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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Catalaunische Felder; Catalaunum; Čataldža; Catalonĭen

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Catalaunische Felder - Catalonien

die ihren Ausdruck mehr oder weniger deutlich in catalan. Zeitungen und Unterhaltungsblättern, in der Verbrüderung der neucatalan. Schriftsteller mit den neuprovençalischen (1861), und in lyrischen, dramat. und erzählenden Dichtungen in neucatalan. Sprache gefunden haben. Die hervorragendsten unter den neucatalan. Schriftstellern und Dichtern sind V. Balaguer (s. d.) und J. Verdaguer (1878 Epos «Atlántide»). Vgl. über diese litterar. Bewegung und ihre Vertreter Tubina, Historia del renacimiento literario en Cataluña (Madr. 1880). – Die altcatalan. Sprache stellte am besten dar A. Mussafia in «Die catalan. Version der sieben weisen Meister» (Wien 1876), die neucatalanische Milá y Fontanals («Estudios de lengua catalana,», Barcel. 1875) und Morel-Fatio in Gröbers «Grundriß der roman. Philologie»; die brauchbarste catalan. Sprachlehre ist die von Ballot y Torres (ebd. 1815), das verläßlichste Wörterbuch von Llabernia (ebd. 1839 u. 1865), das beste valencianische von Escrig und Martinez (3. Aufl. von Llombart, Valencia 1887). Zur Beförderung der Kenntnis der altcatalan. Litteratur trug Milá y Fontanals bei, der die catalan. Volksdichtung («Observaciones sobre la poesia popular», Barcel. 1853) ans Licht zog, Volkslieder sammelte («Romancerillo catalan», ebd. 1882) und zahlreiche altcatalan. Texte herausgab. Catalan. Schriftstücke und Litteraturerzeugnisse zugänglich zu machen ist die von Aguiló y Fuster begonnene «Biblioteca catalana» (Paris, seit 1873) bestimmt. Eine Übersicht über die Schriften zur C. S. u. L. findet sich bei E. Vogel, «Neucatalan. Studien» (Paderb. 1886).

Catalaunische Felder (lat. Campi Catalaunici) die weite Ebene um Châlons-sur-Marne (Catalaunum), ein anderer Name für Campania, Champagne, berühmt durch den Sieg der Westgoten und des Aetius über Attila 451. Auf die Nachricht von Attilas Einfall in Gallien war Aetius über die Alpen geeilt und hatte Theodorich Ⅰ., den König der Westgoten, vermocht, sich mit ihm zu vereinigen. An sie schlossen sich andere in Gallien eingedrungene und von Aetius in Dienst genommene Völker an. Beim Anmarsch der Goten zog sich Attila von Orléans in die Champagne zurück, und hier kam es, etwa eine Meile von Troyes, zu einer furchtbaren Schlacht, der erst die Nacht ein Ziel setzte. Attila war nicht gerade besiegt worden, hatte sich aber in seine Wagenburg zurückgezogen. Als kein weiterer Angriff erfolgte und Aetius dem Nachfolger des gefallenen Gotenkönigs die Rückkehr in die Heimat anriet, konnte Attila ungehindert über den Rhein zurückgehen. Der Sage nach bekämpften sich die Geister der Gefallenen noch drei Tage nach der Schlacht, wie es Kaulbach in einem Freskogemälde im Treppenhause des Neuen Museums zu Berlin dargestellt hat. – Vgl. Kaufmann, Über die Hunnenschlacht 451 (in den «Forschungen zur Deutschen Geschichte», Bd. 8, Gött. 1868).

Catalaunum oder Durocatalaunum, Hauptstadt des gallischen Volks der Catalauni, jetzt Châlons-sur-Marne (s. d.).

Čataldža, s. Tschataldscha.

Catalonĭen, span. Cataluna, früher Fürstentum der Krone Aragonien, die nordöstlichste Landschaft der Pyrenäischen Halbinsel, umfaßt die vier Provinzen Gerona, Barcelona, Tarragona und Lerida mit zusammen 32196 qkm und (1887) 1752033 E. (59 auf 1 qkm). C. wird im N. gegen Frankreich von den Pyrenäen, im O. vom Mittelländischen Meere, im S. von Valencia, im W. von Aragonien begrenzt und ist mit Ausnahme weniger Tiefebenen ein wild zerklüftetes Bergland, das sich in Terrassen an die schneebedeckten Ostpyrenäen lehnt. Diese entsenden mehrere bedeutende Verzweigungen nach C. hinein. Vom Col de la Perche zweigt sich die Sierra del Cadi ab, die links des Segre anfangs 2500 m hoch sich schnell senkt auch zwischen Segre und Noguera Pallaresa erstreckt sich ein bis 2074 m hoher Zweig, während westlich von der letztern die gewaltigen Massen des Maladettagebirges aufsteigen, mit dem 3404 m hohen Pic d'Anethou. Der Küste im allgemeinen parallel verläuft vom Ebro bis zum Ter, fast ganz C. erfüllend, ein Gebirgssystem, welches durch das Durchbruchsthal des Llobregat in zwei besondere Massen geschieden wird. Sein östl. Teil gipfelt in der Sierra de Monseny (1699 m), zum westlichen gehört der Montserrat (1238 m) und nahe am Ebro der Mont-Sant (1071 m). Die kleinen Ebenen C.s sind an der Küste das Ampurdan im NO., die Ebene von Barcelona, das Campo de Tarragona und im Innern die Vegeria de Vich und de Manresa, die Llanos del Urgel und die Huertas von Tortosa am untern Ebro. Die Küste ist etwa 400 km lang, zwischen dem Nordostkap Creus und Termündung bei Rosas und im S. bei Tarragona tief eingebuchtet, teils sandig, teils felsig, enthält aber einige gute Häfen. Das Klima ist trotz häufigen Nebels, und Regens, schnellen Temperaturwechsels und oft brennender Tageshitze gesund und der Vegetation günstig. Noch giebt es Zwergpalmen an der Küste, bei Barcelona Orangen und auf dem Montserrat Ölbäume. Die Korkeiche ist der gewöhnliche Baum der Bergwaldungen im Osten, zumal in den Bergen von Gavarras und La Bisbal im südl. Gerona. Wo diese aufhören, treten dichte Gesträuche auf von Stechwinde, Lorbeer, Myrte, Lentiscus, Buchsbaum, Rosmarin, Cistrose und Erica. Obercatalonien ist rauher, besitzt aber zahlreiche Weizen-, Gersten- und Maisfluren. Wiesen und Weiden sind seltener. Die wichtigsten Produkte der Landwirtschaft sind Weizen, Öl, Wein, Wal- und Haselnüsse, Hanf, Gemüse und Gartenfrüchte. Weniger bedeutend ist der Ertrag an Mais, Gerste, Roggen, Obst, Südfrüchten, Reis und Flachs. Die Rindviehzucht ist gering und meist auf die Pyrenäengegenden verwiesen. Pferde und Esel werden weniger gezogen, dagegen Schafe, Ziegen und Schweine in größerer Menge. Die Seidenraupe wird ohne sonderliche Mühe gepflegt, ebenso die Biene. Die Fischerei ist besonders an der Küste einträglich, der Wildstand groß. Der Bergbau liegt vernachlässigt, wiewohl Eisen, Steinsalz, Steinkohlen, Schwefel, viele Marmorarten und mehrere edle Steine vorhanden sind. Die natürlichen Hilfsquellen im Verein mit den großartigen Bewässerungsanstalten, den Häfen und Eisenbahnen haben C. zum Mittelpunkt der Industrie und die Hauptstadt Barcelona zum ersten Handelsplatz Spaniens gemacht. Die Catalonier (Catalanes) sind nüchterne, mit körperlicher und geistiger Gewandtheit begabte Leute. Für die Bildung und die Erziehung des Volks ist schon seit längerer Zeit gut gesorgt. Dennoch sprechen auch die gebildeten Stände unter sich nur die Catalanische Sprache (s. d.), nicht das Castilianische, und zwar aus Abneigung gegen die Castilianer.

Geschichte. C. war eine der ersten, aber auch eine der letzten röm. Provinzen (bis 460) als nordöstl. Teil