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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bevölkerung

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Staaten Jahre Fläche (in 1000 qkm) Einwohner in Tausenden Einwohner auf 1 qkm

Kaukasien 1885 472 7 955 17

Sibirien 1885 12 518 4782 0,4

Russ.-Centralasien 1885 3 504 5 327 1,5

Britisch-Indien im engern Sinne 1891 4 012 285 745 71

China (eigentliches) 1890 4 000 350 000 88

Japan 1892 382 40 178 106

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Algerien 1891 667 4 174 6

Ägypten 1882 1021 6 817 6

Kapkolonie 1891 573 1 527 2,7

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Vereinigte Staaten von Amerika (ohne Alaska) 1890 7 836 62 950 8

Alaska 1890 1376 31 0,02

Brasilien 1888 8 337 14 600 1,7

Argentinien 1892 2 894 4 257 1,4

Chile 1893 776 2 867 3,6

Bolivia 1889 1 334 1 434 1

Ecuador 1890 299 1 270 4

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Queensland 1891 1 730 393 0,2

Victoria 1891 299 1 140 5

Südaustralien 1891 985 315 0,3

Tasmanien 1891 67 146 2,2

Neusüdwales 1891 799 1 134 1,4

Neuseeland 1891 268 626 2,3

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Die teilweise außerordentlich großen Verschiedenheiten in der Dichtigkeit der B. werden teils durch natürliche Ursachen (Klima, Bodenbeschaffenheit u. s. w.), teils durch eigentümliche sociale Verhältnisse (in Volkswirtschaft, Recht, Sitte u. s. w.) hervorgerufen. Indessen ist klar, daß Länder von sehr verschiedenem Flächeninhalt nur bedingungsweise miteinander verglichen werden können. Innerhalb großer Staaten können die Unterschiede in der Dichtigkeit des Zusammenwohnens ganz erheblich sein, so daß manche Bezirke derselben ebenso stark, bez. schwach bevölkert sind wie selbständige Staaten gleicher Größe. So entfielen z. B. 1890 auf 1 qkm im Königreich Sachsen 233, in der Rheinprovinz 174, im Großherzogtum Hessen 129, in der Provinz Pommern 50,5, in Mecklenburg-Schwerin 43,5 und in Mecklenburg-Strelitz 33,4 E., so daß thatsächlich dem Reichsdurchschnitt nur wenige Gegenden entsprechen. Zu einer genauen Untersuchung der Bevölkerungsdichtigkeit bedarf es daher des Zurückgehens auf kleine, möglichst gleich große Bezirke. Dabei führt die Betrachtung in letzter Linie auf die Gestaltung der einzelnen Wohnplätze, auf die Frage nach ihrer Größe und ihrer Lage zu einander.

Den gemeinverständlichsten Ausdruck findet dieses Problem in dem Gegensatz von Stadt und Land. Eine statistisch brauchbare Abgrenzung dieser beiden Begriffe ist schwierig. Heutzutage bezeichnet man gewöhnlich die Orte mit mehr als 2000 E. als städtische, die übrigen als ländliche. Weiter geht die Unterscheidung der Wohnorte in 1) Großstädte, von mehr als 100 000 E., 2) Mittelstädte, von 20 bis 100 000 E., 3) Kleinstädte, von 5 bis 20 000 E., 4) Landstädte, von 2 bis 5000 E., und 5) Orte und Wohnplätze von weniger als 2000 E. Im Deutschen Reiche betrug die Zahl der vier ersten Kategorien nach der Volkszählung von:

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1871 1875 1880 1885 1890

1. Großstädte 8 12 14 21 26

2. Mittelstädte 75 88 102 116 135

3. Kleinstädte 529 591 641 683 733

4. Landstädte 1716 1837 1950 1951 1997

Zusammen 2328 2528 2707 2771 2891

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Die B. verteilte sich auf die fünf Gruppen in folgender Weise:

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Gruppe 1871 1875 1880 1885 1890

1. 1 968 537 2 665 914 3 273144 4 446 381 5 995 972

2. 3 147 272 3 487 857 4 027 085 4 171 874 4 824 754

3. 4 588 364 5 124 044 5 671 325 6 054 629 6 480 192

4. 5 086 625 5 379 357 5 748 976 5 805 893 5 942 311

5. 26 219 352 26 070 183 26 513 531 26 376 927 26 135 241

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Demnach lebten unter 100 E. des Reichs

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1871 1875 1880 1885 1890

in Großstädten 4,8 6,2 7,2 9,5 12,1

in Mittelstädten 7,7 8,2 8,9 8,9 9,7

in Kleinstädten 11,2 12,0 12,6 12,9 13,1

in Landstädten 12,4 12,6 12,7 12,4 12,0

in andern Orten 63,9 61,0 58,6 56,3 52,9

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In den vorstehenden Zahlen kommt u. a. der moderne, übrigens hinlänglich bekannte Zug der kleinstädtischen und ländlichen B. in die größern Städte deutlich zum Ausdruck. Für die Anhäufung der B. in mehr oder minder großen Wohnplätzen ist, nach dem Vorgange franz. Statistiker, die Bezeichnung "Agglomeration" gebräuchlich geworden.

Verschiedene natürliche und sociale Momente machen ferner eine Scheidung der B. eines Landes nach mehrern Richtungen hin notwendig. Die sich zuerst darbietende und wichtigste Einteilung ist die nach dem Geschlecht. Im großen und ganzen findet man überall ein annäherndes Gleichgewicht der beiden Geschlechter; jedoch zeigt sich in vielen Ländern ein ziemlich konstanter, wenn auch an sich mäßiger relativer Überschuß der weiblichen, in andern dagegen ein ähnliches Übergewicht der männlichen Individuen. So betrug nach den neuesten Zählungsergebnissen die Zahl der Frauen auf je 1000 Männer in Norwegen 1075, in Schweden 1065, in Großbritannien und Irland 1060, in der Schweiz 1056, in Dänemark 1051, in Österreich 1044, im Deutschen Reich und in Spanien 1040, in den Niederlanden 1024, in Ungarn 1015, in Frankreich 1007 und in Belgien 1005. Ein Untergewicht der Frauen dagegen zeigt sich u. a. in Italien mit 995, in Japan mit 980, in Bulgarien mit 965, in Rumänien und Canada mit 964, in den Vereinigten Staaten mit 953 und in Serbien mit 948 auf 1000 Männer. Das ungefähre Gleichgewicht in der Zahl der männlichen und weiblichen Individuen ist keineswegs zufällig, vielmehr an größern Bevölkerungsmassen stets beobachtet worden und beruht auf dem Zusammenwirken verschiedener konstant thätiger Faktoren. Als solche kommen in erster Linie die Geburts- und Sterblichkeitsverhältnisse in Betracht (s. Geburtsstatistik und Sterblichkeitsstatistik). Im allgemeinen überwiegen die Geburten der Knaben an Zahl die der Mädchen. Die größere Sterblichkeit des männlichen Geschlechts auf den niedern Altersstufen, die schon in der stärkern Beteiligung der Knaben an den Totgeburten zum Ausdruck