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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Askersund; Askese; Asklepiadeen; Asklepiaden; Asklepiades; Asklepios

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Askersund - Asklepios

tung späterer Juden auf Deutschland (daher Aschkenasier: deutsche Juden; s. auch Sephardim) ist falsch. - Minhag A. heißt der deutsche Synagogenritus gegenüber dem spanischen und polnischen.

Askersund, Stadt im schwed. Län Örebro, am nördlichsten Busen des Wetternsees, an der Privatbahnlinie A.-Lerbäck (14 km), (1891) 1557 E., Post.

Askese, Asketen, Asketik, s. Ascese, Ascetik.

Asklepiadeen (Asclepiadeae), Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Contorten (s. d.) mit gegen 1300 zumeist den wärmern Gegenden beider Hemisphären angehörenden Arten, nur wenige finden sich in der nördlichen gemäßigten Zone; ausdauernde Kräuter, Halbsträucher, Sträucher, auch Schling- und Kletterpflanzen und nur in sehr wenigen Fällen Bäume. Blumenkrone und Kelch sind fünfteilig, bei vielen Gattungen ist eine sog. Nebenkrone vorhanden, die ebenfalls meist fünfteilig ist und in der Regel im Schlunde der Blumenkrone sich befindet; alle A. haben fünf Staubblätter und zwei oft mit gelappter Narbe versehene Stempel. Die Früchte zeigen verschiedenartige Ausbildung. Die Samen tragen oft einen langen weißen Haarschopf.

Asklepiaden hießen die Mitglieder der Familien, die den Asklepios (s. d.) als ihren Stammvater betrachteten und als seine Priester den Dienst des Gottes und die damit verbundene Behandlung der Kranken erblich ausübten. Diese bestand in religiösen und abergläubischen Gebräuchen, wie der Inkubation (s. d.), daneben aber auch in ärztlichen Mitteln, und so pflanzten sich in diesen Familien gleichzeitig immer mehr sich erweiternde ärztliche Kenntnisse fort, zumal da die Sitte verbreitet war, daß die Genesenen Tafeln, auf denen ihre Krankheit und die Art der Heilung verzeichnet war, zurückließen. Die berühmtesten A. waren die von Kos, Knidos, Epidaurus und Trikka. Zu erstern gehörte Hippokrates (s. d.). Die A. verpflichteten die Teilnehmer an ihrem Wissen eidlich, die Kunst nur den dazu Berechtigten und unter den herkömmlichen Bedingungen zu lehren. Unter den Schriften, die unter dem Namen des Hippokrates überliefert sind, findet sich ein solcher Eid (Jusjurandum Hippocratis).

Asklepiades, aus Samos, Sohn des Sikelos, griech. Dichter, Lehrer und/Freund des Theokrit. Seinen Namen tragen 39 meist erotische Epigramme in der "Anthologie", die zum Teil gleichnamigen Dichtern angehören mögen. Sie sind außer in den Ausgaben der "Anthologie" herausgegeben und übersetzt von Hartung in den "Griech. Elegikern", Bd. 2. (Lpz. 1859). Nach einem Dichter A. sind die Asklepiadeischen Verse benannt,die, mit einem Spondeus beginnend und logaödisch schließend, im übrigen choriambisch sind:

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Maecenas atavis edite regibus oder

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Nullam, Vare, sacra vite prius severis arborem.

Jenen nennt man den kleinern, diesen den größern Asklepiadeischen Vers. Horaz braucht beide allein oder verbindet sie mit andern Versen zu einer Strophe, nämlich mit dem Pherekrateischen ^[img] und dem Glykoneischen ^[img] Verse. Die sog. Asklepiadeische Strophe ist aus zwei kleinen Asklepiadeischen, einem Pherekrateischen und einem Glykoneischen Verse zusammengesetzt.

Asklepiades, griech. Arzt im 1. Jahrh. v. Chr., geb. zu Prusa in Bithynien, bildete sich anfänglich zum Redner, wandte sich dann aber der Medizin zu und wirkte als Arzt in mehrern griech. Städten, später in Rom. In der Geschichte der alten Medizin ist er als der eigentliche Stifter der methodischen Schule zu betrachten. Als notwendige Eigenschaften jeder Kur verlangte er Geschwindigkeit, Sicherheit und Annehmlichkeit, verwarf den Gebrauch angreifender Arzneien und suchte durch diätetische Mittel, Veränderungen der Lebensweise u. dgl. zu wirken. Seine Pathologie war auf das atomistische System begründet. Von seinen Schriften sind nur Fragmente übrig, gesammelt von Gumpert (Weim. 1794). - Vgl. Raynaud, De Asclepiade medico ac philosopho (Par. 1862). Ein kleines Gedicht unter seinem Namen: "Hygieina parangelmata" (Gesundheitsregeln, hg. von Welz, Würzb. 1841), gehört wahrscheinlich in das 7. Jahrh. n. Chr.

Asklepios (lat. Äsculapius), bei Homer ein trefflicher Arzt sterblichen Geschlechts, während er in den Homerischen Hymnen als Gott der Heilkunde erscheint. Die Sagen nennen ihn einen Sohn des Apollon und der Koronis, der Tochter des thessal. Fürsten Phlegyas, oder auch des Apollon und der Arsinoe, Tochter des Leukippos in Messenien. A. vermochte nicht nur das Leben zu retten, sondern rief selbst Verstorbene ins Leben zurück, dafür erschlug ihn Zeus aber, durch Plutons Klagen bewogen, mit dem Blitze. A. wurde besonders zu Epidaurus in Argolis, seinem, Stammorte, nach der dort heimischen Sage verehrt. In seinem dortigen Heiligtume (Asklepieion oder Asklepeion genannt) heilten die Priester, wie in den Heiligtümern des A. überhaupt, die zu ihnen kommenden Kranken. (S. Asklepiaden.) Andere Hauptsitze seines Kultus waren Kos und Pergamum, auch Athen. Mit der Zeit verbreitete sich der Asklepiosdienst über ganz Griechenland und Kleinasien und kam endlich auch nach Rom, wohin A. 291 v. Chr. während einer Pest in Gestalt einer Schlange aus Epidaurus geholt wurde. A. hatte nach Homer zwei Söhne, Machaon und Podaleirios, die Ärzte des griech. Heers vor Troja. Als Töchter des Gottes werden angeführt: Hygieia (s. d.), Jaso, Panakeia und Aigle. Seine Tempel standen gewöhnlich außerhalb der Städte in gesunder Lage, in heiligen Hainen, in der Nähe von Quellen und Heilwassern und auf Anhöhen. An den Hauptorten seiner Verehrung wurden ihm zu Ehren auch Feste gefeiert, unter denen das berühmteste zu Epidaurus alle vier Jahre stattfand. Seine Bildsäule zu Epidaurus, aus Elfenbein und Gold, hatte Thrasymedes, ein jüngerer Zeitgenosse des Phidias, verfertigt. A. saß auf einem Throne mit dem Stabe in der einen Hand; die andere Hand war über den Kopf einer Schlange vorgestreckt, zu seinen Füßen befand sich, als Symbol der Wachsamkeit, ein Hund. Die ausgezeichnetsten Künstler, wie Kalamis, Alkamenes,

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