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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Camp; Campagna; Campagne; Campagnola; Campan

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Camp - Campan (Ort)

Camp (frz., spr. kang), Feld, Feldlager, Platz zu Waffenübungen.

Campagna (spr. -panja), Hauptstadt des Kreises C. (103609 E.) in der ital. Provinz Salerno, 36 km im O. von Salerno, an der Linie Neapel-Potenza-Metaponto des Mittelmeernetzes, rings von Bergen umgeben, in gesunder Lage, hat (1881) 9028 E., eine schöne Kathedrale, Musikschule, im August in der Nähe eine wichtige Messe, Landwirtschaft und Weinbau.

Campagna (spr. -panja), Girolamo, genannt da Vergna, ital. Bildhauer, geb. 1552 in Verona, gest. nach 1623, war Schüler von Jac. Sansovino. Er gehört zu den bessern Künstlern seiner Zeit, die sich von der Manier nach Kräften fern hielten. Unter seinen Werken sind hervorzuheben ein Hochrelief in San Giuliano zu Venedig, darstellend den Leichnam Christi von Engeln unterstützt, und die Bronzegruppe auf dem Hochaltar in San Giorgio Maggiore daselbst: Christus auf einer von den Evangelisten getragenen Erdkugel; ferner Christus am Kreuz und die Bronzestandbilder der Heiligen Markus und Franciscus auf dem Hochaltar in San Redentore, der kolossale Atlant oder Cyklop in der Zecca, der heil. Rochus u. a. in der St. Rochusschule, das Grabmal des Dogen Cicogna in der Jesuitenkirche, alles in Venedig. Anderes von ihm in Verona und Padua.

Campagna di Roma (spr. -pania), in engerm Sinne die öde Gegend rings vor den Thoren Roms, in weiterm Sinne das Gebiet zwischen dem Ciminischen Walde im N., den Monti Sabini und Albani im O. und dem Meere im W., umfaßt Teile des alten Etruriens, der Sabina und fast ganz Latium, ist eine von Civita-Vecchia bis Terracina 185 km lange und bis 70 km breite, hügelige, zum Tiber und Anio entwässerte Ebene; ein ehemaliger Meeresboden, auf dem infolge submariner Ausbrüche vulkanischer Tuff (Peperin) und Schlacken jetzt fast durchweg die Oberfläche bedecken. Alle Seen sind Krater ausgebrannter Vulkane. Inselartig erheben sich aus diesem weiten Gefilde von schwermutsvoller Schönheit der Monte Soracte (s. d.), in vorhistor. Zeit eine Insel im Meer, südwärts der Monte Circeo (s. d.), das prachtvoll geformte Vorgebirge bei Terracina und der Krater des Albanergebirges selbst (s. Albano), dessen alte Lavaströme sich noch bis in die Nähe Roms verfolgen lassen. Ein anderer, jetzt von einem See ausgefüllter Krater ist der von Bracciano. Den südlichsten Teil nehmen die Pontinischen Sümpfe (s. d.) ein. Der unzureichende Abfluß der Wasseradern erzeugt Stagnation und Sumpfluft und dadurch Malaria und verheerende Fieber. Mit diesen Übeln vereinigt sich der Mangel wirtschaftlicher Kultur und des Anbaues, welcher die tödlichen Wüsteneien in gesunde Ackerfluren verwandeln könnte. Der Ackerbau liegt überall danieder; nur Fremde aus den umliegenden Provinzen kommen, die Äcker zu bestellen. Scharenweise rafft sie das Fieber bin. Der größte Teil ist noch Weideland, in das im Herbst die Hirten von den Apenninen mit ihren Herden hinabziehen. Die Rinderhirten sind beritten und verstehen mit ihren Lanzen ihre Herde sehr geschickt zu lenken. Die eigentliche Viehzucht ist aber ganz vernachlässigt.

Die C. d. R., obwohl schon von Livius als ungesund bezeichnet, trug im Altertum viele fast spurlos verschwundene Städte, und noch beweisen Reste kaiserl. Villen im Stadtgebiete Roms den früher hier blühenden Anbau. Die zahllosen Verwüstungen, welche die C. d. R. von Goten, Byzantinern, Langobarden und von Saracenen erlitten hat, nebst spätern Kriegen verschuldeten die Verödung dieser Landschaften. Vergebens bemühten sich die Päpste schon seit dem 8. Jahrh., das Land durch Anlage von Wirtschaften (Domus cultae) wieder zu bevölkern. Unter der franz. Herrschaft erwarb sich der damalige Gouverneur von Rom, General Miollis, durch Anpflanzen von Bäumen, Urbarmachen der Felder große Verdienste. Seither sind zahllose Projekte gemacht worden, besonders nach dem Falle der päpstl. Regierung (z. B. durch Garibaldi 1875). Gute Erfolge hatte man mit der Anpflanzung von Eucalyptus an der Abtei Tre Fontane hinter St. Paul bei Rom. - Vgl. Westphal, Die röm. Kampagne (Berl. 1829); Ribby, Analisi della carta dei dintorni di Roma. (2. Ausg., 3 Bde., Rom 1849); Didier, La campagna de Rome (Par. 1842); Gell, The topography of Rome and its vicinity (Lond. 1846); Gregorovius, Lateinische Sommer (6. Aufl., Lpz. 1889); Giordano, Cenni sulle condizione fisico-economiche di Roma e suo territorio (Rom 1874); Mantovani, Descrizione geologica della Campagna Romana (2. Aufl., Tur. 1884); Sombart, Die römische C. Eine socialökonomische Studie (Lpz. 1888); Moltke, Wanderbuch (5. Aufl., Berl. 1890).

Campagna felice (spr. -panja felihtsche), s. Campanien.

Campagne (frz., spr. kangpánj), Land (im Gegensatz zur Stadt); Feldzug (s. d.); Betriebsjahr, die Zeit des ununterbrochenen Betriebs eines Gewerbes; in der Zuckerfabrikation die Zeit, wo die Rüben verarbeitet werden. Sie beginnt unmittelbar nach der Ernte (Oktober) und dauert 2 - 4 Monate.

Campagne (frz., spr. kangpánj), gleichbedeutend mit Feldzug, d. i. eine Reihe militär. Operationen während eines Jahres oder eines Teils eines Jahres. Meist wird durch Sonderbestimmungen Anfang und Ende einer C. festgesetzt; ersterer kann von der Kriegserklärung, dem Überschreiten der feindlichen Grenze oder dem Beginn der Feindseligkeiten, letzteres von dem Friedensschluß, der Rückkehr ins Vaterland oder dem Übergang in den Friedenszustand datieren.

Campagne-Reiterei wird die kriegsgemäße Reitausbildung von Mann und Pferd im Gegensatze zur Schulreiterei genannt, die eine feinere Ausbildung für die Bahn, für den Cirkus, für Quadrillen und Schaustellungen bezweckt.

Campagnola (spr.-anjohla), Domenico, ital. Historienmaler und Kupferstecher, lebte in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. in Padua. Er wetteiferte mit Tizian in den Fresken der Scuola del Santo und in der Scuola del Carmine daselbst. Besonders bekannt und geschätzt ist er wegen seiner Landschaften darstellenden Federzeichnungen, weniger bedeutend als Kupferstecher; seine bekanntesten Stiche sind: Schlacht im Walde, Himmelfahrt Mariä, Ausgießung des Heiligen Geistes (1518) u. s. w.

Giulio C., ital. Kupferstecher, geb. zu Padua angeblich 1481, stand unter dem Einfluß Mantegnas, Dürers und Giorgiones. Er ist Erfinder der Punktiermanier im Kupferstich.

Campan (spr. kangpáng), Hauptort des Kantons C. (145,42 qkm, 4 Gemeinden, 5258 E.) im Arrondissement Bagnères-de-Bigorre des franz. Depart. Hautes-Pyrénées im Campanerthal (s. d.), links vom Adour gelegen, hat (1891) 721, als Gemeinde 2872 E.; Marmorbrüche, Sägewerk und Färberei.

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]