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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Diamorum - Diapasma
Sie sind zweisäurige Vasen, die sich mit zwei Äqui-
valenten der Säuren zu Salzen verbinden. Sie
können nach denselben Methoden dargestellt werden,
wie die einfachen Amme (s. Ammoniakbasen). Von
den D. der Fettreihe ist das Pentamethylendiamin,
(^ !!,<, (NH^, am wichtigsten. Es ist auf synthe-
tischem Wege erhalten worden und ist identisch mit
dem Cadaverin (s. d.). Eine eigentümliche Verände-
rung erleiden die D., wenn ihre salzsauren Salze
erhitzt werden. Es entweicht Ammoniak, und es
entstehen Imine (s. d.), die einen sog. ringförmigen
Kern besitzen. Das Pentamethylendiamin geht so
in Piperidin über nach folgender Gleichung:
Von den D. der aromatischen Reihe ist das Meta-
phenylendiamin oder Metadiamidobenzol bemer-
kenswert, weil es mit Diazobenzoluitrat einen Farb-
stoff, das Chrysoidin (s. d.), bildet. Es entsteht durch
Reduktion des Dinitrobenzols.
Diamorum (vom grch. äia moron, "aus Maul-
beerew)), Maulbeerdiäsaft.
Diana, eiue altital. Fraueugö'ttin, die von ver-
schiedenen ital. Völkerschaften, namentlich von den
"Aquern und Latinern verehrt wurde. Ihre ange-
sehensten Kultstätten waren das Heiligtum am Verge
Tifata, ein heiliger Hain am See von Nemi, wo
neben ihr ein männlicher Dämon Virbius verehrt
ward, und der von Servius Tullius gestiftete Tem-
pel auf dem Aventinischen Hügel in Rom, ein ge-
meinsames Bundesheiligtum der Latiner. Wie
andere ital. Gottheiten wurde auch D. mit einer
griechischen verschmolzen und hat im Laufender Zeit
alle.Hauptzüge der gricch. Artemis (s. d.) augenom-
men; auf diese Weise galt sie später als Moudgöttin
und als Herrin des Waldes und der Jagd, vor allem
aber als Schützerin der Frauen und Helferin in den
Nöten der Entbindung. - D. ist auch der Name des
78. Planetoiden: D. oder Luna ist in der ältern
Chemie Bezeichnung für Silber.
Diana, Diane (vom span. äia, d. h. Tag), in
der östcrr. Marine Ausdruck für die Wache von 4 Uhr
bis 8 Uhr morgens: D. schlagen, die Tagwache
schlagen, soviel wie Reveille schlagen.
Dtäna-Affe (lüercopitiiscuä I)i3.na ^n?.), eine
zierliche Art der Meerkatzen (s. 0.) von 36 bis 38 cm
Körper- und 42 cm Schweiflänge, mit dunkelasch-
grauer Oberseite, rotbraunem Rückenstreif, schwarzem
Gesicht, Ohren, Händen und Schwanz, weißem
Backenbart. Er bewohnt die Guineaküste und Fer-
nando Po. In der Gefangenschaft ist er ziemlich häu-
fig, aber meist wenig ausdauernd. Preis 30-50 M.
Diana-Orden, im Mittelalter ein Iagdorden
für Ritter und Frauen, kam zuerst in Westfalen auf,
dann auch im Harz, und verlor sich mit Verfall des
Ritterwefens. In der Normandie gab es Dianen-
priester, unverehelichte Jäger, die gemeinsam auf
eiuem Iägerhofe lebten. In Neapel gab es im
18. Jahrh, einen D. (0räiu6 äi Diaua. O3.cciatrie6),
der sich auch nach Österreich verbreitete und bis zur
Herrschaft Murats bestand.
Diana von Frankreich, s. Diane de France.
Diana von Poitiers, s. Diane de Poitiers.
Diana von Versailles, s. Artemis (Bd. 1,
S. 945d).
viknaria., Diandrifch, s. DianäruZ.
Dia.nürus (grch., d. i. zweimännig) oder dian-
drisch nennt man eine Blüte, die zwei Staubge-
fäße besitzt. Die 2. Klasse des Linnöschen Systems
umfaßt alle diejenigen Pflanzen, deren Blüten mit
zwei freien, d. h. nicht miteinander und auch nicht
mit dem Gynäceum verwachsenen Staubfäden ver-
sehen sind; sie heißt demnach I)ianäria.
Diane, im Seewesen, s. Diana.
Diane de France (spr. diahn de frangß), Her-
zogin von Montmorency und Angouleme, geb. 1538
in Piemont, war die illegitime Tochter Heinrichs
von Orleans, nachmals Heinrich II. von Frankreich.
Ihre Mutter war uicht, wie man wohl gemeint hat,
Diane de Poitiers, sondern eine junge Piemontesin,
deren Gunst der Prinz im Feldzuge von 1537 ge-
wonnen hatte. D. d. F. ward 1547 legitimiert, hei-
ratete 1553 den Herzog von Castro, Horazio Far-
ne^e, der schon nach wenigen Monaten im Kampfe
gegen die Spanier fiel, und 1557 den Marschall
Franz von Montmorency, den Sohn des großen
ConMable, den sie 1579 kinderlos verlort Die
stolze und kluge Frau spielte in den Religionswirren
jener Zeit eine hervorragende Rolle, die auf Ver-
söhnuug der Parteien hinauslief. 1588 half sie zu
den: Ausgleich zwischen Heinrich III. und Heinrich
von Navarra, dem sie auch nach seiner Thron-
besteigung nahe stand. Sie starb 3. Jan. 1619.
Diane de Poitiers (spr. diahn de pöatieh), Ge-
liebte Heinrichs ll. von Frankreich, geb. 3. Sept. 1499,
aus einer alten Adelsfamilie in der Dauphins hei-
ratete mit 13 Jahren den Grand - Senechal der
Normandie, Ludwig von Bre'ze', ward 1531 Witwe
und erwarb, trotzdem sie 18 Jahre älter war, die
Gunst des Thronerben, Herzogs Heinrich von Or-
lsans, die sie zunächst in Ungnade bei Franz I.,
nach Heinrichs Thronbesteigung aber zu höchstem
persönlichen Ansehen und polit. Macht brachte.
Unvermindert erhielt sie ihren Einfluß, den auch
Katharina von Medici als rechtmäßige Gemahlin
des Königs nicht zu brechen vermochte, bis zu
dessen Tode (1559). Am Hofe hielt sie die Par-
teien der Guisen (s. d.) und Montmorencys (s. d.)
im Gleichgewicht, erst die erstere, dann die zweite
uuterstützend; ihre religiös-polit. Stellung war schroff
katholisch. Der Tod ihres königl. Freundes war
das Ende ihrer Macht. Von Katharina vom Hofe
verwiesen, lebte sie auf ihrem Schlosse Anet bis an
ihren Tod (22. April 1566). Man hat ihr uachge-
rühmt, daß sie das Herz des Königs nicht bloß durch
körperliche Reize, sondern mehr noch durch ihren
Beirat und ihren Kunstgeschmack gewonnen und
gefesselt habe, und da sie ihm keine Kinder geboren,
hat man annehmen wollen, daß das Verhältnis nur
ein freundschaftliches gewesen sei. - Vgl. 1^6tti-68
ä6 D. (1. ?., hg. von Guiffrey (Par. 1866).
Dianenbaum (^rdor Oianae), s. ^i'dor.
Diänenpriester, f. Diana-Orden.
Dianöolögie (grch., von äiLmoia., "Verstand"),
Denklehre (bei Schopenhauer).
Dianthut, soviel wie Erythrosin (s. d.).
vtantkus, Pflanzengattung, s. Nelke; v. alpi-
QU8, s. Alpenpflanzen.
vi"l.ntre (frz., spr. dlangtr, euphemistisch für
äiablL), in Ausrufungen: Teufel! Verteufelt! Potz-
taufend!
Diapalma (grch., "Palmenfalbe"), Pflaster aus
Olivenöl, Blei, schwefelsaurem Zink und weißem
Wachs. Mäuterpulver.
Diapasma (grch.), wohlriechendes Streupulver,