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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bihat; Bihatsch; Bihe; Biisk; Bija; Bijns; Bijouterie; Bijsk; Bikaner; Bikanir; Bikelas

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Bihat – Bikélas

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bihargebirge'

Juli alle Viertelstunden mit starkem unterirdischen Brausen eine bedeutende Menge Wassers ausstößt. Das Gebirge ist erst in neuerer Zeit wissenschaftlich durchforscht und vollständig beschrieben worden. – Vgl. Schmidl, Das B. an der Grenze von Ungarn und Siebenbürgen (Wien 1863), und Joh. Hunfalvy, A magyar birodalom természeti viszonyainak leirása (Physik. Geographie Ungarns und seiner Nebenländer, Budapest 1864).

Bihat (sonst Dschihlam, s. d.), Fluß im Pandschab (s. d. und Hydaspes).

Bihatsch (Bihać). 1) Kreis in Bosnien, hat 5522,52 qkm und (1885) 158224 E., darunter 71130 Mohammedaner, 80434 Griech.-Orthodoxe, 6502 Katholiken und 151 Israeliten und zerfällt in die 6 Bezirke B. (21351 E.), Cazin (30795 E.), Ključ (19534 E.), Krupa (36731 E.), Petrovac (23776 E.) und Sanskimost (26037 E.). Der Kreis hat 4 Städte, 8 Märkte und 309 Dörfer. –

2) Hauptstadt des Kreises und Bezirks B., auf einer Insel der Una, in 247 m Höhe, hat (1885) 3506 meist mohammed. E., darunter 420 Griech.-Orthodoxe, 499 Katholiken und 134 Israeliten, in Garnison 1 Bataillon des bosn.-herzegowin. Infanterieregiments Nr. 2 und ist Sitz einer Flügelstation des Gendarmeriekorps. – B. wurde von Bela IV. von Ungarn (1235–70) gegründet, und ihre Umgebung war in den Jahren 1592, 1717 und 1739 Schauplatz blutiger Kämpfe. 1850 von den Aufständischen genommen und 27. April 1851 von Iskender-Beg im Sturm erobert, wurde B. von den Arnauten geplündert. Auch 1878 bei der Occupation durch die Österreicher bildete die Festung B. den Schauplatz heftiger Kämpfe. Am 7. Sept. gingen die Österreicher mit 6 ¼ Bataillonen und 8 Geschützen gegen die von den Insurgenten (5000 Mann) besetzte Stadt vor, der Angriff scheiterte jedoch vollständig unter großen Verlusten (21 Offiziere, 533 Mann). Am 18. Sept. lieferten die Österreicher den Insurgenten ein glückliches Gefecht, worin sie den wichtigsten Abschnitt des Vorgeländes von B. in Besitz nahmen; ihr Verlust belief sich auf 5 Offiziere, 172 Mann. Am folgenden Tage ergab sich das von Insurgenten verlassene B. Die Österreicher erbeuteten 5 Geschütze, 1 Mörser und viele Munition.

Bihē, Landschaft im südl. Teil der portug. Kolonie Angola in Westafrika, liegt in 1600 m Höhe im Quellgebiet des Kuansa, Kunene und Kubango auf einer sehr fruchtbaren Hochfläche. Die Bevölkerung, an 20000 Köpfe stark, besteht aus einer Mischung von Negern der verschiedensten Stämme und aus Weißen. Diese Mischrasse ist sehr intelligent, kundig des Lesens und Schreibens, gewinnsüchtig und in Handelsgeschäften den Portugiesen überlegen. Das Klima gilt als günstig; nur in der Regenzeit herrschen Fieber. Die Hauptorte Belmonte und Kangombe liegen nahe beieinander.

Biisk, richtiger Bijsk. 1) Bezirk im W. des russ.-sibir. Gouvernements Tomsk, hat 125730,2 qkm mit 311410 E., ist von den Ausläufern des Altai durchzogen, aber fruchtbar. –

2) Bezirksstadt im Bezirk B., rechts an der Bija, unweit der Vereinigung mit der Katunja, 552 km südlich von Tomsk, hat (1885) 17560 E., 2 Kirchen; Gerbereien, Ackerbau, Viehzucht, Bienenzucht, lebhaften Handel mit den benachbarten Kalmücken und China. B. wurde 1747 zum Schutz der Kolywanschen Bergwerke gegründet und war bis 1797 mit Festungswerken versehen.

Bija, einer der Quellflüsse des Ob, entspringt dem Telezkersee am Altai, bahnt sich seinen Weg ↔ durch schmale Schluchten und vereinigt sich nach einem Laufe von 222 km unterhalb der Stadt Biisk mit der Katunja.

Bijns (spr.beins), Anna, die berühmteste vläm. Dichterin des 16. Jahrh., geb. 1494 zu Antwerpen, gest. daselbst 10. April 1575. Sie wurde von ihren Zeitgenossen die brabantische Sappho genannt. Ihre Sprache ist bilderreich und wohlklingend, noch heute entzücken ihre Verse durch die kraftvolle Ausdrucksweise und die erstaunliche Technik, so namentlich die «Refereinen» (Antw. 1528). Der Reformation abgeneigt, griff sie die Lutheraner heftig an. Ihre Werke wurden nach 1668 vergessen und erst in unserer Zeit neu gedruckt (Bd. 1, Gent 1886), die «Refereinen», mit Erläuterungen von van Helten und Jonckbloet (1875 u. 1880) herausgegeben.

Bijouterie (frz., spr. bischut'rih, von bijou, Kleinod), Bezeichnung für denjenigen Teil der Goldschmiedekunst (s. d.), die sich vorzugsweise mit der Herstellung von Schmuckgegenständen aus edlen Metallen beschäftigt. Seit den ältesten Zeiten sind Gegenstände der B.: Diademe und sonstiger Haarschmuck, insbesondere Nadeln; ferner Halsbänder, Colliers, Ketten verschiedener Art, Medaillons, Ohrgehänge, Ringe, Armbänder, Broschen, Agraffen, Schnallen u.s.w. Über die Fabrikation der Bijouteriewaren s. Goldschmiedekunst. – Vgl. Moreau, Guide pratique du bijoutier (Par. 1863); Fontenay, Les bijoux anciens et modernes (ebd. 1887).

Bijsk, s. Biisk.

Bikaner, s. Bikanir.

Bikanir (engl. Bickaner). 1) Vasallenstaat des Indobritischen Reichs, zu der Agentschaft Dschaipur der polit. Agentschaft Radschputana gehörig, zählt auf 57859 qkm (1881) 509021E., darunter 436190 Hindu, 50874 Mohammedaner, 21943 Dschain; 1891 insgesamt 831210 E. Der Nordwesten und ein Teil des Nordens liegen in der großen Tharwüste; nach Südwesten ist der Boden hart und steinig; am wenigsten unfruchtbar ist die Nordostecke. Die regierende Familie ist aus dem Rahtorstamme der Radschputen. –

2) Hauptstadt des Staates B., liegt unter 28° nördl. Br. und 73° 22‘ östl. L. auf hartem, steinigem Boden und macht mit der Ringmauer und seinen Türmen aus der Ferne einen gewaltigen Eindruck. B. hat (1891) 56252 E., darunter 41008 Hindu und 10490 Mohammedaner.

Bikélas (Vikélas), Demetrios, neugriech. Schriftsteller, geb. 1835 auf Syra, ging nach Vollendung seiner Studien nach London, wo sich seine Eltern als Kaufleute niedergelassen hatten, und lebt seit 1874 in Paris. Sein Erstlingswerk ist ein Bändchen griech. Gedichte («Stichoi», Lond. 1862; 2.Ausg., Athen 1885). später widmete er sich mit Eifer und Erfolg der Aufgabe, die Dramen Shakespeares durch metrische Übersetzungen (die auch in Athen, Smyrna, Alexandria und Konstantinopel aufgeführt wurden) in Griechenland bekannt zu machen. Bis jetzt erschienen «Romeo und Julia», «Othello», «König Lear» (1876), «Macbeth» und «Hamlet» (1882), «Der Kaufmann von Venedig» (1884), die ersten fünf auch in Volksausgaben (1885–90). Von B.' Prosaschriften behauptet die erste Stelle die Erzählung «Lukis Laras» (1879 in der Athener «Hestia»), die in 13 Sprachen übersetzt ist (deutsch von Wagner, Hamb. 1879; von Lange, in Reclams «Universalbibliothek»). Dazu kommen griech. Novellen (Athen 1887; französisch von Queux de St.-Hilaire, Par. 1887; zum Teil deutsch von Boltz [in «Hellen. Er-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 1008.