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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dodekagyn - Dodona
Dodekagytt (grch.), dodekagynifch, Oo^lo
caFvnu8, zwölfweibig, eine Blüte, die zwölf Griffel
oder Narben besitzt. Linne nannte die 11. Ordnung
in den Klassen 1-13 seines Systems DoäeciiFviiiN;
doch kommt nur in Klasse 11 diese Ordnung vor.
Dodekandrisch (grch.), DoäecHmii-liZ, zwölf-
männig, eine Blüte mit zwölf Staubgefäßen. Linne
nannte in seinem System die 11. Klasse voäecainlria,
rechnete aber nicht bloß diejenigen Pflanzen hierzu,
deren Blüten 12 Staubgefäße haben, sondern auch
solche, deren Blüten mit 12-19 freien, d. h. nicht mit-
einander verwachsenen Staubgefäßen verfehen sind.
Dodekarchie (grch.), Zwölfherrschaft, insbeson-
dere in der Geschichte des alten Ägypten die Zeit
unmittelbar vor Psammetich, in der nach der sagen-
haften Überlieferung der Griechen das Land von
12 Zerrschern regiert wurde.
Dodekatemorion (grch.), der zwölfte Teil eines
Kreises, besonders des Tierkreises in der Astronomie.
DoüokHtkOon ^., Pflanzcngattung aus der
Familie der Primulaceen (s. d.). Man tennt nur
wenig Arten, die in Nordamerika und Nordostasien
vorkommen. Es sind krautartige Pflanzen mit schönen
weiß oder rot gefärbten Blüten. Einige werden des-
halb häufig als Zierpflanzen gezüchtet, fo z.V. 1).
inwZrilolium Hs"c/i.V. und D. Nemlia ^. Beide sind
Freilandpstanzen, die selbst im Norden Europas noch
u^tcr leichter Decke den Winter überdauern. Sie
blühe:, im Mai und Juni, lieben einen halbschatti-
^en Standort und lassen sich durch Aussaat und
Stockteilung leicht vermehren.
Dodendorf, Dorf im Kreis Wanzleben des
preuß. Reg.-Bez. Magdeburg, an den Linien Mag-
deburg - Zalberstadt und Staßfurt-Blumenberg-
Magdcburg der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890)
575 E., Postagentur, Telegraph und ist geschichtlich
bekannt durch ein siegreiches Gefecht des Schillfchen
Korps, 5. Mai 1809, gegen königliche westfäl.
Truppen (Denkmal nördlich vom Dorfe).
Döderlein, Luow., Philolog und Schulmann,
oeb. 19. Dez. 1791 zu Jena, Sohn des Theologen
Joh. Christoph D. (1745-92), studierte zu München,
Heidelberg, Erlangen und Berlin Philologie, wurde
1815 Profeffor am Gymnasium in Bern, 1819
Rektor des Gymnasiums in Erlangen und Professor
der Philologie an der Universität daselbst. Er starb
9. Nov. 1863. D. veröffentlichte Ausgaben der
"Opera" (2 Bde., Halle 1841-47) und der "(^i--
inania." (lateinisch und deutsch, Erlangen 1850) des
Tacitus, der "Episteln" (lateinisch und deutsch, 2 Bde.,
Lpz. 1850 - 58) und der "Satiren" (ebd. 1860) des
Horaz, sowie der "Ilias" (2 Bde., ebd. 1863 - 64).
Seine Hauptwerke auf etymolog.-lcrikalifchem Ge-
biete bilden die "Lat. Synonyme und Etymologien"
(6 Bde., Erlangen 1826-38) und das "Homerische
Glossarium" (3 Bde., ebd. 1850 - 58), denen sich
die "Lat. Wortbildung" (Lpz. 1839), das "Handbuch
der lat. Synonymik" (ebd. 1839; 2. Aufl. 1849) und
das "Handbuch der lat. Etymologie" (ebd. 1841)
anschlössen. Hierzu kommen noch mehrere für den
Gymnasialunterricht bestimmte Schriften. D.s
Schul- und akademische Festreden, die viele stilisti-
sche Vorzüge besitzen, sind teilweise in den "Neden
und Aufsätzen" (2 Bde., Erlangen 1843-47) und
"Öffentlichen Neoen" (Frankf. 1860) gesammelt er-
schienen. - Vgl. C. von Jan im Proarannn der Er-
langer Studienanstalt (1864); von Vuchrucker und
von Stählin, Zum ehrenden Andenken D.s. Zwei
Reden (Lpz. 1892).
Dodge (spr. doddsch), Mrs. Mary (Mapes),
amerik. Iugendschriftstellerin, geb. 1828 zu Neuyork,
war mit Donald G. Mitchell und Harnet Beecher-
Stowe bei der Herausgabe von "lleartk auä Horn?"
thätig und schrieb 1864 ihre erste Erzählung: "1Ii6
Irvwsstou 8tori63". Ihr zweites Werk: "HauZ
Viin^er, or tnc; Zilver skaten" (1865), eine Kinder-
gcsckichte, die in Holland spielt, machte sie berühmt
und wurde in viele Sprachen übersetzt. 1869 folgten
"^ fe^v tl'iouäZ) Huä limv t1i6)^ KINU86ä tk6N136iv63",
"Ni83 Naion^ 0Q t1i6 01iin686 HU68tiow) (1870),
"IH71N68 anä ^illFl68" (1874), "Ilikopliii^ anä
0tli6r8" (1876), "^.ittNF tli6 ^a^)) (1879), "v0QI.1ä
auä Dnrutli^" (1883). D. ist auch Herausgeberin
der beliebten Jugendzeitschrift "3t. ^ickoi^".
Dodge (fpr. doddsch), Miß Mary Abigail, unter
demPseudonymGailHarnilton bekannte amerik.
Schriftstellerin, geb. 1838 zu Hamilton (Massa-
chusetts), wurde 1851 Lehrerin der Physik an der
Ili^k 8eli0ci1 zu Hartford (Connecticut) und später
Mitarbeiterin an verschiedenen Zeitungen. Ihre
durch treffende Satire ausgezeichneten Erzählungen
und Essays erschienen in mehrern Sammlungen,
wie "Oonnti-^ liviuA anä countr^ tkiukiuF" (Boston
1862), "ZwmdliuF diool^" (1864), "8kirini8ii63 auä
8i(6tc1i68" (1865), "I^6ä i6tt6r äH)'8 ill^ppistliorpen
und "8UININ6I- i-68t" (1866), "^Vool FÄtliki'iuZ"
(1867), "^V0inan'8 ^VI-0I1F8U (1868), "Vkttie ol tiis
d00l<8" (1870), "^V0N1HQ'8 ^01'tk" (1871), "I^ittis
k0Uv!il6"(1872), "01ii1ä^0i-1ä')(2Bde., 1872-73),
"1>V0lv6 mii68 li'0M I. 16M0N" (1873), a^U^SI-)'
Q00ninF8" (1874), "86I'IN0N8 to t1i6 ei6i'N)')) (1875),
"?ii'8t 10V6 13 I)68t" (1875), "^Vliat tliinli )^6 0t'
0^ri8t)) (1876), "Our O0NIN0N 3cd00i 8)l8t6lli"
(1880), "Nemoriiii l)k ^1i6Q ^v. voägs" (1881),
tt'IliL ill8iipi)r688idi6 doolo (1885).
Dodo (portug.), Vogel, s. Dronte.
Dodoens (spr. -duns), Rembcrt, lat. Rem-
bertus Dodonäus, Botaniker, geb. 1517 zu
Mecheln, studierte zu Löwen und erwarb sich hier
schon in seinem 18. Jahre den Grad eines Licen-
tiaten der Medizin. Er wurde 1548 als Stadtarzt
in seiner Vaterstadt Mecheln angestellt, 1574 als
Leibarzt des Kaisers Maximilian!!, nach Wien bc-
rnfen und blieb daselbst auch unter Rudolf II., dem
Nachfolger Maximilians, bis 1579. Im 1.1582
kehrte er nach den Niederlanden zurück, nachdem er
sich 2 Jahre lang in Köln aufgehalten hatte, und
wurde Professor in Leiden. Hier starb er im März
1585. Die bedeutendste Schrift D.' ist das in zwei
Auflagen zu Antwerpen erschienene und ins Fran-
zösische (von Ch. de l'Escluse, 1557) und Englische
übersetzte "Ou^lledoscl!" (mit 817 Abbildungen,
1554 und 1563).
Dodona, der älteste Sitz des pelasgischen Zeus-
kultus, mit einem hochberühmten Orakel, welches
von einem heiligen Eichbaume ausging, in dessen
Rauschen man die Stimme des Gottes selbst zu ver-
nehmen glaubte. Das älteste, in der Ilias genannte
D. soll im innern Thessalien in der Gegend der
Stadt Skotusa (der dunkeln, d. h. waldreichen) ge-
legen haben; als Priester und Propheten des Gottes
nennt die Ilias "die mit ungewaschenen Füßen auf
der Erde schlafenden" Seller. Dies thessalische D.
aber hat vermutlich niemals existiert. Schon die
Odyssee kennt nur das epirotifche D., das im Innern
dieser Landschaft am östl. Fuße des quellenreichen
Tomarosgebirges in einem etwa 12kui langen und
300-1800 m breiten Thale des alten Gaues Hellopia