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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dampfkochapparate - Dampfleitung
tricbseinrichtungen vertraut ist. - Die innere
Untersuchung bezweckt die Prüfung der Be-
schaffenheit des Kesselkörpers, welcher dabei soweit
wie nötig von innen und außen genau zu benötigen
ist. Zu ihrer Ausführung ist der Betrieb des Kessels
einzustellen. Die Einmauerung oder Ummante-
lung des Kessels ist, soweit nötig, zu entfernen,
der Kessel selbst innerlich und äußerlich von dem
anhaftenden Kesselstein und Nuß gründlich zu rei-
nigen. Die innere Untersuchung ist vornehmlich
zu richten: auf die Beschaffenheit der Kessclwan-
dnngen, Nieten, Anker, Heiz- und Nauchrobre, wo-
bei zu ermittelu ist, ob die Widerstandsfähigkeit
dieser Teile durch den Gebrauch gefährdet ist; auf
das Vorbandensein und die Natur des Kesselsteins,
seine genügende Beseitigung und die Mittel dazu;
auf den Zustand der Wasserzuleitungsröhren und
der Reinigungsöffnungen; auf den Zustand der
Speise- und Dampfventile; auf den Zustand der
Verbindungsrökren zwischen Kessel und Mano-
meter bez. Wasserstandszeiger sowie der übrigen
Sicherheitsvorrichtungen; auf den Zustand der
ganzen Feuerungseinrichtung sowie der Feuerzüge
außerhalb und innerhalb des Kessels. - Die Prü-
fung durch Wafferdruck bezweckt, die Wider-
standsfähigkeit und Dichtigkeit des Kessels zu er-
proben. Dieselbe erfolgt in der Negel in Verbin-
dung mit der vorangegangenen innern Untersuchung
des Kessels und wird ausgeführt wie bei neu an-
gefertigten Kesseln, jedoch mit dem Unterschied, daß
der Probedruck für die schon in Betrieb gewesenen
Kessel den hierfür geltenden besondern landesgefetz-
lichen Vorfchriften zu entfprecken hat. Eine gleiche
Prüfung der Kessel mittels Wasserdruck hat nach
Ausführung einer grösiern Reparatur zu erfolgen.
(S. Dampftesselgesetze.)
Werden bei all diesen Untersuchungen seitens
der hierzu verpflichteten Sachverständigen Unregel-
mäßigkeiten vorgefunden, fo ist auf baldige Ab-
stellung derselben hinzuwirken. Ergicbt sich bei einer
Revision ein Zustand, welcher eine unmittelbare
Gefahr einschließt, so ist die Fortsetzung des Be-
triebes zu untersagen und der zuständigen Polizei-
bcbö'rde unverzüglich Anzeige zu erstatten.
Dampfkochapparate, s. Kocheinrichtungen.
Dampfkrumpe, s. Dekatieren.
Tampfküche von Egrot, s. Kocheinrichtungen.
Tampfkugel, auch Stanktugel, veraltete
Konstruktion eines starken Rauch erzeugenden Feuer-
werkskörpers, dessen man sich bedient, um bei Tage
Rauchsignale zu geben sowie um durch Hervor-
bringung unatembarcr Luft den Feind aus Minen-
gängen, Blockhäusern u. s. w. zu vertreiben. Zu
diesen Zwecken benutzt man jetzt den Fanal (s. d.),
Fcuerballen (s. d.) oder Pulverladungen schlechtweg.
Tampfkutfche, s. Strahenlokomotiven.
Dampfleitung, die Einrichtung, die dazu dient,
den Dampf von seinem Erzeugungsorte (dem Dampf-
kessel) den verschiedenen Verbrauchsstellen (Dampf-
mafckinen, Dampfkochapparaten u. s. w.) zuzufüh-
ren ; man verwendet hierzu im allgemeinen gußeiserne
Flanschenrohre, welche untereinander mit Einfügung
der dem Verlauf der Rohrleitung entfprechenden .Nnie-
rodre dampfdicht vcrschraubt werden. Leitungen von
geringerm Durchmesser werden auch aus schmiede-
eisernen Rohren mittels schmiedeeiserner Flanschen
zusammengesetzt, kürzere, vielfach gekrümmte Leitun-
gen wohl auch aus kupfernen Robrcn gebildet. Im
Schiffsmaschinenbau werden jedoch auch die Leitun-
gen größten Durchmessers aus Kupfer hergestellt.
Die D. wird gewöbnlick an dem höchsten Punkte des
Dampfkessels, also am obern Teile des Dampfdomes
angebracht, an welcher stelle sich stets ein Dampf-
absperrventil befinden muß. Sind mehrere Kessel zu
einem Betriebe vereinigt und erhalten dieselben dem-
gemäß eine gemeinsame D., so ist es erforderlich, in
dem Dampslcitungsrohre jedes einzelnen Kessels ein
Ventil zum gänzlichen Abschlüsse desselben anzu-
bringen. Die Leitung selbst hat scharfe Biegungen
zu vermeiden und erhält zweckmäßig vom Absperr-
ventil aus Gefalle zu der Verbrauchsstelle und dort
an der tiefsten Stelle eine Entwässerungsvorrichtung,
welche dazu bestimmt ist, das durch Abkühlung des
Dampfes sich aus demselben bildendeKondenfations-
wasser aus den Dampfrohren so abzuleiten, daß
hierbei kein Tampfverlust entsteht. (S. Konden-
sationswasserableiter.) Bezüglich der Ausführung
der gußeifcrnen Dampfleitungsrobre ist zu bemerken,
daß man die Wandstärken derselben mit Rücksicht
auf die ^ickerheit der Herstellung nicht gern unter
10 mm macht, wenn auch eine geringere Wandstärke
schon die genügende Festigkeit bieten würde. Die
Flanschen werden an ihrer Dichtungsfläche genau
rechtwinllig zur Rohrachse abgedreht und erhalten
auf dieser Fläcke drei bis vier konzentrische feine
Furchen eingedrebt, um dem zwifchen zwei mitein-
ander zu versckraubenden Flanfchen eingelegten
Dicktungsmaterial genügenden Halt zu geben. Als
solares dient hauptsächlich dicker, steifer Mennigtitt
für sich oder auf Scheiben von Messingdrahtgewebe
geknetet, wobei die Maschen des letztern zum Zurück-
halten des Tichtungsmaterials dienen. Sehr viel
verwendet man auch vulkanisierte Kautschukscheiben,
mittels deren sich eine reinliche, rasche und haltbare
Dichtung herstellen läßt; ebenso Bleischeiben und,
wo es (wie bei Dampfheizungen u. s. w.) darauf
ankommt, die Räume vor den durch die Kitte er-
zeugten Dünsten freizuhalten, Kupferringe von 3 bis
4 mm Durchmesser des Drahts, in tiefere Fur-
chen der Flanfcken eingelegt und kräftig verfchraubt.
In neuerer Zeit ist die Asbestdichtung vielfach in
Aufnahme gekommen; dieselbe gefckieht mittels
Scheiben von Asbestpappe, welche aus Asbestfascrn
hergestellt ist und filzige Struktur zeigt.
Um die Dampfrohre vor Wärmeausstrahlung zu
schützen, werden dieselben mit schlechten Wärmeleitern
umhüllt, und es sind biersür verschiedene Wärme-
schutzmittel in Anwendung. Einfach und billig ist
eine im wesentlichen aus Lehm und Kälberhaaren
bestehende Masse, welcke in knetbarem Zustande
etwa 65 mm dick um die Röhren geschlagen wird.
Weiter verwendet man Filz, mit Kautschuk getränkt,
um die Rohre gelegt und festgeschnürt; Baumwoll-
abfälle, Seidenabfälle, oder die neuerlich beliebt ge-
wordene Schlackenwolle, dick aufgelegt und mit
Packtuch cingcnäbt; ferner Thonröhren oder Röhren
aus einer besondern Isoliermasse, in einzelnen
Faconstücken um das Dampfrohr gelegt und durch
Drähte festgehalten, oft noch mit Strohfeilen um-
wickelt; und schließlich als eins der besten Schutz-
mittel Stroh allein, 15 mm dick schlicht aufgelegt
und mit Strohfeilen dicht umwickelt.
Wenn bei langen Leitungen wegen der Ausdehnung
der Röhren bei der Erhitzung Gefahren für den Be-
stand der Leitungen eintreten, Brüche zu besorgen
sind, so müssen in die Leitungen Kompensatoren (s.d.)
eingeschaltet werden. In gewissen Fällen werden,
auch Reduzierventile ls. d.) in die Leitung eingefügte