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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Delaporte - De la Rue
Formenbehandlung. Sodann hat D. die plastische !
Ausschmückung für die Kirchen St. Eustache und
Et. Joseph in Paris geliefert. Für die Neue Oper
schuf er die sitzende Marmorfigur des Komponisten
Aubcr (1881) und für den Palast des Trocadero
(an der Balustrade) die vergoldete Bronzefigur
Afrika. Er starb 11. Jan. 1891 in Paris.
Delaporte (spr.-pört), Marie, franz. Schau-
spielerin, geb. 27. (^ept. 1838 zu Paris, wurde im
Konservatorium daselbst ausgebildet und war seit
1855 Mitglied des (Klimas? äi-Hmatigue, seit 1868
des Michael-Theaters in Petersburg. Zu idven vor-
züglichsten Rollen gehören Ce'cile in "Montjoye",
Camille in "He'loise Paranquet", Ieannine in "Ideen
der Madame Aubry" und Frousrou.
Delaporte (spr. -pört), Michel, franz. dramat.
Dichter, geb. im Sept. 1806 zu Paris, studierte auf
dem College in Amiens, fchrieb kritische Artikel und
Novellen, besonders für oie tt^ui-o^monln-cInciuL",
und verfaßte seit 1835 viele Theaterstücke, die fast
alle dem Gebiete des Vaudeville angehören: "I'ou-
diNwut" (1835), "Hu prsmiki- tönoi-" (1841), "(^-
drion ou 168 inf0i'tuu68 ä'uu pipLiot" (1845), "I^a
l6M!N6 cl6 IN611ÄF6" (1851), "I'oinktts 6t 80N cllia-
dinier" (1856) u. s. w. D. arbeitete vielfach mit
Varin zufammen, fo in "1^68 tl0i8 ül8 äo C^Iet-
R0U886I" (1860), "IIu Ilerculo et une Mie t'einme"
(1861), "^d yue 1'amour 68t a^eHdle" (1862),
"ÜN6 k6MIU6 l^UI I)9.t 80N F6Näl6" (1864), "^liläHML
?0t.Hu-l6w> (1869) u. s. w. D. starb 30. Sept. 1872.
De la Rive (spr. rihw), Aug. Arthur, Physiker,
geb. 9. Okt. 1801 in Genf, wurde 1823 Professor
der Physik an der Akademie daselbst und starb dort
27. Nov. 1873. Seine Untersuchungen beziehen sich
mcist anf Elektricität und Magnetismus; durch seine
Erfindung, Silber und Kupfer in alkalifchen Bädern
galvanisch zu vergolden, legte er den Grund zur
weitern Ausbildung der Galvanoplastik. Er lieferte
auch Untersuchungen über Probleme der Wärme-
und Lichtlehre. D. redigierte 1836-41 die"Vid1io-
tKe<1U6 unjv61-86ii6 ä6 ^6N6V6", 1841-45 die cc/Vi--
ckiv68 lio 1'6i6ctricit6", 1846-60 die "^.i'ckiv68
Ü68 8<?i6nc68 P^81(1U68 6t na,tni'6ii68". Außerdem
schricb er "'Iraite li'eiecti'icitö tkeoi'iciue et a^pii-
<inee" (3 Bde., Par. 1854-58).
Delaroche (spr. -rösch), Paul, franz. Historien-
maler, geb. 17. Juli 1797 zu Paris, war ein Schüler
von Gros. In seinen ersten Arbeiten, wie: Ioas
- als Kind von Iosabeth dem Tod entrissen (1822),
Ieanne d'Arc im Gefängnis vom Kardinal Win-
chester verhört (1824), blieb er den akademischen
Grundsätzen seines Lehrers treu, fühlte sich aber
bald zu der neuen romantischen Richtung hingezogen.
Dies bekunden die Gemälde: Scene aus der Äar-
tholomäusnacht (1827; Museum in Königsberg),
Tod der Königin Elisabeth von England (1828: im
Louvrc, Stich von Iazet). In derselben Zeit schuf
cr das an dramat. Bewegung reiche Bild: Die Er-
mordung des Präsidenten Duranti durch den Pöbel,
das seinen Ruf als begabten Maler sicherte. Im
Salon von 1831 stellte er dann vier Hauptwerte
aus: Richelieu, die Verschwörer deThou und Cinq-
Mars im Nachen die Seine hinauf zum Tode füh-
rend: Mazarin auf dem Krankenbett, am Kartenspiel
seines Hofkreiscs teilnehmend; zwei durch Girards
Kupferstiche bekannte Gemälde. Ferncr: Cromwell
am Sarge Karls I. (Museum zu Nimcs) und Die
Kinder Eduards IV. im Tower (1830; im Louvre).
D. zeigte in diesen Bildern große Genauigkeit in
der Behandlung aller Teile und eigentümliche Zart-
heit in der Darstellung schrecklicher Vorgänge. So-
dann schuf er in fchneller Aufeinanderfolge: Die
heil. Amalie (gestochen von Mercuri), Die Hinrich-
tung der Jane Gray (1834), Ermordung des Her-
zogs von Guise (1835; im Besitz des Herzogs von
Aumale), letzteres ein Meisterwerk des Künstlers;
Karl I. von Cromwells Soldaten verhöhnt; Lord
Strasford zu feiner Hinrichtung geführt (1835; im
Sutherlandhouse zu London). Von der Regierung
1837 mit der Ausschmückung eines Saals in der
Pariser Kunstschule beauftragt, malte D. an dcr
halbrunden Wand desselben eine Art Kunstareopag,
bestehend aus den Hauptmeistern aller Länder und
Zeiten, fünf Gruppen init 75 Figuren. Seit diesem
Werke, das ihn 4 Jahre bcschästigtc, aber bei dem
Brande von 1855 stark beschädigt wurde, sandte er
keine Bilder mehr zu den Ausstellungen. Seit dem
Tode seiner Gemahlin verließ er die romantische
Richtung und wandte sich mehr dem religiösen Ge-
biete zu; hierhergehören: Eine Pieta, Maria am
Kreuzigungstag in ihrer Kammer, Maria am Fuße
des Kreuzes, Marias Heimgang von Golgatha,
Maria in Betrachtung der Dornenkrone, Heilige
Familie (Antwerpen; Galerie Notebohm). Diese
kleinen Passionsdramen sind von innigem Gefühl
und zarter Färbung. Von seinen spätern histor. Ge-
mälden sind zu nennen: Napoleon I. nach der Ab-
dankung zu Fontainebleau (1845; Museum zu Leip-
zig; s. Tafel: Französische Kunst VI, Fig. 2),
Vonaparte auf einem Maultier gedankenvoll über
den St. Bernhard reitend, Marie Antoinette vor
dem Nevolutionstribunal (1852), Die Girondisten
im Gefängnis (1855). Die Ilortioi-ä l^0il6cti0n
in London besitzt 13 Hauptwerke des Künstlers.
Auch als Vildnismaler war D. sehr thätig; er malte
nnter andern Papst Gregor XVI., Guizot, Thiers.
D. war seit 1832 Mitglied des Instituts; er starb
4. Nov. 1856 zu Paris. Mehr als 200 Schüler ar-
beiteten unter der Aufsicht des Meisters, an den sich
auch viele von den in Paris studierenden deutschen
Malern anschlössen. Die besten franz. Kupferstecher,
wie Mercuri, Prudhomme, Prevost, Görard, haben
feine Werke gestochen und so in weiten Kreisen be-
kannt gemacht. - Vgl. Delaborde, d^ivro ä6 ?uu1
D. (86photogr. Vlättcr, Fol., Par. 1858); Meyer,
Geschichte der franz. Malerei (Lpz. 1867); Nosenberg,
Geschichte der modernen Kunst, Bd. 1 (ebd. 1882).
De la Rue (spr. rüh), Warrcn, engl. Naturforscher,
geb. 18. Jan. 1815 auf der Insel Guernsey, beschäf-
tigte sich mit den Naturwissenschaften und beson-
ders mit der Astronomie, zu welchem Zwecke er in
Cranford in Middleser ein eigenes Observatorium
errichtete. Bekannt machte er sich besonders durch
die Anwendung der Photographie auf die Beobach-
tung astron. Vorgänge, ein Verfahren, das sich
zuerst bei Gelegenheit der von D. beobachteten
Sonnenfinsternis vom 18. Juli 1860 glänzend be-
währte. Später beteiligte D. sich in hervorragender
Weise an den photogr." Vorbereitungen für die Be-
obachtung des Venusdurchgangs 1874. In dem-
selben Jahre errichtete er ein Physik. Laboratorium
mit einer elektrischen Batterie von 11000 Elementen,
die von ihm in Gemeinschaft mit Hugo Müller zu
wichtigen Erpc-rimenten benutzt wurde. Mit Balfour
Stewart und Locwy gab er die Nefultate späterer
astron. Beobachtungen u. d. T. "^686arclie3 ou
8o1<Tr pdv?ic8" (2 Tle., Lond. 1869 - 70) heraus.
1881 erschien " ()n tlie pneuoinLna. ok tlie eiectric