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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Druiden - Drummond (Geschlecht)
oie dreifarbig gedruckte Prachtausgabe des Koran
(1890-91).
Druiden (lat. DrmäkL; irisch äruiä), der Name
der Priester bei den kelt. Völkern im alten Gal-
lien und Britannien. In Gallien bildeten sie zu
Cäsars Zeit einen geschlossenen, aber nicht erb-
lichen Stand, der mit dem der Ritter (dem Adel)
die Herrschaft über das übrige Volk teilte, von
Kriegsdienst und Abgaben befreit war und an
dessen Spitze ein oberster Druid stand. Als Priester
besorgten sie den Dienst der Gotter, namentlich auch
die privaten und öffentlichen Opfer an den heiligen
Orten. Auch die religiöfe Geheimlehre ward von
ihnen bewahrt und ausgelegt. Sie übten ferner die
Kunst der Weissagung und entschieden als Richter
in den Streitigkeiten zwischen einzelnen Personen
wie zwischen Völkerschaften. Ferner trieben^sie die
Heilkunde, die Kenntnis der Gestirne, die ^chrcib-
kunst, die Magie. Jährlich hielten sie eine Versamm-
lung im Gebiete der Carnuten (um Chartres) ab.
Die Söhne der Vornehmen drängten sich zu ihrem
Unterricht, der nur mündlich erteilt wurde und bis
20 Jahre währen konnte. Sie lehrten ein neues
Leben nach dem Tode; ob eine eigentliche Seelen-
wanderung, ist unsicher. Kaiser Claudius hob den
druidischen Gottesdienst auf, weil er mit Menschen-
opfern verbunden war. Nach dem 1. Jahrh. n. Chr.
verschwindet der Name der D.; im 3. Jahrh, werden
gallische Wahrsagerinnen als Druidinnen bezeichnet.
Als Centrum des Druidentums galt zu Cäsars
Zeit Britannien, wohin auch Gallier zur völligen
Ausbildung sich begaben. Auch hier verschwinden
die D. in^en Gebieten, die die Römer unterworfen
hatten, (^ie hielten sich bei den Iren und den Pic-
ten bis zur Annahme des Christentums. In der
irischen Heldensage erscheinen sie noch als Zauberer,
Wahrsager und Arzte. - Vgl. Barth, über die D.
der Kelten (Erlangen 1826); d'Arbois de Iubain-
ville, Introduction ü. 1'6tuä6 ä6 1a. litterature cel-
tiyiw (Par. 1883).
Druidenorden, ein Geheimbund, der 1781 zu
London entstand und zunächst die gegenseitige Un-
terstützung der Mitglieder des Bundes bezweckte.
In England zerfiel der Orden im Laufe der Zeit in
viele unabhängig voneinander bestehende Gesell-
schaften; in Australien dagegen und noch mehr in
Amerika hat er sich rasch verbreitet. Die erste Loge
in Amerika wurde 1833 zu Neuyort errichtet; 1849
wurde die Bezeichnung Hain (ßi-ovk) für Loge
eingeführt und der Groß Hain der Vereinigten
Staaten gegründet, unter dem die andern Haine
stehen. Nach Deutschland wurde der D. 1872 ge-
bracht; es besteht seit 1874 eine Reichsgroßloge von
Deutschland in Berlin mit mehrern Distrikts-Groh-
logen und vielen Logen; sein Organ war früher der
"Deutsche Erzoruide", später die "Deutsche Druiden-
zeitung" in Berlin. Man unterscheidet zwischen dem
D. und dem Vereinigten alten Orden der
Druiden; in Amerika und Deutschland ist nur
der letztere vertreten.
Drumann, Karl Wilhelm August, Geschichts-
und Altertumsforscher, geb. 11. Juni 1786 zu Dann-
stedt bei Halberstadt, studierte seit 1805 erst zu Halle,
dann zu Helmstedt Theologie, Geschichte und Alter-
tumswissenschaft, wurde 1810 Lehrer am Päda-
gogium zu Halle, habilitierte sich daselbst 1812 als
Privatdocent und folgte 1817 einem Ru sV' als außer-
ord. Professor nach Königsberg, wo er 1>)21 die ord.
Professur der Geschichte erhielt und 29 Juli 1861
starb. Sein Hauptwert ist die "Geschichte Roms in
seinem libergange von der republikanischen zur mon-
archischen Verfassung, oder Pompejus, Cäsar, Ci-
cero und ihre Zeitgenossen" (6 Bde., Königsb. 1834
-44). Wiewohl die Behandlung des Stoffs ver-
fehlt ist und die Darstellung alles Reizes ermangelt,
enthält doch das Werk eine Fülle gründlicher Ge-
! schichtsstudien. Unter D.s übrigen Schriften sind
! noch die "Ideen zur Geschichte des Verfalls der griech.
Staaten" (Berl. 1811), der "Grundriß der Kultur-
geschichte" (Königsb. 1847), "Vonifacius VIII."
(2 Bde., ebd. 1852) und "Die Arbeiter und Kom-
munisten in Griechenland und Rom" (ebd. 1860)
^ hervorzuheben.
! Drumm, ein Alkaloid aus NuMordia, in der
! Chirurgie als schmerzstillendes Mittel ähnlich wie
l Cocam angewandt.
! Drummond (spr. drömm'nd), berühmtes schott.
Geschlecht, leitet seinen Ursprung von einem gewissen
Mauritius ab, der das Schiff kommandierte,
auf dem Edgar Etheling, ein Sprößling des angel-
sächs. Königshauses, und seine Schwester, die Prin-
! zessin Margareta, um 1060 von Ungarn nach Eng-
^ land zurückkehrten. Als Margareta sich mit dem
! Schottenkönig Malcolm III. vermählte, begleitete
> Mauritius sie nach Schottland, wo er sich niederließ.
! Von ihm stammte im elften Gliede Sir John D.
! von Stob hall, dessen Tochter Annabella die Ge-
^ mahlin Roberts III. (1390-1406) war, und die
'Altermutter der königl. Familie Stuart und zahl-
' reicher europ. Fürstenhäuser ist. Sein ältester Sohn,
^ John D., war der Ahnherr der Lords D. und
^ Grafen von Perth; von dem jüngern, William,
stammte der Dichter William D. von Hawthorn-
den (geb. 13. Dez. 1585, gest. 4. Dez. 1649), der
wegen der Harmonie seiner Verse mit Spcnser ver-
glichen wird. Seine "^63>r8 cm tke äemii ol Ne-
^ Iiaä68" (Edinb. 1613), ein Elegiencyklus auf den
Tod des Prinzen Heinrich, Sohn Jakobs I., ferner
"I^oi'tü feaZtinZ: a MN6F^rio to t^6 Icin^'8 ni08t
6xc6il6Qt niHj68tj6" (ebd. 1617), namentlich aber
seine Sonette erwarben ihm einen hohen Ruf.
^ ^eine gesammelten Werke gaben Sage und Ruddi-
! man heraus (Edinb. 1711).
l James D., erster Graf von Perth (gest. 1611),
! war der Urgroßvater James D.s, vierten Grafen
von Perth, der, 1648 geboren, 1678 Mitglied des
Geh. Rats und 1684 Kanzler von Schottland wurde.
Seine Härte und Willkür zogen ihm allgemeinen
! Haß zu, der durch seinen übertritt zum Katholicis-
^ mus nock vermehrt wurde. Nach der Revolution von
1688 suchte er zu entfliehen, wurde jedoch in Stir-
, ling-Castle festgehalten, bis man ihn 1693 gegen
! einen Revers freiließ. Sodann begab er sich nach
Frankreich zu dem vertriebenen König Jakob II., der
ibn zum Herzog von Perth, Oberkammerherrn,
^ Ritter des Hosenbandordens und Gouverneur des
Prinzen von Wales ernannte. Er starb in ^?t.
Gcrmain 11. März 1716. Seine "1^6tt6r3 kroin
^aiN68, Nari ot?6lt1i, to di8 8I3t6!-, tQ6 (^0UQt688
ol Nrrol" (Lond. 1845) wurden von der Oamäen
8oei6t^ veröffentlicht. - Sein Enkel, James D.,
! Herzog von Perth, einer der eifrigsten Anhänger des
Prätendenten Karl Eduard, focht tapfer in den
z Schlachten von Prestons-Pans (1745) und Culloden
(1746) und starb 13. Mai 1746 auf der Fahrt uach
Frankreich an Bord des Schiffs. - James D.,
Herzog von Mclfort, war der Vater von Charles
Edward D., Herzog von Melfort (geb. 1752),