Asam; Asanen; Asant; Asante

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As (im Kartellspiel) - Asante

Gewichte üblich. Die alte kölnische Mark wurde in (67 Dukaten zu 60 As =) 4020 kölnische As oder Dukaten-As (in Österreich Dukaten-Gran genannt) eingeteilt und wog 4864,68 holländ. As. Die alte holländ. Troy-Mark hatte 5120, das doppelt so schwere holländ. Troy-Pfund 10 240 holländ. As (Asen). Von den vorzugsweise zum Wägen der Goldstücke auch in Deutschland gebräuchlich gewesenen holländ. As sind 20,80592 oder etwas reichlich 20 4/5 = 1 g, oder es ist ein holländ. As = 0,048063 g. In Preußen war durch eine Cirkularverfügung des Handelsministers vom 18. Jan. 1854 bestimmt worden, daß für das Goldmünzgewicht fortan das Grän (wovon die preuß. oder Zollvereinsmünz-Mark 288 hatte) in 16 preuß. As geteilt werden solle; die von der preuß. Normalaichungskommission ausgegebenen Goldgewichtssysteme enthielten schon seit 1831 diese Sechzehntel-Gränstücke, aber bis zu jener Verfügung unter der Benennung "Gränteile". Nach der preuß. Verordnung vom 5. Mai 1857 aber, welche das neue Pfund (das deutsche) von 500 g als Gold-, Silber- und Münzgewicht einführte, war dieses in 1000 Tausendteile zu teilen, der Tausendteil aber in 10 As und letzteres in decimale Bruchteile; dieses neue preuß. As war demnach = 1/10 000 deutsches Pfund oder 1/20 g = 1,040296 oder fast genau 1 1/25 holländ. As. (S. auch Gran.)

As, im franz. Kartenspiel die höchstwertige Karte, entsprechend dem deutschen Taus (s. d.).

As (ital. bemolle; frz. la bémol; engl. a flat), in der Musik der Ton, der um einen halben Ton tiefer ist als a; er wird durch die Note für a und ein vorgezeichnetes ♭ bezeichnet.

As, chem. Zeichen für Arsen (s. d.).

Ås (schwed., spr. ohs, Plural Åsar), in Schweden die bis 60 m hohen, wallartigen Geröll- und Sandanhäufungen, die sich mehrere Kilometer lang in gewisser Parallelität zueinander hinziehen, wobei sie Meereshöhen von über 350 m erreichen. An ihren Fuß pflegen sich marine, molluskenführende Schichten anzulagern. Sie sind Gebilde der Glacialzeit, doch ist ihre Entstehungsweise noch nicht aufgeklärt.

Aes (lat.), Erz; A. Corinthium, s. Korinthisches Erz; A. Cyprium, cyprisches Erz, d. h. Kupfer.

Asaba, Hauptort der Nigercompagnie (s. d.).

Asa dulcis, s. Benzoe.

Asa foetida, Asant, auch Stinkasant oder Teufelsdreck genannt, stammt zum größten Teile von der zu der Familie der Umbelliferen gehörenden Scorodosma foetidum Bunge (Ferula Asa foetida L.). Diese Pflanze findet sich zwischen dem Aralsee und dem Persischen Meerbusen. Am häufigsten kommt sie bei Chiwa, Chorassan und Herat vor, wo die etwa 2 m hohe Pflanze förmliche Wäldchen bildet. Auch Narthex Asa foetida Falconer liefert A. f. Obschon das Harz an der Wurzel der Stammpflanzen in ganzen Stücken haftet, wird dennoch behufs reichlicher Gewinnung die Pflanze angeschnitten. Es tritt ein weißer Milchsaft hervor, der an der Luft sich nach und nach braun färbt. Ältere Stücke sind hart und spröde. Die beste Handelssorte von Asa besteht aus ziemlich gleichartigen, 1-3 cm im Durchmesser haltenden Stücken, welche je nach ihrem Alter weißlich bis braun gefärbt sind; diese wird im Droguenhandel als A. f. in lacrymis bezeichnet, eine andere Sorte, A. f. in massis amygdaloides bildet formlose Klumpen von dunker, etwas schmieriger Grundmasse, in welche weiße oder rötlich violett gefärbte, mandelartige Massen eingebettet sind. Beide Sorten sind für den pharmaceutischen Gebrauch zulässig, dagegen ist A. f. petraea ein sehr unreines, dazu auch vielfach verfälschtes Produkt. Der Geruch der Asa ist unangenehm knoblauchartig, der Geschmack bitter, scharf und lange anhaltend. Die Asa enthält (abgesehen von absichtlichen Beimengungen) Harz (50 Proz., s. Ferulasäure), Gummi (36 Proz.) und ätherisches Öl, welches letztere schwefelhaltig ist. Die A. f. dient im Orient und Rußland zum Würzen der Speisen; bei uns wird sie medizinisch (als kräftiges Reizmittel für das Nervensystem, als krampfstillendes Mittel bei Hysterie, Hypochondrie, Asthma und nervöser Kolik, sowie als Wurmmittel, innerlich in Form von Pillen, Emulsion oder Tinktur, als Klystier, Pflaster, Liniment u. s. w.) verwendet. Die Deutsche Pharmakopöe führte außer der A. f. selbst in der 1. und 2. Ausgabe (von 1872 und 1882) noch eine Tinctura Asae foetidae, bestehend aus 1 Teil A. f. und 5 Teilen Alkohol; in der 3. Ausgabe (1890) findet sich diese nicht mehr.

Asaky, Georg, rumän. Schriftsteller und Patriot, geb. 1. März 1788, ward in Österreich erzogen, studierte in Wien Mathematik und in Italien Kunst und Litteratur. Heimgekehrt und zum Ministerialrat ernannt, verfaßte er rumän. Schulbücher und Grammatiken, errichtete 1817 in Jassy auf eigene Kosten eine Bühne für rumän. und franz. Stücke, die aber bald einging, dann die erste Druckerei in Rumänien und gründete ein rumän. Journal ("Die rumän. Biene"), das er 33 Jahre leitete. Als Minister des öffentlichen Unterrichts gründete A. seit 1850 zahlreiche Gymnasien, Elementar-, Kunst- und Gewerbeschulen sowie eine Akademie. Er starb 24. Nov. 1869 zu Jassy. Seine Gedichte (2. Aufl., Jassy 1854) sind jetzt verschollen, aber sein Name, als der eines Vorkämpfers der Kultur seines Volks, lebt fort. In Jassy wurde ihm 1890 ein Standbild errichtet.

Asal, Salzsee im nördl. Ostafrika, s. Assal.

Asam, bayr. Banmeisterfamilie aus der Zeit des Barockstils. Der Vater, Hans Georg A., gest. 1696, malte u. a. in der Stiftskirche zu Hall und in der Kirche zu Benediktbeuren, war auch Lehrer der Architektur in Prag. Seine Söhne, der Maler Cosmas Damian A. (geb. 18. Sept. 1680 zu Benediktbeuren, gest. 1742) und der Bildhauer und Stuccateur Egid Quirin A. (geb. zu Tegernsee, gest. nach 1746), studierten in Rom zur Zeit Pozzos und ließen sich um 1715 in München nieder. Sie gestalteten den Dom zu Freising 1723-24 völlig um und verliehen ihm einen reichen plastischen und malerischen Schmuck im Sinne der Pozzoschen Perspektivkunst. Ferner arbeiteten sie (1724-26) im Kloster Maria-Einsiedeln, im Kloster zu Metten, in der Stiftskirche St. Emmeram zu Regensburg, in der Kirche auf dem Weißen Berge zu Prag. Sie bauten auch selbständig, z. B. den Kongregationssaal in Ingolstadt und auf eigene Kosten (1733-40) die Johanneskirche neben ihrem Hause zu München, ein phantastisches Werk, das einen Höhepunkt der deutschen Barockkunst bezeichnet. In einzelnen ihrer Werke zeigt sich der Übergang zum Rokoko.

Asanen oder Assanen, Stamm der Jenisseier (s. d.), bis zum Ende des 18. Jahrh. an den Ufern des Jenissei, südlich und südwestlich von Krasnojarst lebend, jetzt teils mit den Runen, teils mit den Katschinzen verschmolzen.

Asant, s. Asa foetida.

Asante, s. Aschanti.