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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Asgard; Ashantee; Asharot; Ashborne; Ashburton; Ashby-de-la-Zouch; Asher; Asher ; Asher

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Asgard - Asher & Co.

sätzen der Bodenformen entsprechen die klimatischen Verhältnisse, langer Winter auf den Höhen, reizender Frühling an den Abhängen und sehr heißer Sommer in den Thaltiefen. Gebaut werden europ. Getreidearten, Reis, Baumwolle, ausgezeichneter Wein und Früchte. Die Flora zeigt ziemliche Mannigfaltigkeit von Salzpflanzen, dagegen fehlt es an Waldbäumen und eigentlichen Wäldern. An den Gebirgsabhängen kommen zwischen 2270 und 2900 m bereits viele echte Alpenpflanzen vor, die trocknen Ebenen dagegen sind pflanzenarm. Die Tierwelt weist viele charakteristische niedere Arten, besonders von Käfern, in den sandigen Meeresküsten oder an den Salzseeufern auf. Der Fasan Kaukasiens erscheint schon in A. Wölfe, Eber, Füchse und Hirsche hausen in den rauhen Gegenden, aber auch Antilopen und Raubtiere des Südens kommen vor. Das Land ist reich an Rindern und vorzüglichen Pferden, und Viehzucht wird besonders in den kurdischen Bergen getrieben. Die Bewohner A.s, vielleicht 1 Mill., sind im W. des Sees Kurden, im übrigen Lande türk. Abkunft. Auch die herrschende Sprache ist die türkische, das Persische ist auf die Städte beschränkt. Im NW. spricht man armenisch. Die Bevölkerung gilt als viel kräftiger als die der südlichern Provinzen. Herumschweifende Hirten- und Räubervölker finden sich neben ausgebildeter Städteansiedelung. Hauptstadt ist Täbris. Weitere wichtige Städte: Urmia, Marand, Ardebil und Choi. (S. Karte: Westasien II, S. 983.)

Geschichte. Im Altertum war A. der nordwestlichste Teil Mediens. Seit Alexander d. Gr. wurde es als Atropatene vom südöstl. Großmedien getrennt. Unter den asarcidischen Königen Großarmeniens gehörte A. teilweise zur Provinz Wasburagan (149 v. Chr. bis 428 n. Chr.), worauf es mit Armenien an die Sassaniden kam. Im 7. Jahrh. fiel es an die Araber und nach Schwächung des Chalifats durch die Seldschuken an den Atabek Ildeghis und seine Nachkommen, die Pelewaniden (1150-1225), welche nach dem Abzüge der Mongolen Dschingis Chans (1221) der Khowaresmier Dschelal ed-din Mankberni stürzte. 1256 kam es durch Hulagu an das Mongolenreich von Iran. In den J. 1386-1405 gehörte es Timur, darauf den Turkmenen vom Schwarzen und seit 1468 denen vom Weißen Schöps unter Uzun Hassan, bis es durch Schah Safi aus Ardebil (1505-1508) befreit wurde. Im 16. und 17. Jahrh. hatte es viel von den Osmanen zu leiden. Als Grenzprovinz sowie als Statthalterschaft des pers. Thronfolgers, z. B. des Abbas Mirza, war A. stets wichtig, wurde aber beständig in die Unruhen Persiens und in die Kriege mit den Türken und Russen hineingezogen. Durch das Heranrücken der russ. Grenze bis an den Aras hat es neuerdings als vermittelndes Verkehrsland zwischen der iran. und europ. Welt noch größere Bedeutung gewonnen.

Asgard, in der nordischen Mythologie die Wohnung der Asen (s. d.). Sie befindet sich in den Luftgefilden, wo sie Thor gegen die Angriffe der Riesen schirmt. Ein jüngerer, wahrscheinlich durch die Apokalypse beeinflußter Mythus schildert A. als einen Herrscherpalast, dessen Dach mit Gold belegt ist.

Ashantee, engl. Schreibweise für Aschanti.

Asharot (hebr.), dichterische Bearbeitung der 613 pentateuchischen Gebote im Synagogenritual für das Wochenfest.

Ashborne, auch Ashburne (spr. äschbörrn), Stadt in der engl. Grafschaft Derby, 7½ km im NW. von Derby, an der Linie Rocester-A. der North-Staffordshirebahn, hat (1891) 3810 E., eine got. Kirche von 1190 mit Turm (64 m), eine Lateinschule; Baumwoll- und Spitzenfabrikation, ferner Handel mit Getreide, Malz, Wolle und Käse.

Ashburton (spr. äschbörrt'n), Fluß in der Gascogne- und Nordwest-Division der brit. Kolonie Westaustralien, entspringt südlich vom Wendekreis des Steinbocks an der Westgrenze der Großen Australischen Wüste, fließt zuerst in westnordwestl., später in nordwestl. Richtung und mündet unter 21° 40' südl. Br. in den Indischen Ocean. Zuzeiten breit und reißend, zeigt er in trocknen Perioden nur an tiefern Stellen Wasser. Der größte Zufluß ist rechts der Hardly-River. Der untere Lauf des A. wurde 1866 von Sholl, der obere 1876 von Giles erforscht.

Ashburton (spr. äschbörrt'n), Lord, s. Baring.

Ashby-de-la-Zouch (spr. äschbi de la suhsch), Stadt in der engl. Grafschaft Leicester, 27 km im NW. von Leicester, am Mease und der Midland-Eisenbahn, hat (1391) 4535 E., Wirkerei, Kohlen- und ansehnlichen Malzhandel. Das verfallene, südlich auf einer Anhöhe gelegene Schloß, aus Scotts "Ivanhoe" bekannt, wurde 1480 von Sir William Hastings neu aufgebaut. In der Stadt sind die warmen Ivanhoe-Baths. In der Nähe reiche Weiden, Steinkohlenbergwerke und die Ruinen des Nonnenklosters Grace Dieu.

Asher, Adolf, deutscher Buchhändler, geb. 23. Aug. 1800 zu Cammin in Pommern, von jüd. Abkunft, besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, hielt sich mehrere Jahre in England auf und trieb dann in Petersburg anfangs Diamantenhandel, später Buchhandel. 1830 gründete er eine Buchhandlung in Berlin, die noch gegenwärtig unter der Firma A. Asher & Co. (s. d.) besteht. Besondere Pflege widmete er den Beziehungen zu England; er führte zuerst eine regelmäßige und schnelle Einfuhr engl. Bücher ein, ward Hauptlieferant der Bodleyanischen Bibliothek in Oxford, des Britischen Museums in London für den Kontinent, bereiste mit A. Panizzi (s. d.) die öffentlichen Bibliotheken Deutschlands, Österreichs, Dänemarks und Schwedens, war Sachverständiger der Kommission des engl. Parlaments in Angelegenheiten des Britischen Museums. Auch erwarb er viele berühmte Büchersammlungen, wie die von Kuppitsch in Wien, Ludw. Tieck in Berlin. A. starb 1. Sept. 1853 in Venedig. Er war zugleich ein gründlicher Kenner der neuhebr. Sprache und Litteratur. A. verfaßte unter anderm bibliogr. Arbeiten über L. Hulsius und die "Scriptores rerum germanicarum" (Berl. 1839) und gab "Itinerary of R. Benjamin of Tudela" (2 Bde., ebd. 1840) heraus.

Asher & Co., A., Verlags- und Sortimentsbuchhandlung in Berlin und London, gegenwärtig im Besitz von Adolf Behrend (geb. 30. April 1846) und Eugen Goldstücker (geb. 26. Juni 1845). Die Firma wurde 1830 von Adolf Asher (s. d.) begründet, ging 1853 an Albert Cohn (s. d.) und A. Collin über, die 1864 die Filiale in London gründeten, 1871 auf A. Cohn allein, 1874 auf A. Behrend und Leonhard Simion, an dessen Stelle 1882 E. Goldstücker trat. Die Bedeutung des Hauses lag von Anfang an in seiner internationalen Thätigkeit durch Einfuhr ausländischer und Ausfuhr deutscher Litteratur. Damit war ein umfangreiches Platzgeschäft und bis 1874 ein Antiquariat verbunden, das seitdem A. Cohn auf seinen eigenen