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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dänisches Recht - Danischmend

sagn" (3 Bde., Kopenh. 1843-60) ohne alle Zuthat wieder. Als Geschichtsforscher bethätigten sich ferner: N. M. Petersen, L. Engelstoft, J.^[Jens] Möller, Vedel-Simonsen, E. C. Werlauff, H. Kundsen, Grundtvig, H. Fr. Estrup, Worsaae u. a. Andere bedeutende histor. Arbeiten lieferten: G. L. Baden, F. L. Jahn, L. C. Müller, Allen, Nathanson, Wegener, Velschow, Becker, K. P. Paludan-Müller, Hammerich, Hübertz, Schiern, Barfod, Garde, Rohmann, Holm, Bruun, Joh. Steenstrup. Auf dem Gebiete der klassischen Philologie erwarb sich in neuerer Zeit Madvig als Latinist europ. Ruf. Wertvolle archäol. Arbeiten lieferten Brönsted und Algreen-Ussing; als Kunsthistoriker sind Höyen, Thiele, Jul. Lange und Phil. Weilbach, als Litteraturhistoriker N. M. Petersen, der Kritiker Georg Brandes und P. Hansen hervorragend. Als Orientalisten erwarben sich Westergaard und Fausböll speciell um das Altindische, Mehren und Sörensen um die arab. Studien Verdienste. Rask gesellte sich den größten Sprachforschern der neuesten Zeit zu. Unter seinen Schülern sind namentlich Lyngby, L. Wimmer, Wilh. Thomsen hervorzuheben. Als philos. Schriftsteller traten Sören Kierkegaard, Sibbern und Nielsen hervor. Unter den dän. Naturforschern machte sich besonders H. C. Örsted bekannt. Neben ihm sind noch Reinhardt, Melchior, Forchhammer, Steenstrup, Kröyer, Hornemann, Drejer, Liebman, Schiödte, V. Bergsöe, Bendz, Gosch zu nennen. Schouw leistete für physische Geographie, Meteorologie und Botanik Vorzügliches. Während die Reisewerke von Graah und S. A. Bille das Interesse für die entlegenern Länder weckten, wurde die Geographie und Statistik des Vaterlandes von Erslew, Baggesen, Bergsöe, Trap, Rawert, Nothe, David, Gad, Falbe-Hansen, Wilh. Scharling, Alex. Petersen u. a. zum Teil trefflich bearbeitet. Als Theologen erwarben sich in neuerer und neuester Zeit Ruf: Mynster, Lindberg, Grundtvig, Rudelbach, Clausen, Jens Möller, Balle, Kierkegaard, Martensen, Hermansen u. a.; als Rechtsgelehrte A. S. Örsted, Schlegel, Kolderup-Rosenvinge, Larsen, Bornemann; als Philosophen Grundtvig, H. C. Örsted, Sibbern, Rasmus Nielsen, Bröchner; als Mediziner Gundelach-Möller, Eschricht, Brandis, Stein, Jacobson, Bang, Ibsen, Mansa, Trier, Hannover, Fenger, Panum. Als Mathematiker und Astronom ist Bugge hervorzuheben; ferner von Schmiedten, Rasmus, Steen, Ursin. Als Publizisten machten sich seit Freigebung der Presse besonders Clausen, A. S. Örsted, Orla Lehmann, David, Ploug, Bille u. a. bekannt.

Um die Geschichte der dänischen Litteratur machten sich schon frühzeitig Alb. Bartholin (gest. 1663), Sibbern und besonders Moller in der "Cimbria litterata" (3 Bde., Kopenh. 1744) durch Sammlung biogr. und bibliogr. Materialien verdient. Für den Vater der dän. Litteraturgeschichte gilt R. Nyerup, der außer in zahlreichen Monographien besonders in "Historisk-statistisk Skildring af Tilstanden i Danmark og Norge i äldre og nyere Tider" (4 Bde., ebd. 1803-6), "Almindelig Morskabsläsning i Danmark og Norge gjennem Aarhundreder" (ebd. 1816), sowie in den mit Rahbek herausgegebenen Werken: "Den danske Digtekunsts Middelalder, fra Arreboe till Tullin" (2 Bde., ebd. 1805-6), "Udsigt over den danske Digtekunst under Frederik V." (ebd. 1819) und "Bidrag til n Udsigt over den danske Digtekunst under Christian VII." (ebd. 1828) vortreffliche Beiträge zur dän. Litteraturgeschichte lieferte. Jens Worms (gest. 1791) "Forsøg til et Lexicon over danske, norske og islandske lärde Mänd" (3 Bde., Helsingör u. Kopenh. 1771-84) fand in Krafts und Nyerups "Almindeligt Literaturlexicon for Danmark, Norge og Island " (2 Bde., Kopenh. 1818-20) eine neue und bis zu ihrer Zeit fortgeführte Bearbeitung. Jedoch ward dieses Werk durch Th. H. Erslevs musterhaftes "Almindeligt Forfatter-Lexicon for Danmark med tilhörende Bilande" (3 Bde., ebd. 1843-48; Supplement 3 Bde., 1858-68) noch übertroffen; vgl. auch "Dansk biografisk Lexikon. Udgivet af C. F. Bricka" (ebd. 1888 fg.). Eine Übersicht der dän. Litteraturgeschichte bis 1814 gab Thorsen in "Historisk Udsigt over den danske Litteratur" (ebd. 1839; 5. Aufl. 1858). Gute Arbeiten lieferten Molbech ("Foreläsninger over den nyere danske Poesie", 2 Bde., ebd. 1831-32), Petersen ("Beiträge zur dän. Litteratur", 5 Bde., ebd. 1853-61; neue Aufl. 1867-71) und Overskou ("Den danske Skueplads i dens Historie", 5 Bde., ebd. 1854-66). Eine treffliche dän. Litteraturgeschichte ist P. Hansens "Illustreret dansk Litteraturhistorie" (2 Bde., 1886). Für die neuere Zeit sind die Werke von Georg Brandes (s. d.) von Bedeutung. Bibliogr. Hilfsmittel sind: "Dansk Bibliographie" (hg. von A. F. Höst, Kopenh. 1843-53), "Dansk Bogfortegnelse" (ebd. seit 1851), "Dansk-Norsk Forlags-Catalog" (ebd. 1841-49). In Deutschland fand in neuerer Zeit die Litteratur und das geistige Leben Dänemarks eine Würdigung durch Strodtmann, "Das geistige Leben in Dänemark" (Berl. 1873). Ebenso findet sich die dän. Litteratur in Winkel Horns "Geschichte der skandinav. Litteratur" (Lpz. 1880) und Schweitzers "Geschichte der skandinav. Litteratur" (3 Bde., ebd. 1886-89) behandelt.

Dänisches Recht, s. Nordisches Recht.

Dänische Wage, s. Besemer.

Dānischmend (im Persischen soviel wie "gelehrt"), Name einer ostanatolischen, turkoman. Dynastie. Der Stifter Ahmed D., der Sohn des Ali Ben Nassr, machte um 1060 als Häuptling eines von Hochkappadocien bis nach Malatie am Euphrat herrschenden Nomadenstammes die Stadt Siwas (Sebaste) zu seiner Residenz, eroberte von da aus das kleinasiat. Binnenland bis Kastamuni und ließ aus dem Silber der reichen Minen jener Gebirgsgegend Münzen mit eigenem Gepräge schlagen. Er fiel 1087, als er die Festung Niksar (Neocäsarea im Osten von Amasia) belagerte, und hinterließ das Reich seinem Sohne el-Melik el-Ghasi Mohammed Kameschtegin. Während der Regierung dieses Fürsten fand der erste Kreuzzug statt, und angeregt durch die Siege der christl. Waffen, schüttelten die Bewohner der damals noch fast ausschließlich armenischen Stadt Malatie das mohammed. Joch ab, sahen sich aber bald genötigt den mächtigen Bohemund I. (s. d.), Herrn von Antiochia, zu ihrem Schutze herbeizurufen. Dieser leistete Folge und zog mit seinem Heere in die Euphratgegend, wurde aber, ehe er die Stadt erreichte, von Mohammed D. überfallen, geschlagen und gefangen nach Kappadocien abgeführt, von wo er erst nach Jahresfrist gegen hohes Lösegeld in sein Land zurückkehren konnte. Nach einer langen, wechselvollen Regierung, in der er sich nicht bloß der Kreuzfahrer, sondern auch der viel gefährlichern Seldschuken Rûms zu erwehren hatte, starb Mohammed 1142 und hatte zum Nachfolger seinen Sohn Nisâm ed-Dîn