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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Athaulf; Athe; Atheismus; Atheist; Äthel; Athen

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Athaulf - Athen

hat A. Weber übersetzt (in den «Ind. Studien», Bd. 4, 13, 17, 1858 - 84), Buch 6, Lied 1 - 50 Florenz (Gött. 1887), Buch 15 Aufrecht (in den «Ind. Studien», Bd. 1, Verl. 1850), eine größere Zahl Lieder Ludwig (Rigveda, Bd. 3, S. 428 fg., Prag 1878) und Grill, hundert Lieder des A. (2. Aufl., Stuttg. 1888).

Vgl. Bloomfield, Seven Hymns of the Atharva-Veda (Baltimore 1886); Regnaud, L’Atharva-Véda er la méthode d’interprétation de M. Bloomfield (Par. 1892); Roth, Der A. in Kaschmir (Tüb. 1875).

Athaulf, nach dem Tode seines Schwagers Alarich zum König der Westgoten erhoben, regierte von 410 bis 415. A. gab den Plan Alarichs, nach Afrika überzusetzen, auf, führte die Goten 412 nach Gallien und verhandelte beständig mit Rom über einen Frieden, der den Goten ein geeignetes Land zur Ansiedelung und geregelte Beziehungen zu Rom gewähre. Sein Bestreben ging dahin, das Römische Reich als den einzigen Hort menschlicher Kultur durch die Kraft der Goten aufrecht zu erhalten, und diesem Plane sollte wohl auch seine Vermählung (414) mit Placidia, der Schwester des Kaisers Honorius, dienen, die er aus Rom fortgeführt hatte. Aber die röm. Heere und barbarische Hilfsvölker drängten ihn über die Pyrenäen, und hier ward A. 415 in Barcelona ermordet.

Athe, s. Anona.

Atheismus (vom grch. atheos, d. i. ohne Gott oder gottlos), Leugnung des Daseins Gottes. Atheist, einer der das Dasein eines Gottes leugnet. Der Vorwurf des A. wird schon gegen eine Reihe älterer griech. Philosophen erhoben, bezieht sich aber regelmäßig nur auf die Leugnung der öffentlich anerkannten Form des Gottesglaubens. In der Zeit der Sophisten (s. d.) wird das Dasein der Götter ernstlich in Frage gestellt, ohne daß doch ein Vertreter einer eigentlich atheistischen Lehre sich angeben ließe; Protagoras z. B. ließ das Dasein der Götter bloß dahingestellt, weil «die Dunkelheit der Sache und die Kürze des menschlichen Lebens» eine sichere Entscheidung eben nicht gestatte. Wissenschaftlich vertreten wurde der A., wie es scheint, zuerst durch den der cyrenaischen Schule angehörigen Theodorus, und namentlich durch Euhemerus (s. d.) gewann diese Richtung eine gewisse Verbreitung. Andere Systeme, so die materialistischen des Democritus und Epicurus (s. d.), leugnen nicht ein göttliches Dasein überhaupt, sondern haben nur sehr abweichende Vorstellungen über die Gottheit. Auch gegen manche neuere Philosophen ist der Vorwurf des A. mit Unrecht erhoben worden; entschieden atheistisch ist nur der extreme Materialismus des 18. und des 19. Jahrh. Da jedoch die Begriffe von der Gottheit so sehr verschiedene sind, so begreift es sich, dass mancher das, was ein anderer Gott nennt, nicht als Gott gelten lassen will und also jenen der Gottlosigkeit beschuldigt. So wird es begreiflich, daß man dem Pantheismus eines Spinoza, Fichte, Schelling, Hegel A. vorwarf. Bei dem engen Zusammenhange, in dem erfahrungsmäßig der Gottesglaube mit der Sittlichkeit steht, erklärt es sich, daß nicht nur die Gottesleugnung vielfach die Verleugnung jeder sittlichen Verpflichtung, sondern häufiger noch der sittliche Verfall den A. hervorgerufen hat.

Atheist, s. Atheismus.

Äthel..., als erster Teil der Zusammensetzung in angelsächs. Namen, s. Ethel ...

Athen. Das alte Athen. A. war im Altertum vorübergehend in politischer, stets in kulturgeschichtlicher Hinsicht der Haupt- und Mittelpunkt des hellen. Lebens, «das Auge von Hellas», «Hellas von Hellas». Die Stadt liegt um und auf einer Reihe von felsigen Hügeln in der geräumigsten Ebene der Landschaft Attika (s. d.), zwischen den Flüssen Ilisos und Kephisos, in gerader Entfernung etwa 5 km vom Meere, 7 km von ihrem Hafenplatze, dem Peiraieus (Piräus). Die Überlieferung schrieb dem König Kekrops die Gründung zu. Die älteste Stadt beschränkte sich auf die obere Fläche eines steilen, nur von Westen aus zugänglichen Felshügels, der später während des ganzen Altertums als die Burg (Akropolis, s. die um stehende Abbildung) den politischen und den religiösen Mittelpunkt, den Kern der Stadt, bildete. Die Fläche wurde in früher Zeit künstlich geebnet, sowie mit Mauern umgeben und an der Westseite ein starkes Außenwerk mit neun Thoren hintereinander (Enneapylai) zur Verteidigung des Aufgangs errichtet. Das ganze Werk hieß nach den Pelasgern, denen man es zuschrieb, Pelasgikon oder Pelargikon (^[img]. Innerhalb der Burg wohnten die alten Landeskönige dieses Teils von Attika; hier erhob sich auch neben dem Altar des stadtschirmenden Zeus der älteste Tempel (Hekatompedos) der Gottheit, unter deren besondern Schutze die Stadt stand, der «stadtschützenden» Athene (Athene Polias), und die Kapelle des die Erde erschütternden Meergotts (Poseidon-Erechtheus, daher Erechtheion (s. d.) genannt). Ein Teil der städtischen Bevölkerung siedelte sich am Fuße dieses Hügels, hauptsächlich an der Südseite an, wo man auch den Altmarkt von A. suchen muß. Der im W. der Burg vorgelagerte Felsen des Areopagus (s. d.) mit seinen uralten, den unterirdischen Göttern geweihten Heiligtümern blieb aber jetzt noch von der Besiedelung ausgeschlossen. Die Unterstadt erhielt eine Erweiterung, seitdem infolge der Vereinigung der verschiedenen Teile Attikas zu einem staatlichen Ganzen durch den sagenhaften König Theseus A. zu dessen polit. Hauptstadt erhoben wurde. Die Stadt dehnte sich allmählich auch auf den Raum am nördl. Fuße des Burghügels aus; Handwerker, namentlich die Mitglieder der Töpferzunft, ließen sich hier nieder, daher ein bedeutender Stadtteil nordwestlich von der Burg später den Namen Kerameikos (Töpferviertel) erhielt. In der Folgezeit machten sich besonders Pisistratus und seine Söhne um die Verschönerung der Stadt verdient. Sie weihten und schmückten den neuen nordwestlich der Burg gelegenen Markt (Agora) durch einen Altar der Zwölfgötter, der zugleich als Centralmeilenstein für das ebenfalls durch die Pisistratiden angelegte Straßennetz diente. Sie begannen den Bau eines Tempels des olympischen Zeus (Olympieion) südöstlich von der Burg, der aber nach dem Sturze der Pisistratiden ins Stocken geriet und erst durch Hadrian vollendet wurde; sie fügten zu dem alten Athenetempel einen Säulenumgang und Giebelgruppen und schmückten den Burgeingang mit einem Festthore. Pisistratus ließ endlich die südöstlich außerhalb der Stadt im Ilisosbett entspringende Quelle Kallirrhoe, die einzige größere des alten Stadtgebietes, in einen neunröhrigen Brunnen (daher Enneakrunos genannt) fassen und weihte im Nordosten einen ausgedehnten Bezirk (Lykeion) dem Apollon als Heiligtum, das später durch Perikles noch erweitert, durch den Staatsmann Lykurgus zu einem Gymnasium umgewandelt wurde.