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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Domestici - Dominica (Insel)
voinostio! ("Haustruppen"), Leibwache der
röm. Kaiser, von Konstantin d. Gr. an Stelle der
frühern Prätorianer begründet; ihr Anführer hieß
00N68 ä0ui68tie0luiii; Iustinian vermehrte sie von
3500 auf 5000 (s. auch I)0iii68ticu8).
Domöstics (engl.), ein amerik. Baumwollzeug,
auch starke Futter- oder Hemdenkattune.
DoinbLtiou" (lat.), auf das Haus, die Familie
bezüglich, dazu gehörig; heimifch, inländisch; ^ui-
mkÜH ä0M68ti<?H, Haustiere; ^urtum äomLLtieum,
Hausdiebstahl; "lura ä0M68tie3., einheimische Rechte,
Landesgewohnheiten. In dervorkarolingischen Zeit
hieß D. der Beamte, welcher das Krongut verwal-
tete; an seine Stelle trat unter den Karolingern der
Hausmaier. Im spätern Mittelalter werden die
Dienstmannen (Ministerialen) auch äomeätici ge-
nannt, das sind Dienstleute des Königs und der
Großen, welche unter Befreiung von andern Dienst-
pflichten und Abgaben ausschließlich im Hofdienst
oder als Reisige, auch wohl als höhere wirtschaftliche
Aufsichtsbeamte verwendet wurden.
Domestikation, s. Domestizieren.
Domestiken (frz.), Bediente, Dienstboten.
Domestizieren (lat.), zum Haustier machen;
davon: Domestikation.
DomeyM, Mineral, s. Arsenkupfer.
Domfreiheit, in Städten mit Domstiftcrn der
dem Dom zunächst gelegene Raum, welcher ehemals
unter der Gerichtsbarkeit des Domstifts stand und
demgemäß der Ortsobrigkeit nicht unterworfen war.
Domfront (fpr. dongfront). 1) Arrondifsement
des franz. Depart. Orne, hat 1241,io ykm, (1891)
117924 E., 96 Gemeinden und zerfällt in die 8 Kan-
tone Athis (149,30 ykm, 13591 E.), D. (262,28 ykm,
18090 E.), La Fertt-Macö (140,35 ykm, 15133 E.),
Flers (125,0i c^m, 26 432 E.), Iuvigny-sous-
Andaine (120,83 ykm, 9128 E.), Messei (135,35 hkm,
8814 E.), Passais (151,70 ^m, 10540 E.), Tinche-
bray (156,28 ^m, 16196 E.). - 2) Hauptstadt
des Arrondissements D<, 62 km nordwestlich von
Alencon, in 215 m Höhe, auf einem steilen Felfen,
an der Varenne und an den Linien Mayenne-D.-Caen
und Alencon-D. (69 km) der Franz. Westbahn, ist
Sitz eines'Gerichtshofs erster Instanz, hat (1891)
2401, als Gemeinde 4932 E., Post, Telegraph, eine
schöne Kirche (Notre-Dame-sur-l'Eau), ein College
und bedeutenden Handel mit Pferden.
Domgymnasien, s. Domschulen.
Domherr, Mitglied des Domkapitels (s. d.).
DoiuioöliÄ., s. Breitschwanzloris.
Domicetlar (mittellat.), Stiftsherr, der noch
nicht Sitz und Stimme im Kapitel hat.
Doinina. (lat.), Herrin; Kloster-, Stiftsvor-
steherin, Äbtissin.
Doinina. ^bunala. (in altfranz. Dichtungen
Dame Hadonäe), ein gütiges, freundliches Wesen,
das den Menschen Gedeihen und Überfluß bringt,
offenbar nahe verwandt mit der röm. Abundantia
(s. d.); es wird in Schriften des Mittelalters als
Überrest des Heidentums erwähnt.
Dominante, in der Malerei der Grundton
der Farbengebung, dem die andern Farben unter-
geordnet werden. - In der Musik heißt D< (ekoräa
ä0miug.Q8) der fünfte Ton (tzuinta toni) der dia-
tonischen Leiter; er führt den Namen darum, weil
dieser fünfte Ton mit seinen Accorden (Dreiklän-
gen, Septimen- und Nonenaccorden, insgesamt
Dominantaccorde genannt) nächst der Tonika,
dem Grundton und Ccntralpunkt einer Tonart, vor
allen andern Tönen und ihren Accorden in derselben
Tonart der bei weitem vorherrschende ist. Nächst
dem ersten und fünften Ton ist noch der vierte einer
Tonart (die Quarte) mit feinem Dreillang viel ge-
braucht und für die Tonart entscheidend. Diese
Quarte, die einen Ton unter der Quinte lieat, nennt
man deshalb Unter- oder Subdominante,
während die Quinte dann Oberdominante heißt.
Ist von D. schlechtweg die Rede, so versteht man dar-
unter stets die Quinte. Die D. hieß bei den Griechen
Diapente, die Nnterdominante Diatessaron.
Domingo, Republik, s. Santo Domingo.
Domingohanf, einer der zahlreichen, aus den
Vlattfasern mehrerer Agavearten sowie anderer zum
Teil noch nicht botanisch genau bestimmter Gewächse
gewonnenen, gewöhnlich unter dem Gesamtbegrisf
Aloehanf (s. d.) zufammengefaßten Spinnstoffe,
welcher aus Westindien nach Europa gebracht wird.
Dominguez (spr. -gez), Lopez, span. General,
geb. um 1825, wurde 1850 Artillerielieutenant, 1860
während des marokk. Krieges Hauptmann und
nahm 1868 unter seinem Oheim Serrano teil an der
Revolution, die den Thron der Königin Isabella
stürzte. Serrano ernannte ihn zum Brigadegeneral.
Als solcher bekämpfte er 1873 den Kommunistenauf-
stand und übernahm 11. Dez. 1873 den Befehl über
die vor Cartagena stehenden Truppen. Vergeblich
hatten seine Vorgänger im Kommando (Campos und
Ceballos) seit dem September die starke Seefestung,
die der Hauptplatz des Aufstandes war, belagert.
D. beschoß die Festung so wirksam, daß sie sich
12. Jan. 1874 ergab. Mr diesen Erfolg wurde er
zum Generallieutenant befördert, zog mit dem größ-
ten Teile seiner Truppen nach den bask. Provinzen
und bekämpfte dort unter Serrano und Concha die
Karlisten. Unter Alfons XII. übernahm D. als einer
der Führer der dynastischen Linken in dem Kabinett
Possada de Herrera 13. Okt. 1883 das Kriegsmini-
sterium. Das von ihm erlassene Dekret, wonach kein
höheres Kommando länger als 3 Jahre in den
gleichen Händen bleiben durfte, wurde ungünstig
aufgenommen, da infolgedessen die bewährtesten
Generale zur Disposition gestellt wurden. Am
18. Jan. 1884 trat er zurück. 1886 wurde D. in die
Deputiertenkammer gewählt, wo er mit Romero-
Robledo die span. Nationalpartei begründete. Am
10. Dez. 1892 übernahm er in dem neuen Kabinett
Sagasta wieder das Kriegsministerium.
vomtnioa. (lat., zu ergänzen äi68, "Tag des
Herrn"), der Sonntag, weil Christus an einem
solchen auferstand, v. P3.88i0ni8, der Sonntag Iu-
dika; D. oliv^rum, Miniärum, auch coinpetentium,
der Palmsonntag; D. 83.uota, der Ostersonntag;
D. in 9.1di8, Post a.1da,8, der Sonntag Quasimodo-
geniti (s. Albe); V. okruiiMvii Z^ErdötniQ, s. (^rni-
privium; v. aureg., dsueäietH, äuplex, der Sonntag
Trinitatis; die Sonntage zwischen diesem und dem
ersten Advent werden mit fortlaufender Zählung
von 1 bis 26 als v. poLt (nach) trinitätis bezeichnet.
Dominica, frz. La Dominique, die größte
der zum brit. Gouvernement der Leewardinfeln ge-
hörigen Kleinen Antillen in Westindien, zwischen
Guadeloupe und Martinique, von jedem 35 km
entfernt, ist durchaus vulkanischen Charakters.
Trachyt setzt die Basis der Insel zusammen, w^che
einen langen Gebirgszug trägt, der in dem Morne
Diablotin 1600 m Höhe erreicht. Im S. liegt der
Schwefeldämpfe ausstoßende Krater La Soufriere.
Das Klima ist feucht und heiß, der Boden frucht-