784
Dänisches Recht - Danischmend
sagn" (3 Bde., Kopenh. 1843 -60) ohne alle Zu-
that wieder. Als Geschichtsforscher bethätigten sich
ferner: N. M. Petersen, L. Engelstoft, I/Möller,
Vedcl-Simonscn, E. C. Werlauff, H. Kundsen,
Grundtvig, H. Fr. Estrup, Worsaae u. a. Andere
bedeutende histor. Arbeiten lieferten: G. L. Baden,
F. L. Iahn, L. C. Müller, Allen, Nathanson, We-
gener, Velschow, Becker, K. P. Paludan-Müller,
Hammerick, Hübertz, Schiern, Varfod, Garde, Roh-
mann, Holm, Bruun, Job. Stcenstrup. Auf dem
Gebiete der klassischen Philologie erwarb sich in
neuerer Zeit Madvig als Latinist europ. Ruf. Wert-
volle archäol.Arbeiten lieferten VrönstedundAlgreen-
Ussing; als Kunsthistoriker sind Höyen, Thiele, Iul.
Lange und Phil. Weilbach, als Litteraturhistoriker
N. M. Petersen, der Kritiker Georg Brandes und P.
Hansen hervorragend. Als Orientalisten erwarben
sich Westergaard und Fausböll speciell um das Alt-
indische, Mehren und Sörenscn um die arab. Studien
Verdienste. Rask gesellte sich den größten Sprachfor-
schern der neuesten Zeit zu. Unter seinen Schülern
find namentlich Lyngby, L. Wimmcr, Wilh. Thom-
sen hervorzuheben. Als philos. Schriftsteller traten
Sören Kierkegaard, Sibbern und Nielsen hervor.
Unter den dän. Naturforschern machte sich beson-
ders H. C. Örstcd bekannt. Neben ihm sind noch
Reinhardt, Melchior, Forchhammcr, Steenstrup,
Kröyer, Hornemann, Drejer, Liebman, Schiödte, V.
Vergsöe, Vendz, Gösch zu nennen. Schouw leistete
für physische Geographie, Meteorologie und Bo-
tanik Vorzügliches. Während die Reisewerke von
Graah und S. A. Bille das Interesse für die cnt-
legenern Länder weckten, wurde die Geographie und
Statistik des Vaterlandes von Erslew, Baggesen,
Vergsöe, Trap, Nawert, Rothe, David, Gad, Falbe-
Hansen, Wilh. Scharling, Alex. Peterscn u. a. zum
Teil trefflich bearbeitet. Als Theologen erwarben
sich in neuerer und neuester Zeit Ruf: Mynster,
Lindbcrg, Grundtvig, Rudclbach, Clausen, Jens
Möller, Balle, Kierkegaard, Martensen, Herman-
sen u. a.; als Rechtsgelehrte A. S. Orfted, Schle-
gel, Kolderup-Rosenvinge,Larsen, Bornemann; als
Philosophen Grundtvig, H. C. Örsted, Sibbern,
Rasmus Nielsen, Bröchner; als Mediziner Gunde-
lach-Möller, Eschricht, Brandis, Stein, Iacobson,
Bang, Ibsen, Mansa, Trier, Hannover, Fenger,
Panum. Als Mathematiker und Astronom ist Bugge
hervorzuheben; ferner von Schmiedten, Rasmus,
Stecn, Ursin. Als Publizisten machten sich seit Frei-
gebung der Presfe besonders Clausen, A. S. Örsted,
Orla Lehmann, David, Ploug, Ville u. a. bekannt.
Um die Geschichte der dänischen Litteratur
machten sich schon frühzeitig Alb. Bartholin (gest.
1663), Sibbern und besonders Möller in der "Oim-
di-ia. littei-ata" (3 Bde., Kovenh. 1744) durch Samm-
lung biogr. und bibliogr. Materialien verdient. Für
den Vater der dän. Litteraturgeschichte gilt R. Nye-
rup, der außer in zahlreichen Monographien be-
sonders in "Historisk-statistisk Skildring af Til-
standcn i Danmark og Norge i äldre og nyere
Tider" (4 Bde., ebd. 1803-6), "Almindelig Mor-
skabsläsning i Danmark og Norge gjennem Aar-
hundreder" (ebd. 1816), sowie in den mit Rahbek
herausgegebenen Werken: "Den danske Digtekunsts
Middelalder, fra Arreboe iill Tullin" (2 Bde., ebd.
1805-6), "Udsigt over den danske Digtekunst under
Frederik V." (ebd. 1819) und "Vidrag til n Udsigt
over den danske Digtekunst undcr Christian VII."
(ebd. 1328) vortreffliche Beiträge zur dän. Litte-
raturgeschichte lieferte. Jens Worms (gest. 1791)
"Forsog til etLericon over danske, norske og islandske
lärde Mänd" (3 Bde., Zelsingör u. Kopenh. 1771
- 84) fand in Krafts und Nyerups "Almindeligt
Literaturlericon for Danmark, Norge og Island "
<2 Bde., Kopcnh. 1818 - 20) eine neue und bis zu
ihrer Zeit fortgeführte Bearbeitung. Jedoch ward
dieses Werk durch Th. H. Erslevs musterhaftes
"Almindeligt Forfatter-Lericon for Danmark med
tilhörenoe Vilande" (3 Bde., ebd. 1843-48; Sup-
plement 3 Bde., 1858 - 68) noch übcrtroffen: vgl.
auch "Dansk biografisk Lexikon. Udgivet af C. F.
Bricka" (ebd. 1888 fg.). Eine Übersicht der dän.
Litteraturgefchichte bis 1814 gab Thorsen in "Hi-
storisk Udsigt over den danske Litteratur" (ebd.
1839; 5. Aufl. 1858). Gute Arbeiten lieferten
Molbech ("Forcläsninger over den nyere danfke
Poesie", 2 Bde., ebd. 1831-32), Peterscn ("Bei-
träge zur dän. Litteratur", 5 Bde., ebd. 1853-61;
neue Aufl. 1867-71) und Ovcrskou ("Den danske
Skueplads i dens Historie", 5 Bde., ebd. 1854
-66). Eine treffliche dän. Litteraturgeschichte ist
P. Hansens "Illustreret dansk Litteraturhistorie"
(2 Bde., 1886). Für die neuere Zeit sind die Werke
von Georg Brandes (s. d.) von Bedeutung. Bibliogr.
Hilfsmittel sind: "Dansk Bibliographie" (hg. von
A. F. Host, Kopenh. 1843-53), "Dansk Vog-
fortcgnelse" (ebd. feit 1851), "Dansk-Norsk Forlags-
Catalog (ebd. 1841-49). In Deutschland fand in
neuerer Zeit die Litteratur und das geistige Leben
Dänemarks eine Würdigung durch Strodtmann,
"Das geistige Leben in Dänemark" (Berl. 1873).
Ebenso findet sich die dän. Litteratur in Winkel
Horns "Geschichte der skandinav. Litteratur" (Lpz.
1880) und Schweitzers "Geschichte der siandmav.
Litteratur" (3 Bde., ebd. 1886-89) behandelt.
Dänisches Recht, s. Nordisches Recht.
Dänische Wage, s. Besemer.
Danischmend (im Persischen soviel wie "ge-
lehrt"), Name einer ostanatolischen, turkoman. Dy-
nastie. Der Stifter Ahmed D., der Sohn des Ali
Ven Nafsr, machte um 1060 als Häuptling eines
von Hochkappadocien bis nach Malatie am Euphrat
herrschenden Nomadenstammes die Stadt Siwas
(Sebaste) zu seiner Residenz, eroberte von da aus
das kleinasiat. Binnenland bis Kastamuni und ließ
aus dem Silber der reichen Minen jener Gebirgs-
gegend Münzen mit eigenem Gepräge schlagen. Er
fiel 1087, als er die Festung Niksar (Neocäsarea
im Osten von Amasia) belagerte, und hinterließ das
Reich seinem Sohne el-Melik el-Ghasi Mohammed
Kameschtegin. Während der Regierung dieses Für-
sten fand der erste Kreuzzug statt, und angeregt
durch die Siege der christl. Nassen, )chüNelten die
Bewohner der damals noch fast ausschließlich arme-
nischen Stadt Malatie das mohammed. Joch ab,
sahen sich aber bald genötigt den mächtigen Bohe-
mund I. (s. d.), Herrn von Antiochia, zu ihrem
Schutze herbeizurufen. Dieser leistete Folge und
zog mit seinem Heere in die Euphratgegend, wurde
aber, ehe er die Stadt erreichte, von Mohammed
D. überfallen, geschlagen und gefangen nach Kap-
padocien abgeführt, von wo er erst nach Jahresfrist
gegen hohes Löfegeld in fein Land zurückkehren
tonnte. Nach einer langen, wechselvollen Regie-
rung, in der er sich nicht bloß der Kreuzfahrer, son-
dern auch der viel gefährlichern Seldschuken Rums
zu erwehren hatte, starb Mohammed 1142 und
hatte zum Nachfolger seinen Sohn Nnäm ed-Dm