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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Combretaceen - Comenius

Combretacēen, Ordnung der Myrtifloren (s. d.), Pflanzenfamilie aus der Gruppe der Dikotyledonen, mit gegen 40 fast ausschließlich tropischen Arten, Bäumen oder Sträuchern, häufig kletternd. Die Fruchtschalen einiger Gattungen sind reich an Gerbstoff, so die der Gattung Terminalia L. (s. d.).

Combrētum, Pflanzengattung aus der nach ihr benannten Familie der Combretaceen (s. d.). Die Arten derselben sind größtenteils kletternde Sträucher, seltener Bäume mit lebhaft gefärbten Blüten und lederartigen Blättern. Es sind gegen 120 Arten bekannt, die sämtlich den Tropengegenden angehören und sowohl in der Alten wie in der Neuen Welt vorkommen. Mehrere, wie C. purpureum Vahl., C. grandiflorum Don., werden in Deutschland zuweilen als kletternde Zierpflanzen in Warmhäusern kultiviert, wo sie, in den freien Grund gepflanzt, sehr gut gedeihen und als dankbare Blüher geschätzt sind. Stecklinge bewurzeln sich leicht im Vermehrungsbeet des Warmhauses.

Côme (spr. kohm), Frère, s. Baseilhac.

Come (ital.), wie; C. sta, wie es dasteht (ohne Verzierung), wie geht's?

Comédia, in der span.-portug. Litteratur im allgemeinen das gesamte nationale Kunstdrama der Spanier, so wie es sich in der Zeit seiner höchsten Blüte unter Lope de Vega und Calderon entfaltet hatte; es bezeichnet dies mit vollem Rechte, da die verschiedenen Formen der C. den wesentlichsten Hauptbestand des so unendlich reichen, nach vielen Tausenden zählenden Repertoires der span. Bühne ausmachen. Der Begriff C. deckt sich nicht mit dem, was die Griechen und Römer comoedia nannten, oder mit dem, was man jetzt in Deutschland unter einer Komödie versteht. Schon vor Lope wird die Benennung gleichwertig mit Schauspiel gebraucht, Lope unterscheidet hier und da noch die tragédia und tragicomédia. Später fallen diese beiden Namen ganz weg, mit deshalb, weil man sich des starken Unterschieds zwischen der Tragödie Senecas und der eigenen Kunstform bewußt war. Das Bedürfnis eines einheitlichen Namens war gegeben, weil die Form eine einheitliche war, heiterer und ernster Inhalt sich vielfältig mischten, übereinstimmend mit dem engl. Play, im Gegensatz zur Bühne der Alten und der Franzosen. Nur ein äußerliches Merkmal bestimmt, welchen Namen ein Bühnenstück erhält; jedes Stück, das in drei Akte (jornadas = Tagereisen, weil ursprünglich jeder Akt die Handlung eines Tages umfassen sollte) geteilt und in Versen geschrieben ist, heißt C. Ausgeschlossen sind die anders gestalteten geistlichen Festspiele (Autos), die Vorspiele (Loas), Zwischenspiele (Farças, Entremeses), Nachspiele (Sainetes), die Singspiele (Zarzuelas) und weltlichen Festspiele (Fiestas). Vom Bühnenstandpunkt aus wurden die C. de ruido oder de cuerpo, die Ausstattungsstücke, unterschieden von den C. de capa y espada, den Mantel- und Degenstücken, mit dem Kostüm des span. Tageslebens. Dort wurde je nach den Anforderungen des Stoffs und dem Vermögen der Bühne ein oft sehr erheblicher dekorativer Aufwand entfaltet; hier blieb die Bühne unverändert, ward der Ortswechsel der Phantasie des Zuschauers nur angedeutet, z. B. so, daß der Held sagt, er wolle sich in die Kirche flüchten, zur einen Thür hinausgeht und zur andern wieder hereinkommt. Stoffliche Unterscheidungen sind die der C. divina, des (oft sehr weltlichen) geistlichen Schauspiels, und der C. de santos, der dramatisierten Heiligenlegende, der C. de figuron, des Charakterlustspiels, und der C. burlesca, der Parodie. Die Bezeichnung C. famosa (namhafte) oder grande (große) will besagen, daß das Stück mit Erfolg gespielt worden sei. Die Wahl des Stoffs war unbeschränkt; Mythologie, Legende und Sage, Novelle und Epos, Ritter-, Schäfer- und Schelmenromane, die biblische und die Profangeschichte aller Zeiten, neben den Tagesereignissen, gingen im buntesten Wechsel über die Bretter; wobei denn freilich Ulysses wie Absalon sich ganz in Spanier verwandelten. Die Versbildung war in Lopes Periode eine außerordentlich üppige; jener empfiehlt die Decima für Klagen zu verwenden, das Sonett für die Erwartung, für die Erzählung die Romanze oder auch die Octave, das Terzett für ernste Dinge, in Liebesgesprächen die Redondilla. Hierzu kommen noch die lyrischen Einlagen. Calderon schränkt diese Überfülle erheblich ein, bleibt aber immer noch reich genug. - Vgl. Schack, Geschichte der dramat. Litteratur und Kunst in Spanien (2. Aufl. 1854, Bd. 2, S. 73 fg.); Morel-Fatio, La comédie espagnole du XVII<sup>e</sup> siècle (Par. 1885); Schaeffer, Geschichte des span. Nationaldramas (2 Bde., Lpz. 1890). (S. Autos und Entremes.)

Comédie (spr.-dih), franz. Bezeichnung für Drama, besonders Lustspiel, in der franz. Theatergeschichte zuerst bei "Eugène" von Jodelle gebraucht. "C. française" heißt auch das Théâtre français, die erste Pariser Bühne. (S. Französische Litteratur und Französisches Theater.)

Comĕdo (lat., Mehrzahl Comedōnes), Fresser, Schlemmer; Mitesser in der Haut, s. Finne.

Comenĭus, Joh. Amos, eigentlich Komensky, Pädagog, wurde 28. März 1592 zu Nivnitz bei Ungarisch-Brod in Mähren oder, wie nach neuern Forschungen wahrscheinlicher ist, an letzterm Orte selbst geboren. Komensky nannte sich schon sein Vater, dessen eigentlicher Name unbekannt ist, nach seinem Geburtsort Komňa bei Ungarisch-Brod. Der Vater war wahrscheinlich Landwirt in Ungarisch-Brod (nach andern Müller in Nivnitz) und gehörte zu der böhm.-mähr. Brüdergemeine. Frühzeitig verlor C. seine Eltern, infolgedessen wurde seine Erziehung sehr vernachlässigt, und er kam erst 1608 auf eine lat. Schule. 1611 ging er nach Herborn in Nassau und dann nach Heidelberg, um Theologie zu studieren. 1613 hielt er sich in Amsterdam auf, kehrte 1614 in die Heimat zurück und übernahm in demselben Jahre die Leitung der Brüderschule in Prerau, an der er 2 Jahre wirkte. Dort schrieb er die Schrift "Grammaticae facilioris praecepta" (Prag 1616). In demselben Jahre wurde er, in das kanonische Alter eingetreten, Priester und 1618 Prediger in Fulnek, wo er zugleich die Leitung der Brüderschule übernahm. Wenige Jahre darauf, nach der Schlacht am Weißen Berge, begann in Böhmen die kath. Gegenreformation und damit für C., den prot. Geistlichen, die Zeit der Verfolgungen. Durch kaiserl. Mandat vom 13. Dez. 1621 wurden die evang. Pfarrer und Prediger aus dem ganzen Königreiche verbannt. Das span. Heer drang auch in Fulnek ein, plünderte die Stadt und setzte sie in Brand. Die Bibliothek des C. samt allen seinen Manuskripten soll öffentlich verbrannt worden sein. Er selbst und andere Glieder der Brüdergemeine fanden durch Karl von Zierotin in Brandeis und später bei Sadowsky von Sloupna in Weiß-Třemeschna im Riesengebirge ein Asyl, bis diese edlen Schützer end-^[folgende Seite]