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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Carpe dĭem; Carpella; Carpenedŏlo; Carpentarĭagolf; Carpĕnter; Carpenterbremse; Carpentras

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Carpe diem - Carpentras

vorzuheben: eine Bronzegruppe im Luxembourggarten, bestehend aus vier geflügelten Seepferden und ebenso viel weiblichen Figuren. Seine große Fertigkeit in der Behandlung des Marmors gab ihm die Grundlage zu seiner vorwiegend malerischen Richtung, die er mit Schwung in der Erfindung, Treue in der Nachahmung individueller Gesichtsbildungen (Büsten der Prinzessin Mathilde, des jüngern Alex. Dumas, des Malers Gérôme, des Architekten Garnier u. a.) verband. Durch ihn kam der Naturalismus in der Skulptur zur Entfaltung. C. starb 11. Okt. 1875 im Schlosse Bécon bei Asnières. – Vgl. Chesneau, Le statuaire C. (Par. 1880).

Carpe dĭem (lat.), Pflücke (d. h. beute aus) den Tag, Spruch aus Horaz' «Oden», Ⅰ, 11, 8.

Carpella, s. Fruchtblätter.

Carpenedŏlo, Flecken in der ital. Provinz und im Kreis Brescia, an der zum Oglio gehenden Chiese, 6 km von Brescia, hat (1881) 4317, als Gemeinde 5155 E., Post und Telegraph, Ackerbau, Seidenzucht, Fischerei und Eisenschmelzen. 1799 siegten hier die Franzosen über die Österreicher.

Carpentarĭagolf, Meerbusen an der Nordküste Australiens, der größte und am tiefsten in das Festland einschneidende des ganzen Erdteils, zwischen 10° 40' bis 17° 30' südl. Br. und 135° 30' bis 142° östl. L. von Greenwich, wird im W. von Nordaustralien (Northern Territory), im S. von Alexandraland und im SO. und O. von Queensland und seiner spitzen Halbinsel York begrenzt. Von N. gegen S. ist der Golf 750 km lang, am Eingang zwischen Kap York und Kap Arnhem 600 km breit. Der Name Carpentaria zu Ehren Pieter Carpenters (1623–27 Generalgouverneur von Niederländisch-Indien) erscheint zuerst auf den nach der zweiten Reise Abel Tasmans verfertigten Karten, der 1644 den Golf als solchen entdeckte. Genauere Erforschungen und Aufnahmen des selten über 50 m tiefen Meerbusens und der Küsten erfolgten später durch Cook 1770 und Flinders 1802. In neuerer Zeit wurde, da der C. gewöhnlich das Ziel der nach N. strebenden Erforscher des Festlandes gewesen ist, namentlich die Süd- und Südwestküste besser bekannt durch die Reisen und Aufnahmen von Stoke 1841, Leichhardt 1845, Gregory 1856, Landsborough 1861–62, McKinlay 1862 u. a. Die Küsten sind meist niedrig und sumpfig, besonders auf der Ost- und Südostseite, im W. höher, und reich an Baien und Häfen, unter denen die Limmen Bight an der Mündung des Roper, die Bluemud-, Caledon- und besonders die Melvillebai am Kap Arnhem bemerkenswert sind. Vorgelagerte Inseln sind im W. Groote-Eylandt, im S. die Bentinck-, Wellesley- und Sir Edward-Pellew-Inseln. Der größte Fluß ist der Mitchell an der Ostküste. Wasserreich ist die über 500 km lange, geradlinige Südküste. Überhaupt wird diese als ein von der Natur begünstigter tropischer Landstrich geschildert.

Carpĕnter, Mary, engl. Philanthropin, Schwester von William Benjamin C., geb. 3. April 1807 in Bristol, gest. daselbst 14. Juni 1877, nahm schon früh Anteil an der socialen Reformbewegung, die sich Rettung und Besserung verwahrloster Kinder, Erziehung der niedern Volksklassen, vernunftgemäße Umgestaltung der Strafanstalten und des Gefängniswesens zum Ziele setzte, gründete in Bristol mehrere wohlthätige Anstalten und eroberte durch persönliche Opferwilligkeit, Schriften und Vorlesungen der Sache, der ihr Leben gewidmet war, ein immer ^[Spaltenwechsel] weiteres Gebiet. Unter ihren Schriften sind hervorzuheben: «Morning and evening meditations for every day in the month» (1842), «Reformatory schools for children» (1851), «Juvenile delinquents, their condition and treatment» (1853), «The claims of ragged schools to pecuniary aid from the annual parlamentary grants for educational purposes» (1859), «Our convicts» (2 Bde., 1864). Wiederholt nahm sie an den Jahresversammlungen der British Association for the promotion of social science teil, und manche Socialreform war ihr zu danken. 1866–67 unternahm sie zu philanthropischen Zwecken eine Reise nach Indien, deren Ergebnisse sie in «Suggestions on prison discipline and female education in India» (1867) und «Six months in India» (2 Bde., 1868) niederlegte. Zur Beförderung der Gefängnisreform und der weiblichen Erziehung besuchte sie, unter lebhafter öffentlicher, auch offizieller Teilnahme, Indien noch 1868–69, 1870–71 und 1875–76. Die Ergebnisse der letzten Reise faßte sie in Briefen an Salisbury, damals Staatssekretär für Indien, zusammen, der sie offiziell dem Parlament mitteilte. – Vgl. J. E. Carpenter, M. C. (1879).

Carpĕnter, William Benjamin, engl. Naturforscher, geb. 29. Okt. 1813 in Exeter, erhielt seine Schulbildung in Bristol, studierte in London, später in Edinburgh Medizin, wirkte seit 1839 als Arzt in seiner Vaterstadt und siedelte 1843 nach London über. Seit 1847 Examinator in Physiologie und vergleichender Anatomie an der Londoner Universität, 1849–56 Professor der gerichtlichen Medizin am University College, wurde er 1856 zu der einflußreichen Stelle des Registrators der Londoner Universität berufen, die er 1878 niederlegte. C. starb 19. Nov. 1885 zu London. In weitern Kreisen wurde er durch «Principles of general and comparative physiology» (1839; 9. Aufl. 1854) bekannt, eins der ersten engl. Werke, das die Wissenschaft der Biologie in übersichtlichem Zusammenhange darstellte. Hierauf folgten «Principles of human physiology» (Lond. 1844; 9. Aufl. 1881), «Principles of comparative physiology» (ebd. 1853), «Principles of general physiology» (ebd. 1854), «On the use and abuse of alcoholic liquors» (ebd. 1850), «The microscope and its revelations» (ebd. 1856; 6. Aufl. 1881) und eine Reihe von Abhandlungen in den Verhandlungen der Royal Society, wofür ihm 1861 die große Medaille der Gesellschaft verliehen wurde. 1868–70 leitete C. gemeinschaftlich mit Wyville Thomson die von der engl. Regierung ausgerüsteten Expeditionen zur Erforschung des Meeresbodens in der Nordsee und im Mittelmeere. Seine Berichte über diese Expeditionen, die in Bezug auf Temperatur, Strömungen und Organismen der tiefern Meeresschichten wichtige Ergebnisse lieferten, erschienen in den Verhandlungen der Royal Society und wurden später von dem Verfasser durch gemeinverständliche Vorträge weitern Kreisen zugänglich gemacht. In seinen letzten Lebensjahren nahm C. an der wissenschaftlichen Bekämpfung der engl. Spiritualisten Anteil und veröffentlichte u. a. «Mesmerism and Spiritualism historically considered» (Lond. 1877). Aus seinem Nachlaß erschien «Nature and man. Essays scientific and philosophical» (ebd. 1888), hg. von J. E. Carpenter.

Carpenterbremse, s. Eisenbahnbremsen.

Carpentras (spr. -pangtráß). 1) Arrondissement im franz. Depart. Vaucluse (Provence), hat 896,16

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]