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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Babelthuap; Babenberger Fehde; Babenberger Grafen; Babenhausen; Baber; Babeuf; Babi

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Babelthuap - Bàbî

steigt bis zu 40 m Höhe aus der Havel auf. Östlich vom Schlosse in einem Denkmalbau ein Erzengel Michael von Riß, ein Geschenk Friedrich Wilhelms IV.; westlich auf dem frühern Mühlenberge der Flatow-Turm, 1856 in Nachbildung des Eschenheimer Thorturms zu Frankfurt a. M. aufgeführt, mit Aufsicht auf Potsdam und Umgebung. In der Nähe auf der Lenné-Höhe die alte Berliner Gerichtslaube, ein got. Hallenbau vor dem ehemaligen Rathause zu Berlin, 1871 abgebrochen und hier wieder aufgebaut.

Babelthuap (Babelthouap oder auch Baobelthaop), die größte der Palau-Inseln (s. d.), ist 660 qkm groß und hat 8000 E.

Babenberger Fehde, s. Babenberger Grafen.

Babenberger Grafen, benannt nach ihrer Burg Babenberg, an der Stelle, an der nachmals Kaiser Heinrich II. den Grund zum Bamberger Dom legte, ein schon unter den Karolingern angesehenes ostfränk. Geschlecht. Als erster des Geschlechts ist bekannt der Graf Poppo im Grabfelde zwischen dem obern Laufe der Werra und dem Main, 819 zuerst, 839 zuletzt urkundlich nachweisbar. Seine Enkel Adalbert, Adalhard und Heinrich unterlagen in der mehrjährigen Babenberger Fehde gegen die ostfränk. Konradine (902-906). Nach den neuern Forschungen läßt sich kaum noch die bisher allgemein verbreitete Ansicht festhalten, daß der fränk. Liutpold, den Otto II. 976 zum Markgrafen der Ostmark erhob, von den alten Babenbergern abstamme. Man kann das Geschlecht desselben, das vom König die Babenburg zur Verwaltung erhielt, aber als die Neubabenberger bezeichnen. Dieser Stamm erlosch 1246 mit dem Herzog Friedrich dem Streitbaren von Österreich.

Vgl. Höfer, Die Mark auf dem Nordgau und die nordgauischen Markgrafen (Würzb. 1863); Stein, über die Herkunft des Markgrafen Liutpold von Österreich (in den «Forschungen zur deutschen Geschichte», Bd. 12, Gött. 1872); ders., Ostfranken im 10. Jahrh, (ebenda, Bd. 24, ebd. 1884): Huber, Geschichte Österreichs, Bd. 1 (Gotha 1885); Dümmler, Geschichte des ostfränk. Reichs, Bd. 3 (2. Aufl., Lpz. 1888).

Babenhausen. 1) B. in Hessen, Stadt im Kreis Dieburg der großherzoglich hess. Provinz Starkenburg, an der Gersprenz und den Linien Mainz-Darmstadt-Aschaffenburg und Hanau-Eberbach der Hess. Ludwigsbahn, hat (1890) 2484 E., darunter 242 Katholiken, in Garnison (362 Mann) die 2. bis 4. Eskadron des 23. Dragonerregiments, Post, Telegraph, Zoll-Obereinnehmerei; luth. Pfarrkirche mit Grabsteinen der Grafen von Hanau, ein Hospital und ein Schloß, einst Residenz der Grafen von Hanau-Lichtenberg, jetzt Kaserne. - 2) B. in Bayern, Flecken im Bezirksamt Illertissen des bayr. Reg.-Bez. Schwaben und Hauptort einer ehemaligen Reichsherrschaft, 19 km von der württemb. Grenze, in 563 m Höhe, rechts an der Günz, hat (1890) 1940 kath. E., Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Memmingen), kath. Kirche, eine Filiale der Franziskanerinnen, ein altes und ein neues Schloß als Residenz der Fürsten Fugger-Babenhausen, mit schönen Gärten und Wirtschaftsgebäuden, Armen- und Krankenhaus; mechan. Spinnerei, Zündholzfabrik, bedeutende Brauereien, Frucht- und Wiesenbau, Viehzucht, mehrere Mühlen und Sägewerke. - Die Reichsherrschaft B. gehörte 1236 dem Grafen Ulrich von Tübingen, am Ende des 13. Jahrh. denen von Schöneck, im Anfang des 14. Jahrh, kam es durch Kauf an die von Rotenstein. Von letztern fiel Stadt und Herrschaft 1363 an die Familie von Rechberg, 1539 durch Kauf an Anton Fugger, der die württemb. Lehnbarkeit ablöste. Die damalige Stadt B. hatte 1337 Ulmer Recht, 1456 ein eigenes Wappen bekommen, sank aber zum Markte herab und verlor 1688 zur Strafe wegen Aufruhrs ihre Jurisdiktion. 1711 wurden die Grafen Fugger zu Kirchberg und Weißenhorn, die in der Folge hier ein Herrschaftsgericht hatten, vom Kaiser Joseph I. mit dem Forst und Wildbann zu B. belehnt. Die Mediatisierung der 1803 zum Fürstentum erhobenen Reichsherrschaft erfolgte 1806, die Auflösung der fürstl. Fuggerschen Gerichtsbarkeit dagegen erst 1848.

Baber, Großmogul, s. Babar.

Babeuf (spr. baböff), Francois Noel, Haupt einer kommunistischen Verschwörung unter der Direktorialregierung in Frankreich, genannt Cajus Gracchus, geb. 1760 zu St. Quentin, ward im Alter von 16 Jahren Waise, kam zu einem Feldmesser in die Lehre und wurde nach mehrjährigem Umherschweifen Mitglied einer Katasterkommission; 1789 gab er dieses Amt auf und wandte sich mit Fanatismus der revolutionären Bewegung zu. Er wurde Distriktsverwalter in Montdidier, dort einer Fälschung angeschuldigt und 1793 in contumaciam zu mehrjähriger Gefängnisstrafe verurteilt. Dieses Urteil wurde jedoch vernichtet, und B. kehrte frei nach Paris zurück. Obwohl ursprünglich Jakobiner, war er mit dem Sturze Robespierres einverstanden; doch trat er sofort in heftige Opposition gegen die zur Herrschaft gelangte Gruppe der Thermidoristen, was ihn bald ins Gefängnis führte. Hier erst scheint er durch Mitgefangene zum Kommunismus bekehrt worden zu sein. Nach der Amnestie vom J. IV begann er in seinem Blatte «Le tribun du peuple», welches er 1794 u. d. T. «Journal de la liberté de la presse» begründet hatte, eine rücksichtslose Propaganda für die sociale Revolution. Zugleich gründete er in Verbindung mit Buonarotti, Sylvain Maréchal, Antonello Darthé u. a. ein geheimes Direktorium, das allmählich mittels einer sehr geschickten Organisation 17000 schlagfertige Verschwörer, namentlich auch unzufriedene Soldaten und Gendarmen, um sich sammelte. Im entscheidenden Augenblick wurde die Verschwörung im Mai 1796 durch einen Eingeweihten verraten. Die Führer derselben wurden vor einen besondern Gerichtshof zu Vendôme gestellt, B. und Darthé 28. Mai 1797 guillotiniert, die übrigen Mitschuldigen teils zur Verbannung verurteilt, teils freigesprochen. Filippo Buonarotti (s. d.), einer der Mitschuldigen, schrieb eine «Histoire de la conspiration de Babeuf» (2 Bde., Brüss. 1828). Die wichtigsten der bei B. gefundenen Papiere, die seine Projekte enthalten, sind abgedruckt im Anhange von L. Reybauds «Études sur les réformateurs ou socialistes modernes», Bd. 2 (7. Aufl., Par. 1864).

Vgl. Advielle, Histoire de Babeuf et du babouvisme (2 Bde., Par. 1884).

Babi oder Babisten, mohammed. Sekte in Persien, Ende der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts von dem aus einer bescheidenen Handelsfamilie in Schiras stammenden 'Ali Mohammed gestiftet. Dieser unternahm 1835 im Alter von 23 Jahren die Pilgerreise nach Kerbela, dem heiligen Wallfahrtsorte der Schi'iten, wo er auch mystische Vorlesungen besuchte. Dann begann er dem Volke in schwärmerischer Weise zu predigen und durch seine hinreißende Beredsamkeit sowie den Erfolg seiner öffentlichen Disputationen mit den Theo-^[folgende Seite]