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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Birmingham

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Birmingham (in England)

haw) von Awa ein. Die Unterthanen waren unter ihm in völliger Sklaverei, der König verhängte nach Willkür Folter, Gefängnis oder Tod, sodaß zahlreiche Einwohner das Land verließen und nach Britisch-Birma auswanderten. Den Anlaß zum Zerwürfnis mit England gaben Streitigkeiten mit der Bombay-Birma-Handelsgesellschaft, deren Eigentum König Thiba konfiscieren ließ. Ein engl. Ultimatum vom 17. Okt. 1885, das gemeinsame Regelung des Streitfalles verlangte, wurde abgewiesen, und schon im November rückten engl. Truppen unter General Prendergast in B. ein. Am 17. Nov. wurde Minla am Irawadi nach heftigem Kampf erobert, 28. Nov. Mandale ohne Schwertstreich besetzt und ein Waffenstillstand geschlossen. Der König gab sich kriegsgefangen, wurde nach der Präsidentschaft Madras gebracht und dort interniert. Am 1. Jan. 1886 wurde B. durch den Vicekönig von Indien, Lord Dufferin, in engl. Verwaltung genommen und im März dem Indobritischen Reiche einverleibt. Schon im April erhob sich ein Aufstand, ein großer Teil von Mandale wurde eingeäschert und die engl. Truppen zurückgedrängt, sodaß General Roberts im November das Land von neuem erobern mußte, das seitdem unter engl. Verwaltung einen bedeutenden Aufschwung genommen hat.

Vgl. (außer Forchhammers Werken über den Schwe-Dagon [s. d.] und die erste buddhistische Mission) u. a. Wilson, Documents illustrative of the Burmese war (Kalkutta 1827); Yule, A narrative of the mission to the court of Ava (Lond. 1858); Bastian, Reisen in B. (Lpz. 1866); Laurie, Pegu; or operations of the Burmese war (Lond. 1853); ders., Our Burmese wars and relations with Burma (ebd. 1880); Joest, Ein Besuch beim König von B. (Köln 1882); Phayre, History of Burma including Burma proper, Pegu, Taunga, Tenasserim, and Arakan (Lond. 1883); Sangermano, A description of the Burmese Empire, compiled chiefly from native documents; translated by W. Tandy (Prome 1853; 2. Aufl., Rangun 1885). Betreffs Statistik vgl. The British Burma Gazetteer (2 Bde., Rangun 1879‒80) und Hunter, Imperial Gazetteer of India (14 Bde., Lond. 1885‒87); Geary, Burma after the conquest (ebd. 1886).

Birmingham (spr. börmingämm), die viertgrößte Stadt Englands, im nordwestl. Teile der Grafschaft Warwick,liegt unter ^[Abb.: Wappen von Birmingham; <abbildung typ="Textfigur" x="28", y="903", width="151", height="153"></abbildung>] 52° 59' nördl. Br. und 1° 18' westl. L. von Greenwich in 137 m Höhe an einem Hügelzug.

Bevölkerung. B. hatte (1700) 15000 E., (1801) 73670, (1831) 146986, (1841) 182922, (1851) 232814, (1861) 296076, (1871) 343787 und (1881) 400757 E. 1891 ergab die Zählung des eigentlichen B. 245508 E. und 49281 Häuser, die des County Borough 429171 E. und 85624 Häuser. Rechnet man aber Aston-Manor (s. d., 68639 E.) und die schon in Worcestershire und Staffordshire gelegenen Vororte Balsall Heath (30581), Handsworth (32756) und Saltley (9813 E.) dazu, die wirtschaftlich zu B. gehören, so steigt die Bevölkerung auf 570460 E.

Anlage, Bauten und Denkmäler. B. macht als echte Fabrikstadt keinen angenehmen Eindruck; doch sind in letzter Zeit im Innern der Stadt die engen krummen Gassen größtenteils verschwunden und an Stelle älterer Wohnhäuser großartige Geschäftsgebäude aufgeführt worden, die das Straßenbild wesentlich verändert haben. Die schönsten Teile der Stadt sind New-Street, Corporation-Street und Colmore-Row. In Edgbaston, dem Westend von B., liegen die Villen der Fabrikherren; die Arbeiterbevölkerung wohnt in den alten ungesunden Vierteln im Innern, größtenteils aber in eigenen, mit Gärten versehenen Häuschen der Peripherie, woraus sich die gewaltige Ausdehnung der bebauten Fläche (etwa 8500 Acres) und die geringe Durchschnittsziffer (5) der Bewohner auf ein Haus erklärt. In den Vorstädten Deritend und Digbeth stehen noch Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrh.; aber alle öffentlichen Gebäude sind neuern Ursprungs. Das schönste unter ihnen ist das Stadthaus (Town-Hall), 1832‒50 nach dem Muster des röm. Tempels des Jupiter Stator erbaut, mit 8 korinth. Säulen in der Front und 13 auf jeder Seite; der große Saal mit schöner Orgel ist 42,7 m lang, 20,5 m breit, und 20,5 m hoch. Hier finden alle 3 Jahre die großen Musikfeste statt. Außerdem sind zu nennen: das großartige 1878 für beinabe 200000 Pfd. St. erbaute Council House mit Gemälde- und Waffensammlung, die Markthalle (1838), Börse, Freimaurerhalle, das Zellengefängnis, Irrenhaus, der Riesenbau der Bingley Hall für Ausstellungen und Versammlungen, sowie die großen Hospitäler und die Gebäude der Politischen Klubs. B. hat 42 Kirchen der Church of England und zahlreiche Kirchen und Kapellen der Katholiken, Methodisten, Independenten, Unitarier, Baptisten und Presbyterianer, darunter die 1873 für 30000 Pfd. St. neu hergerichtete St. Martinskirche, die kath. Kathedrale, beide im got. Stil, die hochgelegene St. Philippuskirche und die Synagoge. Zahlreich sind die Denkmäler: von Nelson auf dem Bull-Ring, dem Prinz-Gemahl (1868), der Königin Victoria (1884), Sir Rowland Hill vor der Hauptpost, von Priestley, James Watt, Sir J. Mason und Sturge, dem Vater der Fabrikgesetzgebung, sowie der Chamberlainbrunnen und der Burnaby-Obelisk. Der Centralbahnhof inmitten der Stadt bedeckt über 4 ha und hat eine Halle von 330 m Länge.

Unter den Unterrichtsanstalten nimmt die erste Stelle ein das von dem jüngern Barry (1855‒65) gebaute Birmingham and Midland Institute, in ital. Stil, mit einer korinth. Säulenhalle; es enthält, außer einer freien Bibliothek, Lesezimmern und Sälen zu öffentlichen Vorlesungen, ein naturgeschichtliches und industrielles Museum und eine Kunstschule. Die 1552 von Eduard Ⅵ. gestiftete, 1831 für 50000 Pfd. St. im got. Stile aufgeführte Lateinschule umfaßt seit 1878 eine höhere Lehranstalt (3‒400 Schüler), eine höhere Töchterschule (200 Schülerinnen); ferner 3 Lateinschulen mit zusammen 800 und 4 Mädchenschulen mit 700 Zöglingen. Daneben bestehen eine Queen's Faculty (für Mediziner) in Verbindung mit dem von J. Mason gestifteten Science College mit 14 Professoren (6‒700 Studierende) mit einem Fonds von 209938 Pfd. St., ein Seminar für kath. Priester, zwei öffentliche Bibliotheken mit zusammen 50000 Bänden (mit Shakespeare-Sammlung), ein Litterarisches Institut (Athenäum), ein Polytechnisches Institut und ein Kunstverein mit Akademie und halbjährlichen Gemäldeausstellungen. Die Stadt besitzt 4 große Theater, darunter das Prince of Wales-Theater im NW. der Stadt, und 5 tägliche Zeitungen. Auch für die Volksbildung ist durch eine große Menge Frei- und andere Schulen unter Oberleitung des