Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

529
Corrigenda - Corrodi
Uruguay geschieden, grenzt südlich an Entre-Rios,
hat 81148 ^m und (1892) 210000 E., d. i. etwa
2 auf 1 ykni. C., das argentin. Mesopotamien, ein
schmaler Landstreisen, dessen Breite höchstens 280km
beträgt, ist stach, nurim^tO. hügelig und von einem
dickten Netz zahlreicher Nebenflüsse der gewaltigen
Ströme Parana und Uruguay bewässert, die die
Entwicklung des Verkehrs begünstigen (darunter
der von NO. nach SW. gerichtete Rio C.). Im
Süden ist das Land gut bewaldet und fruchtbar
und erzeugt hauptsächlich Baumwolle, Tabak, Reis
und Zucker. Im Norden finden sich, außer der
stachen, zuweilen 2500 hkin bedeckenden Laguna
de Ibera, in welcher Seen mit Schilf- und Vusch-
ländern und schwankenden Moorgründen abwechseln,
noch zahlreiche andere, mit Victoria re^ia ^l"l/?.
geschmückte Wasserflächen, namentlich die Las Ma-
layas genannte Gruppe, welche den Boden außer-
ordentlich befruchten und das Land keineswegs
ungefund machen. Von Bedeutung für die Ausfuhr
sind nur die Produkte des Walde^Balken, Bretter,
Planken) und der Herden (Häute, Fleisch, Fett, Hör-
ner). Der Ackerbau liefert nur den heimischen Be-
darf, trotz der außerordentlichen Fruchtbarkeit des
Bodens. Der Viehstand betrug 1889 1,8 Mill. Rin-
der, 611000 Schafe und 268000 Pferde. C. zerfällt
in 25 Departamentos, es bestehen 181 Elementar-
schulen, die (1888) von 5230 Kindern besucht wur-
den. Die Einnahmen der Provinz betrugen (1890)
1853362, die Ausgaben 1801238 Pesos. C. hat
eine Eisenbahn von San Pablo nach La Cruz am
Uruguay, welche bis Posadas am Parana fortge-
führt werden soll. Ferner ist eine Diagonalbalm C.-
Can Pablo im Bau. - 2) Hauptstadt der Provinz
C., am linken Ufer des Parana, etwas unterhalb
der Einmündung des Paraguay, an der Stelle, wo
3. April 1588 der span. Adelantado von Paraguay,
Alonzo de Vera, mit 80 Couquistadoren ans Land
stieg, hat 14000 E., die fast alle eine Indianer-
sprachc (das Guarani) sprechen, einen großen Platz,
vier Kirchen, mehrere Schulen, eine Vibliotbek, ein
Nationalcolleg, Lehrcrinnenseminar, zwei Hospitäler,
eine Filiale der Nationalbank, cm naturhistor. Mu-
seum, das 1854 unter der Leitung Vonplands stand,
einen trefflichen Hafen und Bootsbau.
OorriFSnÄa (lat., "das zu Verbessernde"), so-
viel wie Druckfehlerbcrichtigungen.
(lorriFsr 1a. lortnns (frz., spr. -rischeb la
fortühn, "das Glück verbessern"), falsch spielen,
Worte Riccauts in Lessings "Minna von Barnhelm"
(Akt 4, (^cene 2), die schon in Hamiltons "^le-
inoil68 äs l^rammnnt", Kap. 2, vorkommen und in
Prevosts "Nanoii I^68cmtt" wiederbolt werden. Zu
Grunde liegt dem Ausdruck eine Stelle in Terenz'
"^äolpin" (4. Akt), wo Micio das menschliche Leben
mit dem Würfelspiel vergleicht und den Nat giebt,
man müsse, wenn man keinen den Wünschen ent-
sprechenden Wurf gethan habe, ihn mit Geschick ver-
bessern ("iä arw nt 001-1-1^8").
vorrodorantia. (lat.), Stärkungsmittel.
Oorroaentia. (lat.), Ätzmittel.
vorroäVntia., eine Unterordnung der Gerad-
flügler (s. d.). Die 0. besitzen, wenn überbaupt,
4 gleichartige, häutige, spärlich geäderte Flügel. Die
Hinterflügel sind nicht zusammenfaltbar. Die wich-
tigsten Familien der 0. sind Termiten (s. d.) und
Holzläuse (s. d.).
Corrodi, Salomon, Landschaftsmaler, geb. 1810
in Zürich als Sohn eines prot. Pfarrers, siedelte
Brockhaus' Konvcrsatmns-Lexikon. 14. Aufl.. IV.
1830 nach Italien über und bildete sich in Rom, wo
er über ein halbes Jahrhundert lebte, unter Koch,
Neinhart und Catel zum Aquarellmaler aus. Er
starb 4. Juli 1892 in Como.
Hermann C., Landschaftsmaler, Sohn des
vorigen, geb. 23. Juli 1844 in Frascati bei Rom,
vollendete gemeinsam mit seinem Bruder Arnold
C. abwechselnd in Rom und Paris seine Studien.
Eine später unternommene Orientreise gab ihm
Stoss zu einer Auzahl effektvoller Bilder, die um so
mebr Anklang fanden, als er auf eine schwerwiegende
Staffage hält, die den Gemälden eine höchst malerische
Wirkung und zugleich ethnogr. Wert sichert. Von
seinen Gemälden sind hervorzuheben: Eine Pro-
zession in Sorrent (1876), Sturm auf der Insel
^t. Honore (1878), Mönche im Garten eine Wein-
probe baltend, Pilger in Jerusalem, Ave-Maria in
Venedig, einige Bilder von Cypern (für den Prinzen
von Wales), Klagemauer zu Jerusalem, zwei große
Bilder aus der Campagna von Rom; sodann: Die
Geburt der Venus (ehedem in der Galerie Hoch zu
München). Auf der Pariser Weltausstellung von
1889 sah man von ihm Ansichten von Jerusalem,
aus Cypern, von Capri; in München 1892: Stör-
sischer bei Viareggio.
Arnold C<, Maler, Bruder des vorigen, geb.
1846 zu Rom, entwickelte sich früh und eigenartig.
Seine lyrisch angelegte Natur spiegelt sich in den
zart empfundenen Motiven seiner frühern Zeit.
Zu ihnen geboren: Balkonscene aus Venedig (Gale-
rie in Petersburg), Gondelfahrt eines Liebespaares
"Museum in Basel), Liebeserklärung (Museum in
Zürich), Liebesidylle am Comcrsee (1869). Nach
cinem längern Aufenthalt in Paris und Deutschland
begann sich seiu Talent in histor. Kompositionen zu
entwickeln. Hierher gehören: Paulus vor dem Land-
pfleger Felir (1870), Einzug des Titus in Rom
(1871), Velisar, Verschwörung des Catilma, Predigt
^avonarolas, Verurteilung Don Marino Falieris
(1872), Pctrarka bei König Robert III. von Neapel.
C. starb, während er an einem großen Bilde: Ab-
dankung Karls V., arbeitete, im Sept. 1874 zu Rom.
Corrödi, Wilh. August, Dichter und Zeichner,
geb. 27. Febr. 1826 in Zürich, studierte Tbeologie
in Zürich und Basel, fühlte aber mehr Vorliebe für
einen künstlerischen Beruf und bezog daher 1847
die Münchener Akademie, wo er bis 1852 blieb.
Später lebte er als Schriftsteller in seiner Heimat,
wurde 1862 Zeichenlehrer an den höbern Stadt-
schulen von Wintcrthur, legte 1881 diese Stelle nie-
der und starb 16. Aug. 1885 zu Zürich. Er ver-
öffentlichte: "Lieder" (Cass. 1853), "Dur und Moll.
Auc- Natur und Leben" (St. Gallen 1855), "Ein
VnchohneTitel,aberfürKindervonsiebenbissieben-
mal sieben Iabren" (ebd. 1855), "Waldleben", lyri-
scker Roman (ebd. 1856), "Neisebriefe aus der Schweiz
nnd Mailand" (Luzern 1857); mehrere Idyllen und
Dramen im beimischen Dialekt: "De Herr Pro-
fch'er. Idyll aus dem Züribiet" (Winterthur1858;
2. Aufl. 1872), "Dc Herr Vikari. Winteridyll usem
Züripiet" (ebd. 1859), "De Herr Doktcr. Herbst-
idyll" u. s. w. (ebd. 1860; von ihm dramatisiert,
ebd. 1872); sodann, außer mehrern Iugendschriften,
"Ernste Absichten. Ein Frühlingsbuch" (ebd. 1860),
"Deutsche Reime und Rätsel", mit Illustrationen
von ibm (Glogau 1861), "Shakspeare. Lebensweis-
heit aus seinen Werken gesammelt" (Winterthur
1863; 2. Aufl. 1864), "Lieder von Robert Vurns",
aus dem Schottischen in das Schweizer Deutsche
34