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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Donau - Donaukreis
Rudols von Österreich, Fünfzehn Tage an der D.
(ebd.); Penck, Die D. (ebd. 1891); Ströhmfeld, Das
über die Donaumündungen besonders die von der
Europäischen Donau-Kommission herausgegebenen
Werke: li^ug comparativ äu Lraä äs Houliua
(1867), ^3.rt68 äu Oklta. än vanudo 6te. (1874),
Hansford und Kühl, (^rte äu Danuds (7 Blätter,
Lpz. 1875), letztere Karte im Buchhandel.
Donau, Feuerversicherungsgesellschaft, s. Feuer-
versicherung.
Donaubahn, Linie der württemb. Staatsbahnen
(f. Württembergische Eisenbahnen). Die untere
D. führt von Ulm nach Sigmaringen (92,6 km,
1869-73 eröffnet), die obere von Rottweil nach
Emmendingen (37,9 km, 1869-70 eröffnet).
Donauberge, Teil des Böhmerwaldes (s. d.,
Vd. 3, S. 230 a).
Donau-Vulgären, s. Bulgaren.
k. k. privilegierte D.), Schiffahrtsgesellschaft mit
dem Sitz in Wien; sie begann 1830 ihre Fahrten auf
der obern Donau (Wien-Pest), auf der untern 1834
(bis Orsova); 1835 dehnten sich die Fahrten bis
Galatz, 1836 bis Konstantinopel aus (stromauf-
wärts bis Linz, später bis Donauwörth). Die
Gesellschaft besitzt (1893) 187 Dampfer mit 16338
Pferdestärken, 772 eiferne Transportfahrzeuge mit
287442tTragfähigkeit,5Baggerschiffemit77Pferde-
stärken im Werte von 14,7 Mill. Fl.: 4 Dampfer und
30 größere Schlepper im Bau; sie beförderte (1893)
auf dem Strom und der Seelinie Galatz-Vatum
auf längern Strecken 0,7, auf Lokalstrecken 2,44 Mill.
Passagiere und 2178529 t Waren, davon 41,0 Proz.
Getreide. Die Einnahmen hierfür betrugen für Passa-
giere 1,72, für Frachten 8,62 u. s. w., zusammen 10,34,
(1893) 12,69 Mill. Fl. Das Gebiet ihrer Fahrten er-
streckt sich auf der Donau vonNegensburg bis Sulina
(2729 km), auf der Theiß von Szolnok an (335 km),
auf der Save von Sisseck an (686 km), auf der Dräu
von Varcs an (151 km), am Vegakanal (115 Km),
am Franzens- und Franz Iosefs-Kanal (187 km), im
Schwarzen Meer von Sulina bis Batum (1038 km),
zusammen also 5250 km. Diese Gesellschaft hatte
auch im Anschluß an ihre Flußfahrten Seelinien nach
Konstantinopel, Smyrna, Trapezunt und Saloniki
eingerichtet, trat dieselben 1845 gegen Vergütung
an den Österreichischen Lloyd zu Trieft ab, übernimmt
jedoch Güter nach Häfen des Schwarzen Meers auf
Grund eines mit dieser Gesellschaft gemeinschaftlichen
Tarifes. Personenfahrten werden unterhalten zwi-
schen Passau-Linz-Wien, Wien-Budapest, Budapest-
Semlin-Orsova, Orsova-Galatz sowie auf Dräu,
Theiß und Save. Die Tarife unterbieten noch die
billigen Zonentarife der Eisenbahnen. Die D. besitzt
auch Steinkohlenbergwerke bei Fünfkirchen und die
Eisenbahn Mohacs-Fünfkirchen (67,55 km). Die
Hauptwerft besmdet sich m Alt-Ofen.
Donau-Drau-Gisenbahn, von Bättaszsk über
Dombovär nach Zäkany (166 km, eröffnet 1872-
73), ist ungar. Staatseifenbahn (s. Österreichisch-
Ungarische Eisenbahnen).
Donaueschingen, Stadt im bad. Kreis Vil-
lingen, in der ehemaligen fürstl. Fürstenbergischen
Landgraffchaft Baar, am Zufammenstuß der Breg
und Brigach, die nach ihrer Vereinigung und nach
der Ausnahme der im fürstl. Schlohhofe (678 m)
entspringenden Donauquelle Donau heißen, an
den Linien Offenburg-Singen und D.-Furtwangen
der Bad. Staatsbahnen, ist Sitz eines Bezirks-
amtes, Amtsgerichts (Landgericht Konstanz), einer
Obereinnehmerei, Vezirksforstei, Straßen-, Bezirks-
bau- und Wasserbau-Inspektion, sowie der fürst!.
Fürstenbergischen Verwaltung und hat (1890) 3596
meist kath. E., Post erster Klasse, Telegraph, ein
schönes Residenzschloh des Fürsten zu Fürstenberg
mit Bibliothek (60 000 Bände, 1000 Handschriften
und Inkunabeln), Gemälde-, Kupferstich- und Münz-
sammlung (im sog. Karlsbau), ausgedehnten Ökono-
miegebäuden, namentlich Marställen, und großer
Brauerei, sowie mit großen Gartenanlagen. Außer-
dem besitzt die Stadt eine kath. Pfarrkirche, evang.
Kirche, Progymnasium, Gewerbeschule, ein ausge-
zeichnetes Archiv, zahlreiche wissenschaftliche und an-
dere Vereine. D. ist auch Luftkurort (etwa 700 Kur-
gäste) mit Anstalten für Sol-, Dampf-, Fichtennadel-
und Douchebäder (s.Tafel: Bäder II, Fig. 1,2,3).
Es bestehen 2 Vürstenfabriken und große Viehmärkte.
- D. kommt bereits 889 vor, wo Kaiser Arnulf
NsFsuFH dem Kloster Reichenau schenkte. Der Name
Tunocschingen (nach einer Ritterfamilie Eschingen,
die im 15. Jahrh, erlosch) erscheint urkundlich erst
1292. Im I.1488 kam D. durch Kauf an die Grafen,
fpätern Fürsten zu Fürstenberg. Seit 1806 gehört
es zu Baden. 7 km von D. liegen die Trümmer
der Burg Fürstenberg, des fürstl. Stammhauses.
Donaufürstentümer, der frühere Name der
beiden Fürstentümer Moldau und Walachei, welche
jetzt das Königreich Rumänien (s. d.) bilden.
Donaukommifsion (Europäische), Donau-
konferenz, s. Europäische Donaukommission. (S.
auch Kommission der Donau-Uferstaaten.)
Donaukreis. 1) Kreis im Königreich Württem-
berg, umfaßt neben altwürttemb. Gebieten die Be-
nedrktinerabteien Weingarten, Ochsenhausen und
Zwiefalten, die Prämonstratenserabteien Roth,
Schussenried, Weihenau und Marchthal, die Cister-
ciensersrauenabteien Heppach, Gutenzell, Baindt,
die gesürstete Frauenabtei Buchau und die Deutsch-
ordenskomturei Altshausen; serner einen großen
Teil von ehemals Schwäbisch-Österreich (seit 1805),
bestehend in Landvogteien, Donaustädten und Klö-
stern, endlich eine große Anzahl Grafschaften, Herr-
schaften, Ritterkantone und die ehemaligen Reichs-
städte mit ihren Gebieten: Ulm, Biberach, Buch-
horn, Leutkirch, Ravensburg, Wangen, Buchau,
Isny, und grenzt im W. an Hohenzollern und Ba-
den, im S. an den Bodensee und Bayern und im
O. an Bayern. Der Hauptfluß ist die mitten durch
den Kreis fliehende Donau mit der Riß, Roth und
Iller auf der rechten, der Lauter und Blau auf
der linken Seite. Der nördlichste Teil des Kreises
gehört teils noch zum Gebiete der fruchtbaren Neckar-
landschaft, teils zur Schwäbischen Hochebene (Rauhe
Alb), der südl. Teil liegt in der Abdachung zum
Bodensee und hat etwas Weinbau. Getreide wird
reichlich gebaut, ebenso auch Flachs, Olgewächse und
Obst; die Rindviehzucht ist bedeutend, auch die
Pferdezucht beträchtlicher als in den andern drei
Kreisen des Landes. Der Bodenbenutzung nach sind
49 Proz. Acker und Garten, 20 Proz. Wiesen und
Weiden und 25 Proz. Waldungen. Der Kreis hat
(1890) 6264,7? ykm, 573 Gemeinden, 487148
(236 479 männl., 250 669 weibl.) E., 77 883 be-
wohnte Gebäude, 96117 Familienhaushaltungen,
8876 einzeln lebende selbständige Personen und 187
Anstalten mit 10 327 männlichen und 3185 weiblichen
Insassen. Unter der ortsanwesenden Bevölkerung
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