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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bienewitz - Bierdruckapparat

stinianischen Codex" (Berl. 1833), "Das engl. Geschwornengericht" (3 Bde., Lpz. 1852-55), "Wechselrechtliche Abhandlungen" (ebd. 1859).

Bienewitz, Peter, s. Apianus.

Bienfaiteur (frz., spr. bĭängfätöhr), Wohlthäter.

Biennal (lat.), zwei Jahre dauernd, auch alle zwei Jahre wiederkehrend.

Bienne (spr. biänn), franz. Name der Stadt Biel (s. d.)

Biennis (lat.), zweijährig, in der Botanik die Bezeichnung von Pflanzen, die erst im zweiten Jahre Blüten und Früchte tragen und dann absterben; das Zeichen dafür ist ^[img].

Biennium (lat.), ein Zeitraum von zwei Jahren.

Bien public (frz.), s. Bien.

Bienséance (frz., spr. bĭängßeángh), Wohlanständigkeit; bienséant (spr. bĭängßeáng), wohlanständig.

Bienveillance (frz., spr. bĭängwäjángß), Wohlwollen; bienveillant (spr. Bĭängwäjáng), wohlwollend.

Bienvenu (frz., spr. bĭängw'nü), willkommen.

Bier, s. Bier und Bierbrauerei (S. 992).

Bierbeschauer, s. Bier und Bierbrauerei

Biercomment, s. Comment.

Biercouleur, s. Bier und Bierbrauerei (S. 1000 a) und Karamel.

Bierdruckapparat, auch Bierpression genannt, eine Vorrichtung, welche das zum Ausschank kommende Bier fortwährend unter erhöhtem Druck hält und ein Entweichen der Kohlensäure verhindert, wodurch das Bier während der ganzen Dauer des Abzapfens seinen frischen Geschmack behält. In der nachstehenden Fig. 1 ist die Einrichtung eines solchen Apparats veranschaulicht. Durch die meist einfach wirkende Luftkompressionspumpe A wird die Luft in dem Luftkessel B bis zu einer Spannung von 1 bis 2 Atmosphären Überdruck zusammengepreßt; die Höhe dieser Spannung läßt ein passend angebrachtes Manometer in erkennen. Von diesem mit komprimierter Luft gefüllten Reservoir führt ein durch einen Hahn verschließbares Rohr r zu dem zum Ausschank bestimmten Faß und wird mit demselben durch einen eigentümlich geformten Hahn n luftdicht verbunden. Der letztere hat zu diesem Zweck ein konisch anlaufendes Gewinde, mit welchem er in der in dem Fasse angebrachten, zu seiner Aufnahme bestimmten Öffnung befestigt wird und so einerseits die Verbindung mit dem Luftkessel herstellt, andererseits das Bier durch ein bis nahe auf den Boden reichendes Rohr bis zur Ausschankstelle C führt, wo es beim Öffnen des Auslaßhahns mit einer der ausgeübten Pressung entsprechenden Geschwindigkeit in das untergehaltene Glas läuft. Die Ausschankstelle kann daher in beliebige Entfernung von den Bierfässern verlegt werden; es ist also die Möglichkeit geboten, dieselben während des Ausschanks im Keller liegen zu lassen. Zugleich gestattet die Anwendung dieses Apparats, die mit dem Bier in Berührung kommende Luft aus der äußern Atmosphäre anzusaugen und erforderlichenfalls durch einen mit Watte gefüllten Behälter von allen Staubteilen zu reinigen. Die Abbildung zeigt ferner eine Anordnung des B., welche gestattet, drei Sorten Bier gleichzeitig an der Ausschankstelle C zu verzapfen. Zu dem Zwecke ist der Luftkessel mit zwei weitern Fässern durch die Hähne p und o und die Röhren t und s in Verbindung gebracht und die Ausschanksäule trägt drei Auslaßhähne. Um für große Restaurationen mit bedeutendem Bierkonsum das häufig notwendig werdende Nachpumpen von Luft in den Luftkessel leicht und schnell zu bewirken, hat man selbstthätige Luftkompressionsapparate konstruiert, die durch den Druck der städtischen Wasserleitung in Thätigkeit versetzt werden. Nach Vorschlägen von W. Raydt in Hannover wird die Luftpumpe der B. durch einen mit flüssiger Kohlensäure gefüllten Behälter aus Schmiedeeisen ersetzt, in dem die allmählich wieder gasförmig werdende Kohlensäure dann den erforderlichen Druck abgiebt.

^[Fig. 1]

Dem Bedürfnis kleinerer Schanklokale mit geringerm Konsum entspricht der in Fig. 2 dargestellte transportable B., welcher in kompendiöser Form alle Teile des oben beschriebenen enthält. A ist die Luftkompressionspumpe, B der Luftkessel und C der Auslaßhahn. Der ganze Apparat ist direkt auf dem Faß zu befestigen und gestattet bei bequemer Handhabuug ein Verzapfen des Biers mit allen Vorteilen des großen Apparats. Zur Herstellung von B. dürfen nur Metalllegierungen verwendet werden, welche nicht mehr als 1 Proz. Blei enthalten.

^[Fig. 2]

Da es für den Wohlgeschmack des Biers sowie in gesundheitlicher Hinsicht von größter Wichtigkeit ist, daß bezüglich der Reinigung der Rohrleitung und der übrigen Teile der B. die gewissenhafteste Sorgfalt beobachtet wird, haben in neuester Zeit die Behörden Veranlassung genommen, die zweckmäßige Reinigung der betreffenden Rohrleitungen anzuordnen und an vielen Orten einen eigens hierzu konstruierten Dampfreinigungsapparat zu empfehlen. Die umstehende Fig. 3 zeigt eine derartige Konstruktion nach dem System des Ingenieurs Sincholle. Durch einen mit dem Apparat in Ver-^[folgende Seite]