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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Chirurgische Anatomie - Chiton

Socin, von Bergmann, Albert, Czerny, Koenig, Kocher, Gussenbauer, Küster, Mikulicz, H. Braun, Wölfler, Bruns, Trendelenburg, Schede, Tillmanns, von Bramann, Hahn, Heineke, Riedel, Angerer, Madelung, Krönlein u. a., ganz abgesehen von den engl., amerik., franz., ital. und russ. Chirurgen.

Die deutschen Chirurgen traten auf die Anregung Bernhard von Langenbecks 1872 zu der Deutschen Gesellschaft für C. zusammen, welche alljährlich in Berlin einen starkbesuchten Chirurgenkongreß abhält. Über die auf diesem Kongreß gehaltenen Vorträge und Demonstrationen geben die alljährlich erscheinenden «Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für C.» eingehenden Bericht. Die Gesellschaft tagt seit 1892 in einem eigenen Hause in Berlin, im Langenbeck-Haus.

Litteratur. Sprengel, Geschichte der C. (2 Bde., Halle 1805‒19); Häfer, Übersicht der Geschichte der C. und des chirurg. Standes (in Billroth und Lückes «Deutsche C.», Lfg. 1, Stuttg. 1879); Fischer, C. vor hundert Jahren. Histor. Studie (Lpz. 1876); W. Busch, Handbuch der C. (2 Bde., Berl. 1860); Wernher, Handbuch der allgemeinen und speciellen C. (4 Bde., Gießen 1846‒57; zum Teil in 2. Aufl., 1862‒63); Stromeyer, Handbuch der C. (2 Bde., Freib. i. Br. 1844‒68); Pitha und Billroth, Handbuch der allgemeinen und speciellen C. (4 Bde., Stuttg. 1865‒81); Hueter, Die allgemeine C. (Lpz. 1873); Hueter-Lossen, Grundriß der C. (6. Aufl., 2 Bde., ebd. 1888‒90); Bardeleben, Lehrbuch der C. und Operationslehre (8. Aufl., 4 Bde., Berl. 1879‒82); Roser, Handbuch der anatomischen C. (7. Aufl., Tübing. 1875); Billroth, Die allgemeine chirurg. Pathologie und Therapie (15. Aufl., von von Winiwarter, Berl. 1893); König, Lehrbuch der allgemeinen und speciellen C. (5. Aufl., 3 Bde., ebd. 1893); Albert, Lehrbuch der C. und Operationslehre (4. Aufl., 4 Bde., Wien 1892); Billroth und Lücke, Deutsche C. (Stuttg. 1879 fg.); Tillmanns, Lehrbuch der allgemeinen und speciellen C. (3. Aufl., Lpz. 1893 fg.); Landerer, Handbuch der allgemeinen chirurg. Pathologie und Therapie (Wien 1889); Leser, Die specielle C. in 50 Vorlesungen (Jena 1890); H. Fischer, Lehrbuch der allgemeinen und speciellen C. (2 Bde., Stuttg. 1887 und Berl. 1892); Treves, Handbuch der chirurg. Operationslehre (aus dem Englischen von Teuscher, 2 Bde., Jena 1892‒93); Esmarch und Kowalzig, Chirurg. Technik (4. Aufl., Kiel 1893 fg.). – Zeitschriften: «Archiv für klinische C.» (Berl. 1860 fg.), «Deutsche Zeitschrift für C.» (hg. von Lücke und Rose, Lpz. 1872 fg.), «Centralblatt für C.» (ebd. 1874 fg.) u. a.

Chirurgische Anatomie, s. Anatomie.

Chirurgische Konsulenten, nach der deutschen Kriegssanitätsordnung diejenigen Fachchirurgen von Ruf, mit welchen seitens der Heeresverwaltung eine vertragsmäßige Vereinbarung dahin getroffen ist, daß sie im Kriegsfalle in einem bestimmten, ihnen anzuweisenden Bezirke den Ärzten der (immobilen) Besatzungsarmee im Sinne der Bestimmungen für die Konsultierenden Chirurgen (s. d.) mit Rat und That zur Seite stehen.

Chirurgisches Besteck, s. Besteck (chirurgisches).

Chiselhurst (spr. tschislhörßt), Stadt in der engl. Grafschaft Kent, 15 km südöstlich von London, mit (1891) 6557 E., war 1870‒80 Wohnsitz der Familie Napoleons Ⅲ., welche Camden-House, ehemals Besitztum des Geschichtsforschers William Camden, bewohnte. Die Kaiserin Eugenie bezog Camden-House 22.Sept. 1870; nach dem Präliminarfrieden von Versailles kam, aus der Gefangenschaft auf Wilhelmshöhe entlassen, auch der Exkaiser Napoleon nach C., wo er 9. Jan. 1873 starb. Da die Exkaiserin ihren Wohnsitz in C. behielt, so blieb dasselbe Mittelpunkt bonapartistischer Zusammenkünfte. Dort fand 16. März 1874 die feierliche Mündigkeitserklärung des Prinzen Louis Napoleon statt. Zuerst hier bestattet, ruhen der Prinz und sein Vater seit 1888 im Mausoleum zu Farnborough (s. d.).

Chiser, s. Chidhr.

Chiswick (spr. tschisick), westl. Vorstadt Londons, in der engl. Grafschaft Middlesex, am nördl. Ufer der Themse, hat (1891) 21964 E. und in schönen Anlagen Landhäuser, darunter das dem Herzog von Devonshire gehörige Chiswick-House mit reichen Kunstsammlungen und prachtvollem Park; hier starben Ch. J. Fox (1806) und George Canning (1827). Auf dem Friedhof der alten Pfarrkirche ruht Hogarth.

Chitarra (spr. ki-), s. Guitarre.

Chitīn (vom grch. chitón, das Kleid), eine stickstoffhaltige Substanz, die den Hauptbestandteil der äußern harten Hülle der Insekten und Krustentiere, z. B. der Flügeldecken der Käfer und der Krebsschalen, ausmacht. Es bleibt als rein weiße Masse von der ursprünglichen Form der verwendeten Tierkörper zurück, wenn man dieselben mit verdünnter Salzsäure, verdünnten Alkalien, Wasser, Alkohol und Äther nacheinander auskocht. Es löst sich nur in konzentrierten Säuren und giebt als Hauptzersetzungsprodukt Glykosamin, ein Amin des Traubenzuckers, von der Zusammensetzung C6H13NO5 ^[C<sub>6</sub>H<sub>13</sub>NO<sub>5</sub>].

Chitōn, bei den alten Griechen das von Männern und Frauen unmittelbar am Körper getragene Unterkleid. Man hat den dorischen und ionischen C. zu unterscheiden. Ersterer, als Männergewand eigentlich Chlaina genannt, war ein oblonges Wolltuch, so angelegt, daß es an der linken Seite des Körpers gefaltet und daher geschlossen war, während es an der rechten offen blieb und an beiden Schultern mit Heftnadeln genestelt wurde (Fig. 1). Der ionische C. war hingegen aus Linnen, sackartig geschlossen und wurde durch das für Hals und Kopf gelassene Loch angezogen. Zur Zeit des homerischen Epos war die Tracht der Männer der ionische C., das Gewand der Frauen der Peplos (s. d.). In Athen wich im 6. Jahrh. v. Chr. der dorische dem ionischen C., doch kam zur Zeit des Peloponnesischen Krieges wieder der dorische in Gebrauch und wurde die fast allgemein übliche Tracht der griech. Männer. Es galt für ein Kennzeichen des Freien, ihn über beide Schultern zu tragen, während der C. (grch. Exomis) der Sklaven und Handarbeiter nur ein Armloch für den linken Arm hatte und den rechten Arm mit der rechten Schulter und einem Teile der Brust frei ließ (Fig. 2). So trägt ihn auch Hephaistos als Schmied. Die langen C. der Frauen wurden in der Regel in der Mitte durch einen Gurt zusammengehalten. Durch die Länge des für den Frauenchiton verwendeten Zeuges entstand ein Überschlag, der wie zwei Tücher über Brust und Rücken in verschiedener Länge, gewöhnlich bis gegen die Hüften, zuweilen noch tiefer herabhing. Auf diesen Überschlag bezieht man den Ausdruck Diploïs oder Diploïdion (auch Apoptygma). Die Ärmel erschienen völlig geschlossen; oft aber wurden sie von der Achsel an oberhalb aufgeschlitzt und durch Spangen zusammengeheftet, sodaß man durch den Schlitz

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]