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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Carey; Carfiōl; Carga; Cargo; Carhaix; Cariatì; Cariboo; Caribou; Carĭca; Carĭco; Caridīna; Cariera; Carĭes; Carignan

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Carey (Matthew) - Carignan

dener polit. Flugschriften, wie über ein internationales Schutzgesetz gegen den Nachdruck und den amerik. Krieg. Sein letztes Werk ist «The unity of law» (Philad. 1873). Eine Auswahl seiner Werke erschien als «Miscellaneous works of C.» (Philad. 1869). ‒ Vgl. Lange, J. Stuart Mills Ansichten über die sociale Frage und die angebliche Umwälzung der Socialwissenschaft durch C. (Duisb. 1865), eine Antwort auf Dührings Schrift «C.s Umwälzung der Volkswirtschaftslehre und Socialwissenschaft» (Münch. 1865); Held, C.s Socialwissenschaft und das Merkantilsystem (Würzb. 1866); Elder, A memoir of C. (Philad. 1880); Jenks, H. Ch. C. als Nationalökonom (Jena 1885).

Carey (spr. kähri), Matthew, Vater des vorigen, geb. 28. Jan. 1760 zu Dublin (Irland), errichtete 1791 zu Philadelphia eine Verlagsbuchhandlung und widmete seine freie Zeit nationalökonomischen Studien. Er starb 16. Sept. 1839. Am bekanntesten von seinen zahlreichen Werken ist sein «Olive Branch, or faults on both sides, federal and democratic» (1814), ein Werk, welches die streitenden polit. Parteien vereinigen sollte. Seine Selbstbiographie erschien 1833‒34 im «New England Magazine».

Carey (spr. kähri), William, engl.Indolog, geb. 12. Aug. 1761 zu Paulerspury in Northamptonshire, kam 1793 als Missionar nach Bengalen, gründete 1800 eine Buchdruckerei zu Serampur bei Kalkutta und beteiligte sich seitdem an der Herstellung von Bibelübersetzungen in die verschiedenen Idiome Indiens. Daneben betrieb er Sanskritstudien und wurde 1801 Professor am College Fort William in Kalkutta. Er starb 9. Juni 1834 zu Serampur. 1804 ließ er zu Serampur eine von Colebrooke besorgte Ausgabe des «Hitopadeça», des «Daçakumâra-carita» und der Sprüche des Bhartrihari erscheinen; 1806 gab er ebendaselbst seine Sanskritgrammatik heraus, 1806‒10 zusammen mit Joshua Marshman die drei ersten Bücher des «Râmâyana» mit engl. Übersetzung, 1820‒24 die «Flora indica» von Roxburgh (2Bde.; 2. Aufl., 3 Bde., 1832), außerdem Grammatiken und Wörterbücher vieler modernen ind. Dialekte. ‒ Vgl. Myers, W. C. (deutsch von Mundhenk, Hamb. 1892).

Carfiōl, s. Blumenkohl.

Carga, das span. Wort für das frz. charge, das ital. carica, d. h. Last, Name eines früher gesetzlichen und jetzt noch üblichen Handelsgewichts und eines Hohlmaßes. Die C. ist von verschiedener Größe: beim Gewicht in Valencia 127,8 kg, in Mexiko 300 span. Pfd. = 138 kg, in Columbia 250 span. Pfd. = 115 kg, in Peru 150 span. Pfd. = 69 kg, in Chile teils wie in Peru, teils wie in Mexiko. Als Getreidemaß hat die C. in Catalonien etwa 175 l, in Mexiko 2 Fanegas = 181,63 l (in Yucatan ist die C. der dortigen Fanega gleich und nur 60,57 l), in Columbien bei Weizen 400 span. Pfd. = 184 kg, in Peru bei Reis 375 span. Pfd. = 172½ kg, und auf der Insel Kreta ist sie = 4,322 alte engl. Winchester Bushels = 152,3 l. Als Flüssigkeitsmaß ist die C. in Catalonien etwa 120 l, in Buenos-Aires aber 114 l. (S. Carica und Charge.)

Cargo, Last, Fracht, s. Kargo.

Carhaix (spr. karäh), Hauptort des Kantons C. (287,39 qkm, 9 Gemeinden, 17442 E.) im Arrondissement Châteaulin des franz. Depart. Finistère, 3 km nördlich vom Brest-Nantes-Kanal, oberhalb des zur Aune gebenden Hière oder Aven, hat (1891) 2871, als Gemeinde 3064 E., Post, Telegraph und ^[Spaltenwechsel] Viehhandel. C. ist Geburtsort von La Tour d'Auvergne, des «ersten franz. Grenadiers», dem eine eherne Statue errichtet ist.

Cariatì, Stadt im Kreis Rossano der ital. Provinz Cosenza, am Golf von Tarent, zwischen der Punta-Fiumenica und dem Kap del Trionto, an der Linie Metaponto-Reggio des Mittelmeernetzes, ist Sitz eines Bischofs, hat Post und Telegraph, 1 Seminar und (1881) 2751, als Gemeinde 3772 E., Seidenzucht und Mannaproduktion.

Cariboo (spr. kärribu), Hügellandschaft im Osten der Felsengebirge von Nordamerika, bildet die Wasserscheide zwischen dem Peace-River (Friedensfluß) und dem Hay-River und ist eine reiche Lagerstätte von Steinkohlen, Kupfer und Gold. ‒ C. heißt auch eine Kette der Felsengebirge westlich vom obern Fraser.

Caribou (spr. -bu), s. Renntier.

Carĭca L., Pflanzengattung aus der Familie der Passifloraceen (s. d.) mit gegen 20 sämtlich tropisch-südamerik. Arten. Es sind Bäume oder Sträucher mit breiten, oft handförmig geteilten Blättern und einhäusigen weißlichen oder gelbgrünen Blüten. Die Frucht ist eine fleischige Beere. Die wichtigste Art ist der in allen Tropengegenden vielfach kultivierte Melonenbaum, C. Papaya L. (s. Fig. 2 zum Artikel Passiflorinen). Die Frucht hat ungefähr die Form und Größe einer Melone, ist im reifen Zustand wachs- oder pomeranzengelb und enthält ein saftiges, goldgelbes, süßes, wohlschmeckendes Fleisch. Sie ist ein wichtiges Nahrungsmittel, wird teils mit Salz oder mit Zucker, teils auch wie Gurken eingemacht gegessen. Der ganze Baum, vorzüglich aber die Frucht, enthält einen milchartigen Saft, der selbst das härteste Fleisch sehr schnell mürbe macht. Setzt man dem Wasser, worin Fleisch zubereitet werden soll, nur eine geringe Menge des Saftes zu, so genügt schon eine Temperatur von 70 bis 80° C., um das Fleisch vollständig weich zu machen, ja zum Zerfallen zu bringen. Nach vielen Berichten von Reisenden sollen in manchen Tropengegenden, z. B. auf Java, die Eingeborenen das Fleisch in Blätter des Baumes wickeln und eine Zeit lang darin liegen lassen oder auch an dem Baume selbst zwischen den Blättern aufhängen, um es mürbe zu machen. Auch zum Gerinnen der Milch eignet sich der Saft sehr gut. Er wird auch in eingetrocknetem Zustande (Succus Caricae Papayae siccatus), ebenso wie das daraus dargestellte Papayotin (s. d.) zur Lösung der diphtheritischen Membranen medizinisch gebraucht.

Carĭca (ital., d. h. Last, das span. carga, das franz. charge), ein früher gesetzliches und zum Teil noch übliches großes ital. Gewicht und Hohlmaß. In Venedig war die C. ein Gewicht von 4 Ctr. (centinaja) = 120,492 kg, in Mailand (carga oder carica) ein Maß für Hafer von 9 Staja = 164,514 l, in Nizza (carica, carga) ein Getreidemaß von 160 l, ein Flüssigkeitsmaß von 94,35 l und angeblich auch ein Gewicht von 300 Pfd. = 93,4885 kg. (S. Carga und Charge.)

Carĭco (ital.), Last, Fracht, s. Kargo.

Caridīna., s. Garneelen.

Cariera, Rosalba, Malerin, s. Carriera.

Carĭes, s. Knochenfraß.

Carignan (spr. -injáng), Hauptort des Kantons C. (202,80 qkm, 26 Gemeinden, 12908 E.), am Chiers, im Arrondissement Sedan des franz. Depart. Ardennes, an den Linien Mézieres-Deutsche Grenze gegen Pontoy und C.-Messempré (7 km) der

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]