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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Auf- und Abprotzen; Auftrieb; Auftritt; Aufwandsteuern; Aufwerfhammer; Aufzug

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Auftrieb - Aufzug (in der Technik)

zur Gefäßform auszubildenden, rotierenden Glaskörpers eingeführt wird, um durch das allmähliche Auseinandergehen der Blätter die Höhlung desselben zu erweitern; außerdem dienen die innern Kanten der A. dazu, an dem zwischen ihnen gehaltenen Gefäß durch den Druck gegen die weiche Glasmasse eine Einschnürung zu bewirken. Dasselbe Werkzeug, statt der eisernen Blätter mit cylindrischen Holzstäbchen versehen, wird benutzt, um die Wandungen des Gefäßes beliebig zu krümmen.

Auftrieb, diejenige Kraft, welche einen in eine Flüssigkeit oder ein Gas getauchten Körper entgegen seiner Schwere, also von unten nach oben zu treiben sucht. Taucht man z. B. einen würfelförmigen Körper (s. nachstehende Fig. 1) in eine Flüssigkeit vom spec. Gewicht σ, so wirkt auf die obere Fläche, deren Tiefe unter der Flüssigkeitsoberfläche h1 ^[h_{1}] ist, der hydrostatische Druck h1·σ·a2 ^[h_{1}·σ·a^{2}], wenn a die Länge der Würfelkante ist; auf die untere Fläche mit der Niveautiefe h2 ^[h_{2}] wirkt der größere Druck h2·σ·a2 ^[h_{2}·σ·a^{2}].

^[Abb. Fig. 1.]

Die Pressungen auf die Seitenflächen heben sich paarweise auf, da sie einander gleich sind. Demnach bleibt eine nach oben gerichtete Kraft A übrig von der Größe A=(h2-h1)·a2 σ ^[A=(h_{2}-h_{1})·a^{2} σ], oder da h2-h1=a ^[h_{2}-h_{1}=a] und a^{3} gleich dem Volumen v des Würfels ist: A=v·σ. Der Würfel erleidet also einen A. oder (scheinbaren) Gewichtsverlust, der gleich ist dem Gewicht der von ihm verdrängten Flüssigkeitsmenge. Der obige Beweis kann auch leicht für ein eingetauchtes Prisma oder einen Cylinder, für einen beliebig anders gestalteten Körper jedoch nur mit Hilfe höherer Rechnung geführt werden. Zum experimentellen Nachweis dieses Satzes dient die hydrostatische Wage (Fig. 2), eine gleicharmige Wage, die Wägungen von in beliebige Flüssigkeiten getauchten Körpern ermöglicht.

^[Abb. Fig. 2.]

Die eine kürzer aufgehängte Wagschale trägt einen hohlen Metallcylinder c und dieser einen massiven Cylinder p, der genau in jenen hohlen paßt. Nachdem an der Wage durch Tarierung Gleichgewicht hergestellt ist, taucht man den Cylinder p in ein Gefäß mit einer beliebigen Flüssigkeit; sofort hebt sich die kürzere Schale. Sobald man jedoch den Hohlcylinder c mit derselben Flüssigkeit füllt, tritt wieder Gleichgewicht ein, womit der Satz bestätigt ist. Anwendung findet die Lehre vom A. bei der Bestimmung des spec. Gewichts von Flüssigkeiten und festen Körpern durch das Aräometer (s. d.). Der A. macht sich auch bei allen Wägungen geltend, insofern ein Körper in Luft weniger wiegt als im luftleeren Raum. Bei genauern Physik, und chem. Wägungen ist daher immer die sog. Reduktion auf den leeren Raum (s. d.) vorzunehmen, wenn man das wahre Gewicht erfahren will. Ferner beruht alles passive Schwimmen (s. d.), sowie die Steigkraft des Luftballons auf der Wirkung des A. Der Satz vom A., namentlich vom hydrostatischen, wird gewöhnlich, jedoch mit Unrecht, das Archimedische Princip (s. d.) genannt. - A. ist auch ältere Benennung für die auf der Oberfläche des Meers pelagisch lebenden Tiere und Pflanzen in verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung (s. Plankton).

Auftritt, in der Befestigungskunst, s. Bankett.

Auftritt, in der Bühnensprache die aus dem Erscheinen von Personen sich ergebenden Abschnitte eines Dramas. Die A. bedingen jedesmal einen Wechsel der Situation. Im Deutschen nennt man den A. nach franz. Beispiel auch Scene, die Engländer nennen so nur die dramatischen Abteilungen, die, aus mehrern A. bestehend, bis zur nächsten Ortsveränderung (Scenenwechsel) reichen.

Auf- und Abprotzen, die zum Zweck des Transports erforderliche Verbindung und die vor Beginn des Schießens notwendige Trennung der Lafette (s. d.) und Protze (s.d.) eines Geschützes. Geschieht das Abprotzen im Zurückgeben, so genügt für die schußbereite Stellung des Geschützes ein einfaches Vorfahren der Protze um das Maß des Rücklaufes. Beim Abprotzen im Vorgehen muß die Lafette umgedreht werden, damit die Mündung des Geschützes sich dem Ziele zukehrt, während die Protze lehrt machen und auf entsprechende Entfernung hinter das Geschütz fahren muß, damit der Gebrauch des letztern ungehindert erfolgen kann. Das Aufprotzen geschieht in umgekehrter Weise.

Aufwandsteuern, s. Verbrauchssteuern.

Aufwerfhammer, s. Daumenhammer.

Aufzug, jede zum Emporheben und Herablassen von Lasten dienende Maschine (s. Hebeapparate), insbesondere eine Vorrichtung zur Beförderung von Personen und Gegenständen nach verschiedenen Stockwerken in Warenhäusern, Magazinen, Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden u. s. w. Für geringere Förderlasten benutzt man Handaufzüge, bei vorhandener Transmission Transmissionsaufzüge mit konstant laufender Antriebswelle. Zur Erzielung größerer Leistungen bei höherer Fördergeschwindigkeit dienen A., die von Dampfmaschinen oder Gasmotoren betrieben werden. Endlich kommen noch hydraulische, pneumatische und elektrische A. zur Anwendung, von denen die erstern des außerordentlich einfachen und sichern Betriebes wegen sehr beliebt geworden sind. Die Hauptteile eines A. sind: der Motor, die Transmission zwischen diesem und dem zur direkten Aufnahme der Förderlast bestimmten Teile der Anlage, der Fahrstuhl und dessen Führung, endlich die zur Einleitung, Abstellung und Regulierung der Bewegung der Förderlast dienenden Einrichtungen.

Handaufzüge dienen im allgemeinen nur zur Förderung kleinerer Lasten. Die eigentliche Hebemaschine ist bei ihnen gewöhnlich ein Haspel, der durch ein über eine oder zwei Rollen laufendes Seil ohne Ende oder durch eine Bockwinde in Bewegung gesetzt wird. Einen Handaufzug der ersten Art zeigt Tafel: Aufzüge I, Fig. 1, nach der Ausführung von Schelter & Giesecke in Leipzig, bestimmt für 150 -300 kg Belastung. Der Fahrstuhl a gleitet vermöge angebrachter Rollen in Führungen b und hängt an zwei nebeneinander liegenden Hanfseilen c, die, je nachdem der Fahrstuhl gehoben oder gesenkt wird, auf eine Trommel d auf- oder abgewunden werden. Diese Trommel empfängt ihre Bewegung durch Schneckenräder, die durch das Drehen des Rades f in Bewegung gesetzt