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Brockhaus' Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Brandgranaten - Brandmarkung
Brandgranaten, s. Brandgeschosse.
Brandarubengräber, s. Vraudpletter.
Brandyarz oder Brenzbarz, die bei der Rek-
tifikation der Bvandöle zurückbleibenden, beim Er-
kalten erstarrenden Massen, z. B. das bei der
Destillation von Steinkohlenteer gewonnene Stein-
Brandhirfch, s. Edelhirsch. ^kodk'npech.
Brandhvf, Einzelhof im Gerichtsbezirt Maria-
Zell der österr. Vezirtshauptlnannsckaft Vruck an
der Mnr, im nördl. Steiermark, znr Gemeinde Asch-
bach (1890: 3506 E.) gehörig und seit 1859 Eigen-
tum des 1891 verstorbenen Grafen von Meran, der
ihn von seinem Vater, dem Erzherzog Johann erbte,
am nördl. AbHange des Seebergs in 1116 in Hohe,
wurde 1818 vom Erzherzog als einfacher Bauern-
hof gekauft und 1822-28 nach eigenen Entwürfen
im Stil eines alten deutschen Bauerngehöftes neu .
gebaut, mit einer Kapelle (2 Bilder von Scbnorr), !
einem großen Speisesaal und reicher Kunst- und An-
tiquitätensammlung und von schönen Anlagen um-
geben, in denen sich viele seltene, selbst vom Hima-
laja stammende und hier acelimatisierte Alpenpflan-
zen befinden. Rundherum ist Alpenweide. Die zum B.
gehörige Jagdbarkeit, Gemsen, Hirsche, Rehe, Auer-
und Schildhähne umfassend, ist eine der besten des
Landes. Von dem Gehöft führte die Gemahlin des
Erzherzogs Johann (s. d.) den Titel Freiin von
Vrandhofen, ehe sie zur Gräfin von Meran er-
boben wurde. Unweit der Hochschwab (2278 m)
und die Paßhöhe des Seebergs (1254 m).
Brandhorn, s. Stackelschnecke.
Brandts, Stadt in der Amtshauptmannschaft
Grimma der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig,
1? km östlich von Leipzig, je 3 km von den Halte-
stellen Machern der Linie Leipzig-Riesa-Dresden
und Veucka-B. der Linie Leipzig-Döbeln-Dre^den
der Säcds. ^taatsbahnen, hat (1890) 2179 meist
cvang. E., Post,Telegraph, ein Rittergut mit Schloß,
Fasanerie; ergiebige Vraunkohlenwcrke, bedeutende
Steinbrüche, Dampfziegeleien, Dampfmahlmühle,
Wcbcröscn- und Papierwarenfabrik sowie Handel
mit Arzneipflanzen. - B. wurde von den Sorben ge-
gründet, hieß ursprünglich Noi-imi^i und kam 974
an das Stift Merseburg. 1637 und 1696 brannte
die Stadt fast gänzlich nieder.
Brandis, Christian Aug., Geschichtschreiber der
griech. Philosophie, geb. 13. Febr. 1790 zu Hildes-
beim, widmete sich zu Kiel und Göttingen dem Stu-
dium der philol. und philos. Wissenschaften und
dielt seit 1813 zu Kopenhagen erst als Privatdocent,
dann als Lektor und Adjunkt der philos. Fakultät
philos. Vorlesungen. Später ging er nach Berlin,
wo er an der Universität kaum seine Vorlesungen
begonnen hatte, als ihn 1816 Niebuhr bewog, als
Sekretär der preuh. Gesandtschaft mit nach Rom
zu gehen. Tann sammelte B. im Auftrage der Ber-
liner Akademie mit Immanucl Bekker die Materia-
lien zu dcr von der Atademie unternommenen großen
tritiscbcn Ausgabe der Werke des Aristoteles (5 Bde.,
Berl. 1^31 fg.). Nachdem er zu diesem Behufe seit
1819 die wichtigsten Bibliotheken Italiens, Frank-
reichs und Englands durchforscht hatte, trat er 1821
eine ord. Professur zu Bonn an. 1837 folgte er
einem Rufe nach Griechenland, wo er als Kabinetts-
rat des Königs verweilte, bis er 1840 nach Bonn
zurückkehrte. Hier starb er 24. Iul: 1^7. B. be-
sorgte eine Ausgabe der "Metaphysik" des Aristo-
teles und Theophrast (Bd. 1, Verl. 1823), der "8cko-
Nti. w ^.riätoteleiu" sebd. 2836) und der "Zctwiia
ßraecg. iu ^ri8t0t6Ü8 in6t3.p1ix8icHiiiu (ebd. 1837).
Von 1827 bis 1830 gab er in Gemeinschaft mit Nie-
buhr das "Rhein. Museum für Philologie, Geschichte
und grieck. Philosophie" heraus. Außerdem veröffent-
lichte er "Mitteilungen über Griechenland" (3 Bde.,
Lpz. 1842) und seine beiden Hauptwerke "Handbuch
der Geschichte der griech.-röm. Philosophie" (3 Bde.,
Verl. 1835-66) und "Geschichte der Entwicklung
dcr gricä). Pbilosophie" (2 Bde., ebd. 1862-64). -
Vgl. Trendelenburg, Zur Erinnerung an Christian
August V. (Berl. 1868).
Brandts, Dietrich, Botaniker und Forstmann,
geb. 31. März 1824 zu Bonn, besuchte die Universi-
täten Kopenhagen, Göttingen, Bonn, war 1849-55
Privatdocent der Botanik in Bonn und wurde 1855
nach Ostindien berufen, um die Teakwaldungen der
neucrworbenen Provinz Pegu in Vritisch-Birma zu
verwalten; später wurde er mit der Forstverwaltung
in allen Provinzen von Britisch-Birma betraut und
1862 nach KaUutla an die Centralregierung von
Britisch-Ostindicn berufen, um die Forstverwaltung
zu organisieren, 1864 zum General-Forstinspektor
ernannt. 1883 nahm er seinen Abschied und lebt
seitdem in Bonn. 1887 wurde er als Sir Dietrich
B. in den engl. Rittcvstand erhoben. B. vollendete
das von I. Lindsay Stewart begonnene Werk: "^6
I^orssr I^knH ot XoiUl'>V68t and l^nti^i luäia"
(1 Bd. Tert und 1 Bd. Tafeln in Quart, Lond. 1874).
Brandkasscn, s. Feuerversicherung.
Brandkataster, s. Kataster.
Brandkitt, eine Mischung von Ziegelmehl,
Asche, Feilspänen und Leimwasser oder geschlemm-
tem Lehm und Mehlkleister, die das Holzwerk von
Gebäuden gegen Anbrennen sichert. Bei Lustfeuer-
werten nennt man B. eine Mischung von Hammer-
schlag, Fcilspänen, Ziegelmehl, ungelöschtem Kalk
und Roggenmehl zum Schutz der Feuerwerkskörper
gegen zu rasches Verbrennen.
Brandknechte, s. Brandmeister.
Brandkugeln, s. Brandgeschosse.
Brandl, Vincenz, Historiker, geb. 4. April 1834
in Altbrünn in Mähren, wurde 1861 zum mährisch-
schles. Landesarchivar ernannt. Er setzte den 1836
von Voczek begonnenen "lüoäox (1iz)1oniHticu8 6t
6^i8w1ll.ii8 ^1oi'3.via6n fort und veröffentlichte 1874
- 90 den 8. bis 12. Band desselben, welche das
diplomat. Qucllcnmatcrial für Mährens Geschichte
bis zum Schlüsse des 14. Jahrh, enthalten. Ferner
aab er heraus "I^idri citatio^um 6t 86M6utiHluiu",
Bd. 1-6 (Brunn 1872 fg.), eine kritische Ausgabe
des sog. Rosenbcrgcr und Tobitschauer Rechtsbuchs
(s. d.), die "Briefe und Memoiren des mähr. Landes-
hauptmanns Karl des Altern von Zierotin" (5 Bde.,
Vrünn 1866-72), "(^lo^arium iI1u8ti-aQ8 dolio
luicoiiioi'Ävic^L 1ii8t(ii-iH6 tuiit68" (ebd. 1876) u. a.
Brandliniment, soviel wie Brandsalbe (s. d.).
Brandloch, diejenige Ofsnung bei Zündern und
Brandgcschossen, durch welche die im Innern ent-
stehenden brennenden Gase nach außen entweichen.
Brandmal, s. Muttermal.
Brandmalerei, s. Holzbrandtechnik.
Brandmarkung ("tig-m^ innr6l6), das Ein-
brennen von Buchstaben oder Zeichen, z. V. eines
'Rades, auf den Körper eines Menschen als Strafe.
Die Römer brannten entflohenen und wiedererlang-
ten Sklaven ein 1^ (t'n^iuvnL) auf und versahen auch
die zu Zwangsarbeit in den Bergwerken Verurteilten
mit einem Vrandzelchen. Dasselbe sollte nach Kon-
stantins Verordnung nur auf den Händen. Armen