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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Buschammer - Büsching (Ant. Fnedr.)
starb er 5. Aug. 1800. Seinem gemeinnützigen Wir-
ken hat Hamburg, wo ihm ein Denkmal errichtet ist,
viel zu verdanken. Das größte Verdienst erwarb er
sich durch seine handelswissenschaftlichen Schriften
und durch die 1767 von ihm begründete Handlungs-
akademie. Seine "Sämtlichen Schriften über Banken
und Münzwescn" erschienen zu Hamburg 1801 (neue
Ausg. 1824); seine "Sämtlichen Schriften" zu
Zwickau (12 Bde.) 1813-16; seine "Sämtlichen
Schriften über Handlung" in Hamburg (8 Bde.)
1824-27. - Vgl. Nölting, I. G. B. (Hamb. 1801).
Bufchammer, s. Ammer (Vogelgattung).
Busch bock slrazeiapliuä 8^1v9,ticu8 H^a^'m.),
Schraubenhornantilope von der Große des Dam-
hirsches. Das in Südafrika verbreitete Tier ist ein
seltener Gast in europ. Tiergärten. Auch die Anti-
lopengattung (^pkalolopwiä heißt B. wegen eines
großen Haarschopfes zwischen den Hörnern. Die
Gattung 1i'HF6iHpIiu8 führt denselben Namen wegen
ihres Aufenthaltes im Walde oder Busch.
Busche, Hermann von dem, Humanist, genannt
Pasiphilus, geb. 1468 auf Schloß Sassenberg im
Münsterlande, war Schüler von Hegius in Deventer,
Langen in Münster, und Agricola in Heidelberg,
lebte 1486-91 in Italien, dann in Frankreich und in
Köln, war erst in Westfalen, Bremen, Hamburg,
Lübeck und Mecklenburg thätig, dann Lehrer an den
Universitäten zu Rostock, Greifswald, Wittenberg
(1502), Leipzig (1503) und Köln (1508). In Köln
verfaßte er sein bedeutendstes Werk, "VaNum 1iu>
M3.nit3.ti3" (1518; hg. von Vurckhard, Franks. 1719
u. 1745), eine gründliche und geistreiche Schutzschrift
des Humanismus, wie er auch im Dunkelmänner-
streite rücksichtslos Reuchlins Partei ergriff. Dann
trat er ganz auf die Seite Luthers und Huttens. B.
bereisteHolland und England,leitete 1517 eineSchule
in Wesel, lebte abermals in Köln und wurde 1526
Professor in Marburg. Nach einem Neligionsge-
spräch in Münster gegen den Wiedertäufer Noth-
mann starb er im April 1534 zu Dülmen. Seine
zahlreichen Schriften (darunterdie Satire "O^ti-nm"
und Epigramme) zeugen von großem dichterischem
und Sprachtalent sowie umfassender philol. Ge-
lehrsamkeit (Ausgaben lat. Schriftsteller). - Vgl.
Liessem, H. v. d. B. (Köln 1884-89, mit genauer
Bibliographie). lstark, Anton.
Busche, Hermann vom, Pseudonym, s. Vaum-
Buschehr, Vender-Buschcbr, von den Euro-
päern auch Buschir, Abuschehr oder Abeschr
genannt, pers. Hafenstadt am Persischen Meerbusen,
in der pers. Provinz Farsistan, liegt 300 km südöst-
lich von der Mündung des Euphrat, 200 km von
Schiras, mit dem es durch eine wichtige Kara-
wanenstraße verbunden ist, in völlig öder Gegend,
auf der Nordspitze cincr von den Alten Mesambria
genannten, sehr niedrigen und daher oft überfluteten
Landzunge, hat höchstens 15000 E., überaus heißes
Klima (dcr wärmste Monat bis 34,4°, der kühlste
11° 0.), von November bis März 170-220 mm
Regenmenge und vorherrschende Nordwestwinde.
B. ist Sitz eines pers. Statthalters (des Herrn des
Meers), eines engl. Generalkonsuls und eines nie-
derländ. Konsuls. Der Hafen ist seicht und unsicher,
und Schiffe von größerer Tragfähigkeit müssen der
Untiefen und Klippen wegen auf offener Reede
3-4 km von der Stadt ankern. Obgleich die Gegend
Heuschrecken heimgesucht wird und das Trinkwasser
mangelt, erhob sich V. von einem Fischerdorfe zu dem
Haupthandelsplatze Persiens, indem Schah Nadir
ganz hierher zog. Der Handel ist ziemlich lebhaft:
1889 betrug die Einfuhr 793 407 Pfd. St. (davon
Baumwollwaren 420595 Pfd. St., außerdem Reis
und Zucker), die Ausfuhr 550538 Pfd. St. (davon
Opium 321521, rohe Baumwolle 79368 Pfd. St.,
sodann Rosenwasser, Obst, Tabak und Wein). An
der Einfuhr ist fast ausschließlich, an der Ausfuhr
zur Hälfte England, Indien und die engl. Kolo-
nien beteiligt. Neuerdings scheint B. von Vasra
(s. d.) überflügelt zu werden. Auf der Südspitze der
Landzunge liegt ein im Mittelalter berühmter Hafen-
ort Rischehr, jetzt ein kleines Dorf, bei welchem
1876 viele Ziegeln mit Keilschrift und Totenurnen
ausgegraben wurden. Im NW. im Persischen Golf
die Insel Charak (s. d.). Diese und B. wurden im
Kriege mit Persien von den Engländern im Dez.
1856 besetzt, im Pariser Frieden vom 4. März 1857
aber wieder zurückgegeben.
Büschel, in der Geometrie, s. Ebenenbüschel
und Strahlenbüschel. - Elektrisches B., s. Elek-
trische Lichtcrscheinungen.
Buschelkiemer (I^opIiodraneliiH), Unterord-
nung der Knochenfische, kleine, mit Knochensckildern
gepanzerte Seefischchen von meist seltsamer Gestalt,
deren Gesichtsteil zu einer röhrenförmigen zahnlosen
Schnauze verlängert ist, an deren Ende sich das
kleine Maul befindet. Ihr auszeichnender Charakter
besteht in der Struktur der Kiemen, deren Blättchen
schwammartige Büschel bilden. Die Kiemendeckel sind
bis auf eine kleine Spalte mit Haut überzogen.
Ihre Körperseiten sind mit an das innere Skelett fest-
gewachsenen Schienen bedeckt. Die Flossen sind ge-
wöhnlich nur mangelhaft ausgebildet. Sie schwim-
men vorzugsweise durch Schraubenbewegungen der
Rückenflosse und klammern sich in der Ruhe mit
dem Schwänze an Seepflanzen an. Zu ihnen gehört
die ostind. Gattung äolsnoätoma sowie die See-
pferdchen und Seenadeln (s. d.). Alle sind durch
eigentümliche Brutpflege ausgezeichnet <s. Laichen).
Büschelkrankheit, Krankheit der Bienen, bei
der am Kopf derselben aus dem klebrigen Bluten-
staub der Orchideen bestehende Büschelchen festsitzen.
Büschelkraut, s. vesmoänim.
Büschelfchwamm, s. Schwefelkopf.
Buschelfter, f. Würger.
Buschen, eine Anzahl von 10 gegerbten Fellen.
Buschfalke, s. Würger.
Buschhuhn, s.Großfuhhühner. Auf Java nennt
man auch das Gabelschwanzhuhn (s. d.) B.
Bufchieren (Iägerspr.), das Aufsuchen von
Auer-, Birk-, Haselwild und Waldschnepfen in Wald
oder Gebüsch mit dem Vorstehhunde.
Büfching, Ant. Friedr., Geograph, geb. 27. Sept.
1724 zu Stadthagen in Schaumburg-Lippe, studierte
seit 1744 zu Halle Theologie. 1748 ging er als
Erzieher beim Grafen Viron nach Petersburg, dann
nach Kopenhagen; 1754 erhielt er eine auherord.
Professur der Philosophie in Göttingen und verhei-
ratete sich im folgenden Jahre mit Christiane Diltbey,
die nicht nur von der Göttinger gelehrten Gesellschaft
als Ehrenmitglied aufgenommen, sondern auch von
dem damaligen Prorektor der Universität zu Helm-
stedt, Häberlin, zur kaiserl. gekrönten Dichterin er-
nannt wurde. 1757 wurde ihm wegen Heterodoxie
untersagt, theol. Vorlesungen zu halten und ohne Er-
laubnis des Geheimen Consiliums zu Hannover
theol. Schriften drucken zu lassen. Obgleich er 1759