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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Burketown; Burkheim; Bürklein; Bürklin; Bürkner; Burleigh; Burlesk; Burletta; Burlington

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Burketown - Burlington (Städte)

den Generalen Graf Neuwied und von Möllendorf die stark verschanzte Stellung des rechten Flügels der Österreicher auf den steilen Höhen zu beiden Seiten der Weistritz bei B. und Leutmannsdorf und wiesen einen Ausfall der Besatzung von Schweidnitz blutig zurück, worauf Daun nach Hoh-Giersdorf abzog, der König aber schon am folgenden Tage Schweidnitz angreifen konnte.

Burketown (spr. börktaun), s. Albertfluß.

Burkheim, Stadt im Amtsbezirk Altbreisach des bad. Kreises Freiburg, 13 km nördlich von Altbreisach, am Rhein und am westl. Fuß des Kaiserstuhls, hat (1890) 706 E., Post, Telegraph, kath. Kirche, Wein- und Obstbau. Nördlich auf einem Felsen Ruine der Burg Sponeck.

Bürklein, Friedr., Baumeister, geb. 1. März 1813 in Burk in Mittelfranken, widmete sich in München dem Baufach. Er baute das Rathaus in Fürth, den Münchener Bahnhof (1849) sowie viele andere Bahnhöfe in Bayern, und legte im Auftrage des Königs Max II. die Maximilianstraße in München an, deren Gebäude in einer mit Renaissance- und roman. Formen verbundenen Spitzbogenarchitektur, dem seinerzeit viel angegriffenen sog. "Maximiliansstil", ausgeführt sind. B.s Werke sind daselbst die Erweiterung des Münzgebäudes, das Regierungsgebäude, eine große Zahl von Privatgebäuden und das abschließende Maximilianeum, das freilich nach seinem Tode in veränderter Behandlung vollendet wurde. Diese Bauten haben nur das Verdienst der weitern Entwicklung der Terracotta-Architektur. B. war Professor an der Polytechnischen Schule in München, Generaldirektions- und Oberbaurat; er starb 4. Nov. 1872 in Werneck.

Bürklin, Albert, Volksschriftsteller, geb. 1. April 1816 zu Offenburg, studierte Ingenieurwissenschaften und war Oberingenieur in bad. Diensten. 1880 trat er in den Ruhestand und starb 8. Juli 1890 in Karlsruhe. Seine litterar. Thätigkeit begann er 1856 mit der Erzählung "Der Kanzleirat" (neue Bearbeitung 1886), leitete 1858-78 den von Schauenburg in Lahr herausgegebenen "Kalender des Hinkenden Boten"; hierin sowie 1863-74 in der "Illustrierten Zeitung des Lahrer Hinkenden Boten" erschien von ihm eine große Anzahl vortrefflich geschriebener echt volkstümlicher Erzählungen, Schwanke und Jahresübersichten der Weltereignisse. B. saß auch als liberaler Abgeordneter im bad. Landtage und hat den fruchtbaren Gedanken der "Fechtschulen" (s. d.) litterarisch zuerst befürwortet. Hervorzuheben ist noch die 1863 erschienene größere vaterländische Erzählung "Toni und Madlein" (1884 als Schauspiel bearbeitet). 1886-88 erschien "Der Lahrer Hinkende. Kalendergeschichten" (3 Bde.).

B.s Sohn, Albert B., geb. 20. Juni 1844 zu Heidelberg, studierte zu Freiburg und Heidelberg Rechts- und Staatswissenschaften, ward 1872 Amtmann in Waldshut, 1875 Rechtsreferent im Oberschulrat und verließ 1882 den Staatsdienst, um sich der Bewirtschaftung seiner in der Pfalz gelegenen Güter zu widmen. 1889 ward er Intendant des Karlsruher Hoftheaters. 1875-81 war er nationalliberales Mitglied der bad. Zweiten Kammer, 1877-78 und seit 1884 auch des Reichstags (für Freiburg i. Br., dann für Neustadt-Landau). Der im Juli 1893 zusammengetretene Reichstag wählte ihn zum zweiten Vicepräsidenten.

Bürkner, Hugo, Holzschneider und Radierer, geb. 24. Aug. 1818 zu Dessau, bildete sich in Düsseldorf unter Sohn als Maler, in Berlin unter Unzelmann im Holzschnitt aus; 1846 wurde er Lehrer an der Akademie in Dresden. Ein großer Teil der Werke von Richter und Pletsch, ein Teil der "Illustrierten Bibel" (3. Aufl., Lpz. 1875) sowie von Schnorrs "Bibel in Bildern" wurde in B.s Anstalt geschnitten. Alle Arbeiten zeigen das Bestreben, dem Holzschnitte seinen breiten, kräftigen Charakter zu erhalten. Das Holzschnittwerk Weigels, das Kopien alter Meister brachte, das Alte Testament Hans Holbeins, welches B. in 50 Holzschnitten herausgab (Lpz. 1850), "Hugo B.s Holzschnittmappe", A. Rethels Totentänze und Hannibalszug, den er nach den Originalaquarellen auf Holz zeichnete, zeigen, wie sehr er in den Geist der alten Formschneidekunst eingedrungen ist. Auf dem Gebiete der Radierung hat B. in dem Thronsaal des königl. Schlosses in Dresden von Bendemann (1852) und dem Bilderbrevier von Jul. Hübner tüchtige Arbeiten geliefert. Ferner radierte er für das Dresdener Galeriewerk: L. Richters Überfahrt beim Schreckenstein, Defreggers Abschied von der Sennerin, Vautiers Tanzpause, Kuntz' Betende Pilgerin, die Madonna nach Jan van Eyck (1889). Nach eigenen Entwürfen radierte er Bilder aus dem Familienleben, wie er auch bei vielen Jugendschriften sich als Illustrator beteiligte. B. ist einer der besten Vertreter des ältern Linienschnittes.

Burleigh (spr. börlĭ), engl. Staatsmann, s. Cecil.

Burlesk (die Burleske, von ital. burla, "Schwank") ist eine Komik niedern Grades, anwendbar auf alle darstellenden Künste außer der Architektur. Künstlerischen Wert hat das Burleske in der Litteratur vornehmlich dann, wenn es zugleich satir. Charakter trägt; die gesucht burlesken Gedichte Bürgers von Zeus und Europa u. dgl. stehen, weil sie der Satire entbehren und in ihnen vorwiegend das Behagen am rein Cynischen nach Ausdruck ringt, nicht eben hoch. Ein geeignetes Feld findet das Burleske in der Travestie (s. d.), wo es falsches Pathos oder krankhafte Überschwenglichkeit geißelt. Jean Paul fordert für die Travestie den Vers, wenn auch nur den Knüttelvers; das Metrum erhebt in eine höhere Welt. Schon bei den Griechen fand das Burleske künstlerische Ausbildung in der Batrachomyomachie (s. d.), vor allem in Aristophanes. Plumper, aber noch unmittelbarer dem Volksgemüt entspringend, erscheint es bei den Römern (Plautus). Meister der Burleske sind die Italiener mit dem Buffo der Volksbühne und mit der Kunstform der Epik und Lyrik, die von Berni (s. d.) ausging, später besonders im Drama Goldoni und C. Gozzi. Ähnlich ist die Entwicklung des Burlesken bei den Franzosen, deren Hauptvertreter Scarron ist. Bei den Deutschen, die schon im 15. (Fastnachtspiele) und 16. Jahrh. (Fischart) Bemerkenswertes leisteten, haben sich namentlich Abraham a Santa Clara und Seb. Sailer, bei den Dänen Holberg im Burlesken ausgezeichnet. - Vgl. Flögel, Geschichte des Burlesken (Lpz. 1794).

Burletta (ital.), kleines Lustspiel, Burleske.

Burlington (spr. börlingt’n), engl. Stadt, s. Bridlington.

Burlington (spr. börlingt’n), Name von Orten in den Vereinigten Staaten von Amerika. Darunter: 1) Hauptstadt des County Des Moines in Iowa, 330 km südwestlich von Chicago, am rechten Ufer des hier überbrückten Mississippi, Knotenpunkt mehrerer Bahnen, darunter die Chicago-, B.- und Quincybahn, hat beträchtlichen Großhandel