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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Brierley - Brigadeschulen
inspecteur der Mannetruppen, 1890 zum Comman-
deur des neu errichteten 20. Armeekorps ernannt.
Brierley (spr. breierli), Benjamin, enal. Schrift-
steller und Dialektdichter, geb. 26. Juni 1826 zu
Failsworth in Lancaster. Als Sobn eines armen
Webers dürftig erzogen, bildete er sich selbst; Sbake-
speare, Vurns und Byron regten sein Dichten an.
1855 gab er die Seidenweberei in Manchester auf
und widmete sich der Schriftstellers, namentlich
mit Erzählungen aus Lancashire; 1849 war sein
erster Versuch erschienen: "^I^ nuci6'8 ßardsn."
Er gab in Manchester das "^oui-ug.1 of 1it6i-g.wi-6,
8ci6iic6 aull ll.lt", dann ein "86H-8iä6 Journal" (seit
1878) heraus. Auch schrieb er viele Lieder und Ge-
schichten, z. V. "^3.168 3.uä 8k6t"k68 ol I^9.ucll.8iiir6
1if6v (1862-63; Neuausg. 1885-86), "1d6 1^-
rock ol I^ll.ussl67-8iä6" (1864), "1rkclHi6" (1865), die
Christfesterzählung "Our oiä oliimu6^ii00k"(1868),
"I?Q6 I^g.nc3.3liii'6 V63.V6I' i6g.d, ". dom68tic ärHMÄ"
(1870), "^d6 c0tt6i-8 ol Uo88dni-ii" (1871), "^ trip
t0 iQii-Im6r6 auä Z0ri'0^(^l6" (1878), "?6n' 0ltQ8
0' luu" (1881), "1'Ii6 ^6tti6crlrd8 at Viaekpool"
(1886), "I1NM0I-0N8 rti7M68" (1889). Eine Aus-
gabe von B.s "^V0i-l<8" erschien seit 1882 in Man-
chester; außerdem "^i^ktg ^itii L6N V., d6iuZ 3.
86l6eti0I1 ol I^ll.l1"H8iiir6 r63.lIil1F8" (1885), "(^6M8
fioin tli6 pr086 ^ork8 l)f Z. V>> (1890) und "Ü0M6
M6M0I-i68, 3,11(1 I'60"1l6(;ti()I18 (>f 3. lilk" (1886).
Vrierley Hill (spr. breierli), Stadt in der engl.
Grafschaft Stafford, 4 km südwestlich von Dudley,
am Stour, hat (1391) 11831 E., Kohlengruben,
Eisen- und Glashütten, Töpfereien und Ziegeleien.
Bries, ungar. Vi'6xiwdä.iix9., ehemalige königlich
ungar. Freistadt, jetzt Stadt mit geordnetem Magi-
strat im Sohler Komitat, am Granflusse, in 498 m
Höhe, hat (1890) 3783 meist slowak. E. (164 Ma-
gyaren, 128 Deutsche), Schafzucht, Käsebereitung
(besondersBriesen-oderBrinsenkäse aus Sckaf-
milch, der weit versendet wird) und Bienenzucht,
einen Eisenhammer und ein Hüttenwerk; doch hat der
Bergbau an Bedeutung viel verloren. Der ehedem
deutsche Ort ist jetzt vollständig slawisiert.
Briefen. 1) Kreis im preuß.Neg.-Bez. Marien-
werder, hat 704,W cikm, (1890) 39863 (19208
mä'nnl., 20655 weibl.) E., 2 Städte, 50 Landge-
meinden und 69 Gutsbezirke. - 2) B. in West-
preußen, Kreisstadt im Kreis B., an den Quellen
der Struga, eines Zuflusses der Drewenz, und der
Linie Thorn-Allenstein der Preuß. Staatsbabnen,
hat (1890) 5042 (2404 männl., 2638 weibl.) E.,
darunter 2111 Evangelische und 518 Hsraeliten,
Post zweiter Klasse, Telegraph, Amtsgericht (Land-
gericht Thorn), Zoll- und Steueramt; je eine evang.
und kath. Kirche, ein Vaptistenbethaus sowie eine
Synagoge; lebhaften Handel mit Schweinen und
Getreide und 8 Vieh- und Pferdemärkte. - B.
wurde 125)0 gegründet und hieß ehemals Fried eck;
das Schloß Fncdcck (heute Ruine) wurde 1311 vom
Bischof von Kulm gebaut. 1414 wurde B. von
Polen und Litauern fast völlig eingeäschert.
Vriesenkäse, s. Vries.
Vriestermilch, s. Colostrum.
Brie-sur-Marne, falsche Schreibung für Bry-
sur-Marne (s. d.>.
Brie-sur-Yeres, s. Vrie.
Brieuc, s. Saint-Brieuc.
Brig. 1) Bezirk im schweiz. Kanton Wallis, bat
(1888) 5)553 E., darunter 56 Protestanten, und 11
Gemeinden. - 3)V. oder Brieg (frz. Nli^l6; ital.
Lri^a), Marktflecken und Hauptort des Bezirks V.,
in 680 ui Höhe, 50 km östlich von Sitten (s. d.), links
von der Rhone bei der Mündung der Saltine, an
der Linie Bouveret-B. (117 km) der Westschweiz.
Bahnen (Simplonbahn) und an der Simplonstraße.
hat (1888) 1172 kath. E., ein ehemaliges Jesuiten
tollegium, jetzt Gymnasium, ein Ursulinerinnew
kloster, eine 1662 erbaute Kirche und ein vieltürmi-
ges Schloß (Stockalperpalast) mit sehenswertem
innern Hof und großem Rittersaal. Die Bauan
V.s erinnert schon vielfach an das nahe Italien.
Vrigach, Quellfluß der Donau (s. d.).
Brigade, ein meist von einem Generalmajor
kommandierter Truppenkörper von 2 bis 3 Regimen-
tern Infanterie, Kavallerie oder Artillerie. Danack
giebt es Infanterie-, Kavallerie- und Artilleriebri-
gaden. In kleinern Armeen, wo kein Regiments-
verband der Infanterie besteht, sind die Infanterie-
brigaden aus selbständigen Bataillonen gebildet.
Artilleriebrigaden giebt es im Deutschen Reiche für
Feld- und Fußartillerie. Der Name ist ursprünglich
italienisch, di'iF2.tH; im Kriege bedeutet er allgemein
eine größere, aus einer Waffengattung bestehende
Truppenabteilung. Gustav Adolf von Schweden
gab ihm zuerst eine bestimmte Bezeichnung, indem
er je 2 Regimenter Fußvolk zu einer B. verband,
die auch ihre eigene Uniform erhielt. In der franz.
Armee hieß eine Zeit lang die Hälfte der ganzen
Streitmacht B., jede unter einem Marschall,; Tu-
renne führte dann die aus einer unbestimmten Zahl
von Bataillonen gebildete B. als taktischen Körper
der Infanterie ein. Im 18. Jahrh, wurde die B.
von 2 Regimentern (Infanterie oder Kavallerie) fast
in allen Armeen normal. Gemischte B. aus allen
Waffen entstanden im preuß. Heere bei dessen Re-
organisation 1808; sie waren 7 Bataillone, 12 Es-
kadrons, 2 Batterien stark, einige noch stärker; die
ganze Armee war aus 6 B. zusammengesetzt. Der
Name blieb ihnen während der Befreiungskriege, wo
sie bis zur Stärke der Divisionen anderer Heere an-
wuchsen, und wurde erst 1819 mit Division ver-
tauscht. In der österr. Armee war die B. (2Infan-
terieregimenter und 1 Iägerbataillon) längere Zeit
die höchste taktische Einheit der Infanterie, im Kriege
wurde ihr gewöhnlich eine Fußbatterie beigeaeben'
gegenwärtig besteben in der österr.-ungar. Armee
auch Infantenetruppen-Divisionen, denen im Frie-
den die Kavalleriebrigaden zugeteilt sind. Gemischte
V. werden nur noch für vorübergehende Zwecke ge-
bildet. Abweichend von dieser allgemeinen Bedeu-
tung wurden vor 1806 in der preuß. Armee aucb
die Feldbatterien B. genannt. Bei den technischen
Truppen beißen kleinere für bestimmte Zwecke for-
mierte Abteilungen B., wie Sappen-, Faschinen-,
Mineurbrigaoen.
Vrigadeschulen, in Preußen die 1816 zur
Vorbildung von Offizieren der Infanterie und
Kavallerie errichteten militär. Bildungsanstalteu,
die, als 1818 die Armeekorps anstatt in Brigaden
in Divisionen eingeteilt wurden, den Namen Divi-
sionsschulen annahmen. - V. hießen in frühern
Zeiten auch Unterrichtskurse bei den preuß. Artillerie-
brigaden, die zur Ausbildung von Bombardieren,
Unteroffizieren und Feuerwerkern bestimmt waren.
Brigadeoffizicrschulen in Österreich sind halb-
jährige Unterrichtskurse in Reiten, Pferdedressur
und sonstigen kavalleristischen Dienstzweigen, zu
denen eine Anzabl ^ubalternofsiziere von den Re-
gimentern kommandiert werden.