Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

586
Crema - Crémieu
Crcma, Hauptstadt des Kreises C. (85409 (5.) in
derital. Provinz Cremona,in fruchtbarer Gegend, am
rechten lifer des Serio und an der Linie Bergamo-
Treviglio-Cremona des Adriatischen Netzes, Sitz
eines Bischofs, hat Dampfstrahenbahn nach Lodi
und Brescia, (1881) 8251, als Gemeinde 9111 E.,
in Garnison die 3. und 4. Eskadron des 4. Kaval-
lerieregiments, eine Kathedrale, eine schöne Kircke
Sta. Maria della Croce, ein Gymnasium, Theater,
Hospital und Findelhaus; Wein- und Obstbau, Ve-
reitung von Käse (Olrubiolen) und Konfitüren (sog.
Spugaden), Seidenspinnerei und Leinenweberei
(die beste ital. Leinwand), Spitzen- und Hutfabrika-
tion und Fischfang. - C. erwuchs als Cremete auf
der Sumpfinfel Fulcheria aus einem Zufluchtsort
der von dem Langobaroenführcr Aldoin Vertriebe-
nen. Zur Zeit der Kämpfe der Ghibellinen und
Guelfen stand C. zu den erstern, wurde von
Friedrich I. 1160 zerstört, 1185 wieder aufgebaut,
kam dann unter die Signorie der Venzoni und nach
dem Erlöschen der Visconti 1454 an Venedig.
vreinaülsrs, ^u (frz., spr. ang kremäjähr),
im Zickzack, sägesörmig, s. Glacis.
Orenis (frz., spr. lrähm), Milchrahm, Sahne'
ferner Bezeichnung für rahmartige speisen aus
Milch, Eiern und andern Bestandteilen (Schokolade,
Wein u. s. w.), von welchen sie den näber bestimmen-
den Namen erhalten. 0. heißen auch feine, farblose,
sehr sühe Liqueure. In übertragener Bedeutung
bezeichnet (?,. das Auserlesenste, Beste von etwas,
namentlich die vornehmste Gesellschaft.
Cremer (spr. -mähr), Camille, franz. General,
geb. 6. Aug. 1840 zu Saargemünd, Schüler der
Militärschule von St. Cyr, nahm als Zuaveulicute-
nant am merik. Feldzuge teil und wurde als Kapitän
bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges von
1870 Adjutant des Brigadegenerals Clinchant. Er
nahm an den Schlachten um Metz teil, wurde infolge
der Kapitulation vom 27. Okt. 1870 lriegsgefangen,
aber gegen schriftlichen Revers (vom 31. Okt. 1870),
während des Krieges nicht mehr gegen Deutschland
Kriegsdienst zu leisten u. s. w., freigelassen. Er brach
jedoch sein Wort und trat als Divisionsgeneral an
die Spitze der Region des Ostens. Seine Truppeu,
die gegen 15000 Mann mit 20 Geschützen zählten,
bestanden größtenteils aus Mobilgarden. Als
27. Nov. General von Werder in der Nähe von
Dijon bei Pasques die Nachhut des Garibaldischen
Freikorps geschlagen hatte und danach den General
von Glümer überEpernay gegen C. entsendete, be-
setzte dieser die taktisch starte Stellung westlich von
Nuits, fiel 3. Dez. die bad. Brigade "des Generals
Keller auf dem Marsche von Autun nach Dijon an
und lieferte 18. Dez. das Gefecht von Nuits, das
von der bad. Division nur unter großen Verlusten
gewonnen wurde. Bei dem fluchtartigen Rückzüge
löste sich C.s Korps fast vollstäudig auf, wurde aber
später als Division bei Vesancon wieder organi-
siert, der Ostarmee (Vourbaki) unterstellt und nahm
an der Lisaine-Schlacht (15. bis 18. Jan. 1871)
teil. Als die Ostarmee zum übertritt nach der
Schweiz genötigt war, entkam C. an der Spitze seiner
Kavallerie nach dem südl. Frankreich. Am 18. März
1871, bei Ausbruch des Commune-Aufstandes, traf
C. in Paris ein, lehnte das ihm angetragene Ober-
kommando über die Streitkräfte der Insurrektion
ab und bewirkte die Freilassung des in die Gewalt
der Communards geratenen Generals Chanzy. Nach-
dem ihm von der Kommission zur Prüfung der Grade
nur der Rang eines Vataillonskommandanten zu-
erkannt worden war, nahm C. seinen Abschied. Er
starb 2. April 1876 in Bclleville. - Vgl. Poullet,
i^'invaLiou äan8 I'Nst. 1.6 A6Q6ra1 d (Par. 1871).
Cremer, Christoph Joseph, Journalist und Po-
litiker, geb. 15. Juli 1840 zu Bonn, studierte da-
selbst 1861-64 Philosophie, Philologie und Ge-
schichte, trat 1864 in die Redaktion der klerikalen
"Kölner Blätter" ("Kölnische Volkszeitung") und
übernahm später die Leitung der "Kölnischen Han-
delszeitung". 1866 kehrte er auf die Universität
Bonn zurück, um Medizin zu studieren, und ging
1868 nach Paris, wo er für deutsche Blätter thätig
war. 1870 nach Deutschland zurückgelehrt, über-
nahm er die Redaktion oc^ "Westfälischen Merkur"
und trat 1871 in die Redaktion der "Germania"
in Berlin über, in der er bis Ende 1875 blieb.
Während des Karlistenaufstandes machte er 1874
eine Reise nach Spanien, um die Zustände im Kar-
listenlager kennen zu lernen. 1875 wurde er in
das preuß. Abgeordnetenhaus gewählt und schloß
sich der Centrumsfraktion an, von der er sich jedoch,
da er stets den nationalen Standpunkt vertrat, in
manchen Fragen trennte. In Berlin nahm er mit
großer Lebhaftigkeit an der antisemit. Agitation
gegen die Fortschrittspartei teil, geriet aber da-
durch in Konflikt mit feiner eigenen Partei und
löste schließlich seine Verbindung mit dieser gänz-
lich. Er wurde dann 1882 als Kandidat (Wilder)
für Teltow - Vecskow - Storkow - Charlottenburg in
das preuß. Abgeordnetenhans gewählt, verlor aber
dies Mandat bei den Wahlen von 18W. C. schrieb:
"Aus dem Karlistenlager" (Berl. 1875), "Die polit.
und sociale Bedeutung der vatikanischen Definition
vom unfehlbaren Lehramte des röm. Papstes" (Kre-
feld 1876), "Europa, Rußland und die orient. Frage"
(Berl. 1876), "Zum Königsjubiläum" (ebd. 1885).
Crcmer, Iacobus Jan, Holland. Novellist, geb.
1. (^ept. 1827 in Arnheim, widmete sich zuerst der
Malerei, dann der Novellistik. Er starb 5. Juni 1880
im Haag. Seine "Zetnxv8c1i6 ^ovsiisn" (Leid. 1856
u. ö.), Dorfgefchichten in der Mundart der geldern-
schcn Landschaft Betuwe, sind ausgezeichnet durch
eine kernige Sprache und naturgetreue Schilderung
des ländlichen Lebens. Außerdem veröffentlichte
C. noch einige größere Romane: "v6 I^eiis vg.u 'g
(3rHV6udHF6", "1)3.ui6i 3Ü8", tt^QQ3.K00^6" (1867),
"Dolltor Iloliliouä 6H 2M Vl0li^" (1870), "UHUUN
äs ii'6n1ti" (1873), "^00N66i8poi6i'8". Weniger Er-
folg hatte er als Dramatiker; seine besten Stücke
sind: "Vo6r 6n Ud6im3.11" und "VmrnH LLi'tuoit".
Gesammelt erschienen seine "NomHiitiscliß V^er-
I^u" in 14 Von. (Leid. 1877-81). Verschiedene
seiner Stücke sind in fremde Sprachen übersetzt, ins
Deutsche von L. von Heemstccde: "Das Pfauen-
federchen", "Bruder Jakob" u. a.; von Friedrich
Schnettler: "Der blinkende Hahn" u. a.; von Adolf
Glaser mit und ohne den Namen des Verfassers:
"Die Pflegemutter, eine Dorfgeschichte", "Nieder-
länd. Novellen" (Braunschw. 1867), "Stille Welt",
"Ein geldernscher Landmann mit seinem Sohne auf
der Amsterdamer Kirmes", "Die Arbeiterprinzefsin"
(Braunschw. 1875, nach "Hornig, äs fi-^ui^") u. s. w.
Eremieu (spr. krenüöh), Hauptstadt des Kantons
C. (286,54 cilvin, 26 Gemeinden, 17175 E.) im
Arrondissement La Tour-du-Pin des franz. Depart.
Isere, 33 Icm nordwestlich von La Tour-du-Pin,
5 km vom linken Rhone-Ufer entfernt, am Fuße des
Annoisin (429 m) und an der Lokalbahnlinie Lyon-
Artikel, die man unter E vermißt, sind unter K aufzusuchen.