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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bastion - Bastseife

kämpfererrichtet.

Vgl. La B. dévoilée (Par. 1789); Roquette, La B. en 1743 (im 7. Bande der «Mémoires de la Société de l'histoire de Paris», 1880); Linguet, Mémoire sur la B. (Lond. 1783); Remarques historiques sur le château de B. (Par. 1789); Lecocq, La prise de la B. et ses anniversaries (ebd. 1881); Bous, La prise de la B. (ebd. 1882).

Bastion, Bollwerk, bei den nach Bastioniertem Grundriß (s. d.) ausgeführten Befestigungen die vorspringenden Teile des Hauptwalles, die sich aus der Brechung der Polygonseite ergeben. Die beiden vordern und zugleich längern Linien, die Facen, stoßen in einem ausspringenden Winkel (Bastions- oder Bollwerkswinkel) zusammen, der nicht unter 60°, meist 90-120° beträgt; seine Spitze heißt Bastionspunkt, Bollwerkspunkt oder Pünte. Die beiden kürzern Linien, die Flanken, schließen sich mit dem Schulterwinkel an die Facen an; die Spitze dieses Winkels heißt Schulterpunkt. Das andere Ende der Flanken stößt mittels eines eingehenden Winkels (Kurtinenwinkel) an die Kurtine oder den Zwischenwall, der je zwei B. miteinander verbindet. Der Punkt, wo Flanke und Kurtine zusammenstoßen, beißt Kurtinenpunkt; die Verbindungslinie beider Kurtinenpunkte heißt die Kehle der B. Wenn das Innere eines B. (sein Hof) niedriger liegt als der Wallgang (s. Wall), so nennt man das B. ein hohles, dagegen ein volles, wenn der Hof mit dem Wallgang gleiche Höhe hat. Ist ein B. durch einen Kehlgraben von rückwärts liegenden Befestigungen getrennt (s. Bauhaus zweite und dritte Manier im Artikel Französische Befestigungsmanier), so entsteht ein detachiertes (abgesondertes) B. Auch für gewisse Werke in den Hauptumwallungen der neuesten polygonalen Befestigungen ist der Ausdruck B. beibehalten worden. Dieselben liegen an den Ecken und auf der Mitte langer Fronten, bilden jedoch keine vorspringenden Teile des Hauptwerkes; sie besitzen vielmehr meist nur eine erhöhte Feuerlinie und nach beiden Seiten kurze, nach innen angehängte Brustwehren, die zur flankierenden Bestreichung des nähern Vorgeländes und gleichzeitig als Traversen dienen sollen. Im Innern der B. älterer Befestigungen findet sich bisweilen, gewissermaßen einen Abschnitt bildend, ein sog. Kavalier (s. d.).

Bastionierter Grundriß, Bastionärtracé, diejenige Grundrißform der permanenten Befestigung, bei welcher die Grabenbestreichung von besonders angeordneten Teilen des Walles ausgeht (s. nachstehende Figur).

^[Abb]

Die Polygonseite ab wird flach nach innen gebrochen (so daß cd höchstens = ⅙ ad ist); von den Endpunkten a und b aus wird je etwa ein Drittel der Polygonseite als Länge der Facen ae und bf abgetragen. Von den so bestimmten Punkten e und f aus fällt man Senkrechte auf die Verlängerung der gegenüberliegenden Facen und erhält hierdurch die Flanken eg und fh, die durch die Kurtine gh verbunden werden. Von den Facen und der Kurtine geht das Frontalfeuer aus, während von den Flanken aus die Bestreichung des Grabens derart erfolgt, daß jede Flanke die gesamte gegenüber liegende Grabenhälfte der Front unter Feuer hält. Die beiden im Polygonwinkel zusammenstoßenden Facen zweier Fronten bilden mit ihren benachbarten Flanken Bastione (s. d.).

Die den Streichlinien (s. d.) zu gebende größtmögliche Länge bezieht sich bei dem B. G. auf die Entfernung der Flanken von den Spitzen der benachbarten Bastione und ist abhängig von der wirksamen Tragweite der flankierenden Feuerwaffen. Nimmt man diese zur Zeit auf 450 m au, so kann im Hinblick auf die Kreuzung der Streichlinien eine bastionierte Front nicht über 700 m lang sein. Die Flanken müssen mindestens die Breite des Grabens zur Länge haben und stehen am besten senkrecht zu den Facen der Nachbarbastione. Infolge ihrer Lage leiden die Flanken sehr durch Längs- und Rückenfeuer. Da sich durch das Feuer von der offenen Flanke der tote Winkel im Graben vor der Kurtine nicht immer beseitigen läßt, so wird auf der Grabensohle eine rampenartige Einführung (Grabenkoffer) angebracht oder die Flankierung aus Hohlbauten unter den Flanken (Flankenkasematten) bewirkt. Diese letztern sind aber dem Feuer in der Längsrichtung der Gräben ausgesetzt und deshalb leicht zu zerstören. Die Kurtine wird häufig durch ein vorliegendes Werk (das Ravelin) gedeckt. (S. Altitalienische Befestigungsmanier.)

Bastionierung, veralteter Ausdruck für die Rehling (s. d.) eines Schiffs.

Bastionspunkt, Bastionswinkel, s. Bastion.

Bastit, Mineral, s. Schillerspat.

Bastkäfer, einige Gattungen der Borkenkäfer (s. d.), wie z. B. Polygraphus (in Deutschland eine Art, besonders den Kiefern schädlich), Hylastes (in Deutschland 11, besonders den Nadelhölzern schädliche Arten; die Larve einer Art, Hylastes trifolii Müll., lebt hingegen in den Wurzeln niederer Pflanzen, besonders des Klees), Hylesinus (im Bast von Laubhölzern, 5 deutsche Arten, darunter der Eschenbastkäfer, Hylesinus fraxini Fabr., s. Tafel: Schädliche Forstinsekten I, Fig. 8, beim Artikel Forstinsekten), Hylurgus (4 deutsche Arten, im Bast der Nadelhölzer, davon besonders schädlich der Waldgärtner, Hylurgus piniperda L.) u. a.

Bästling, Büßling, die weibliche Hanfpflanze (Späthanf), die der Samengewinnung wegen später als die männliche ausgezogen wird und, weil die Güte der Bastfaser hierdurch verliert, für den Spinnprozeß weniger als diese geschätzt ist (s. Hanf).

Bastogne (spr. -ónj), Hauptort des Kantons B. (10350 E.) in der belg. Provinz Luxemburg, an der Wiltz im Ardennerwald und an der Linie Libramont-Gouvy und B.-Bénouchamps der Belg. Staatsbahnen, hat (1889) 3423 E., Post, Telegraph, eine im 14. Jahrh. erbaute Kirche mit alten Wandmalereien und ist berühmt durch ihre geräucherten Schinken. - B., Anfang des 10. Jahrh, eine vom Grafen Siegfried von Luxemburg gebaute Festung, 1256 von den Lüttichern niedergebrannt, gehörte zur Grafschaft Luxemburg und später zu den österr. Niederlanden.

Bastonnade (eigentlich bastonata, vom ital. bastone, der Übersetzung des türk. dejnek, Stock), im Orient die seit 1840 offiziell abgeschaffte Art der Prügelstrafe, die auf die Fußsohlen erteilt wurde.

Bastose, der Hauptbestandteil der Jutefaser, eine gerbstoffhaltige, der Cellulose ähnliche Substanz.

Bastseife, die schwach alkalische Lösung von Seidenleim. die bei der Färbung der Seide ein gleich-^[folgende Seite]