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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Castrum - Casula

Pisas und damit unter seine eigene Herrschaft zu bringen. Allein die Lucchesen befreiten C. C. und erhoben ihn nach der Besiegung der Florentiner bei Altopascio 1325 zum Diktator der Stadt. Er eroberte nun Pistoja und herrschte vorübergehend auch über Pisa. Ludwigs des Bayern Hauptstütze bei dessen Römerzug (1327), wurde er von diesem zum erblichen Herzog von Lucca und Senator von Rom erhoben. Als er bald darauf, 3. Sept. 1328 starb, brach die Herrschaft seiner Familie zusammen, und seine noch unmündigen Kinder fanden ein gewaltsames Ende. Ein Zweig der Familie besteht noch in Urbino; diesem gehört der von Gregor ⅩⅥ. zum Kardinal ernannte C. C. an, der 1852 starb. – Vgl. über C. C. außer Machiavellis histor. Roman (Bd. 3 der «Opere varie», Flor. 1532 u. ö.) die Lebensbeschreibungen von Nicolas Tegrimi (bei Muratori, «Rerum Italicarum Scriptores», Ⅺ, Mail. 1723 fg.) und von Aldus Manutius d. J. (Rom 1590); ferner Wieland, Dissertatio de C. C. (Lpz. 1779); Dreux du Radier, Vie de C. C. (Par. 1753), sowie Mazzarosa, Storia di Lucca (Lucca 1883) und Tommasi, Sommario della storia di Lucca (Flor. 1847). Dichterisch behandelte C. C. die Witwe Shelleys in dem Roman «Valperga» (1823).

Castrum, s. Castra.

Castrum dolōris (lat., d. h. Trauerbühne; frz. Chapelle ardente), die zu Ehren einer fürstl. oder andern vornehmen Person veranstaltete Aufstellung eines Katafalks (s. d.) in einem Zimmer oder in einer Kirche. Der Raum wird schwarz ausgeschlagen, passend, namentlich mit Wappen, geziert und durch Kerzen erleuchtet. Auf dem Katafalk steht der in der Regel leere Sarkophag. Die Zeichen, die Würde und Rang des Toten andeuten, wie Reichs- oder fürstl. Insignien, Orden, Degen, Epauletten u. s. w., werden auf den Sarg oder auf Taburetts gelegt. Rings um den Katafalk stehen hohe Armleuchter. In früherer Zeit bedeckten ihn oft ganze architektonische Aufbaue, jetzt ein Thronhimmel, an dessen vier Pfeilern je ein Trauermarschall steht.

Cast-steel, s. Cast.

Castŭa, slaw. Kastav, Stadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft und dem Gerichtsbezirk Volosca in Istrien, am Karst, 377 m über der Bucht von Fiume,inmitten zahlreicher kleiner Weiler gelegen, hat (1890) 603, als Gemeinde 16476 kroat. E., Post, Wein-, Öl- und Kastanienbau. C. war einst die Hauptstadt Liburniens und ist noch jetzt mit Mauern und Türmen umgeben.

Castuēra, Bezirksstadt in der span. Provinz Badajoz (Estremadura), an der Eisenbahnlinie Ciudad Real-Badajoz, hat (1887) 7133 E., Post, Telegraph, Weinbau, Schafzucht und Fruchthandel.

Castŭlo, Stadt im röm. Spanien, in der Provinz Hispania ulterior (Baetica), an einem Nebenflusse des Guadalquivir, an der Stelle des heutigen Cazlona. Erst bei der Neuordnung Spaniens durch Augustus ward die Stadt der Provincia Tarraconensis zugewiesen. C. war schon zur Zeit der Karthager der Hauptort in jener Gegend, was die Stadt wohl namentlich den in ihrer Nähe gelegenen Silbergruben verdankte. In ihrer Nähe wurden 212 v. Chr. die Scipionen geschlagen. In der letzten Zeit der Republik oder der ersten Kaiserzeit erhielt die Stadt das Lateinische Recht. ^[Spaltenwechsel]

Cästus (lat.), bei den Römern die Faustbewehrung der Faustkämpfer. Er bestand anfangs nur in einfachen Riemen, die um die Faust gewunden wurden. Später nahm man zu den Gewinden scharfe Riemen von ungegerbten Häuten und flocht eiserne Buckel, bleierne Kugeln u. dgl. hinein. (S. Faustkampf.)

Cast-work, s. Cast.

Casu, s. Casus.

Casualĭa (lat.), Kasualien, zufällige Umstände, Sachen; zufällige Amtsverrichtungen der Geistlichen, wie Taufen, Trauungen. (S. Kasualreden.)

Casuariĭdae, die Kasuare (s. d.), Familie der Straußvögel.

Casuarīna Rumph., einzige Pflanzengattung der Familie der Casuarinaceen (s. d.). Es sind Bäume oder Sträucher mit blattlosen Zweigen. An Stelle der Blätter stehen quirlständige Schuppen, gewöhnlich zu einer Scheide verwachsen, fast wie bei den Equisetaceen (s. d.). Die Blüten der Casuarina-Arten sind eingeschlechtig, die männlichen stehen in meist cylindrischen Ähren und besitzen je ein Staubgefäß und eine rudimentäre Blütenhülle; die weiblichen bilden ebenfalls eine Ähre oder einen rundlichen Zapfen, besitzen gar keine Hülle und einen sehr kleinen einfächerigen Fruchtknoten. Man kennt gegen 30 Arten dieser Gattung, meist in Australien heimisch. Das Holz besitzt eine außerordentliche Härte und Dauerhaftigkeit. Von einigen Arten, z. B. von C. equisetifolia Forst. (s. Tafel: Amentaceen, Fig. 4, a männlicher Blütenstand, b männlicher Blütenquirl, c weiblicher Blütenstand, d weibliche Einzelblüte vergrößert, e Zapfen, f Samen in natürlicher Größe und vergrößert, g Zweigstück) auf den Südsee-Inseln und den Inseln des Malaiischen Archipels, kommt das Holz als Eisenholz in den Handel und wird zu Werkzeugen, auch in der Tischlerei verwendet; die Eingeborenen fertigen daraus Streitkolben und andere Waffen.

Casuarinacēen, Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Amentaceen (s. d.) mit etwa 30 Arten, sämtlich der Gattung Casuarina (s. d.) angehörend.

Casuarĭus, s. Kasuar.

Casuentus, Fluß, s. Basento.

Ça suffit (frz., spr. ßă süffih), das genügt.

Casŭla (lat., «Häuschen») oder Planeta, auch ^[Abb. Fig. 1.] Pänula, Meßgewand, ursprünglich ein den Priester vollständig einschließendes Obergewand, ohne Öffnungen an den Seiten. Im 12. Jahrh. wurden dann die Caseln an beiden Seiten etwas ausge-^[folgende Seite]

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]