Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

583
Dujardin - Dukaten
Dujardin (spr. düschardäng), Felix, franz. Na-
turforscher, geb. 5. April 1801 zu Tours, war 1827
-34 Professor der Geometrie und Chemie zu Tours,
dann Professor der Geologie und Mineralogie zu
Toulouse und seit 1839 Professor der Zoologie und
Botanik zu Rennes, wo er 8. April 1860 starb. D.
war der erste Forscher, welcher den Ehrendergschen
Ansichten über Infusionstierchen siegreich entgegen-
trat und nachwies, daß diese wie die Nhizopoden
aus einer lebenden Grundsubstanz bestehen, welche
er "8are()li6" nannte, wodurch er den Weg zu den
heute über Zellenbildung und Protoplasma gelten-
den Ansichten den Neg bahnte. Ebenso bedeutend
sind seine Untersuchungen über Eingeweidewürmer.
D. war auch der erste, welcher die Entstchnng von
Medusen als Knospen von Polypen nachwies. Er
veröffentlichte hauptsächlich: aI1i3toiio naturelle ä68
200^1^68 inlli80ir68 " (1841), "IIi8t()ii'0 naturelle
ä63 k6lmilM63" (1844), "IIi3wii'6 naturelle äe8
6dnnosl6i'M68" (1861).
Dnjardin (spr. düsckardäng), Karel, Holland.
Maler, gcb. um 1625 zu Amsterdam, ein Schüler von
Berghem. Er zeichnete sich in Landschaften, Tier-
stücken und Bambocciaden ans. Sehr jung ging er
nach Italien, ließ sich darauf in Amsterdam nieder,
ging fpäter nach Venedig und starb hier 20. Nov.
1678. D.s Kolorit zeichnet sich durch einen klaren,
metallisch kühlen Ton aus. Seine Gemälde sind
selten. Auch giebt es von ihm 53 Radierungen.
Dujardin-Beaumetz (spr. düschardäng bomäß),
Georges, franz. Mediziner, geb. 27. Nov. 1833 in
Barcelona, studierte in Paris, wurde 1865 lüdel äe
dwi(iu6 an der Pariser Fakultät, 1870 Zospital-
arzt und erwarb sich während der Belagerung von
Paris besondere Verdienste. Er schrieb: "1^03 trou-
1)163 (1ö I'appareil oculairo <Iaii3 163 ina1acli68 äe
13. moeile", "I^'eniploi äu, PQ08pk0re 6N meäo
ciue", "1^0118 äe clinihue tiierapeutihue" (Par.
1878-81; hg. von Carpcntier-Mricourt), "Ke-
cd61'c1i08 6XP01'iMLNtHi68 8ur la PU188auc6 toxi^ue
tl68 a1c00l8" (ebd. 1879, mit Audigö), "Oictionnaire
äs tnerapeuti^ue, äe inatiere ineäicale etc." (4 Bde.,
ebd. 1883-89), "I^ii^iene tnerapeuticiue" (1888).
Ferner begründete er auch 1888 das "^.unuaire cle
vn^our (frz., fpr. düschuhr, "vom Tage"), der
in bestimmter Ordnung von einer dienstthuenden
Perfon auf die anders übergehende Tagesdienst.
- Im innern Dienst der Truppen bezeichnete
man früher mit v. ^. die Dienstthätigkeit desjenigen
Offiziers, Unteroffiziers oder Soldaten, der die
allgemeine Ordnung und den pünktlichen Dienst-
betrieb für die Dauer eines Tags zu überwachen
oder felbst wahrzunehmen hat. Derartige Du ^'our-
Dienste giebt es vielerlei: Für jede Kaserne z. V.
wird für jedcn Tag ein Offizier (Ofsizier-Kasernen-
äu ^oui') kommandiert, der die polizeiliche Ordnung
in der ganzen Kaserne zu überwachen hat; für jede
Compagnie ein Unteroffizier (Compagnie-äu^our)
für die Überwachung der Ordnung innerhalb des
Revieres der eigenen Compagnie; ferner für jede
Stube ein Gemeiner (Stnben-äu^our), der die all-
gemeine Reinlichkeit der Stube, das Offnen und
Schließen der Fenster sowie die Heizung der Öfen
besorgt. Ein Offizier-Bataillons-du ^our mnß für
alle kleine Dicnstverrichwngen im innern Dienst des
Bataillons zur Verfügung stehen; in jeder Garnison
steht für die Dauer von 24 Stunden ein Offizier
äu i'our (je nach der Größe der Garnison ein Stabs-
offizier, Zauptmann oder Lieutenant) an der Spitze
des ganzen Nachtdienstes und kontrolliert die
Wachen und Posten. - Für diesen allgemeinen Aus-
druck I). ^. sind im deutschen Heere in neuerer Zeit
verschiedene, den Verhältnissen entsprechende deutsche
Ausdrücke getreten: Offizier vom Kasernendienst,
vom Tagesdienst, vom Ortsdienst u. s. w.
Duk/Kl ei der äffe, f. Schlankaffen.
Dukadschin, Stamm der Albanefen (f.d., Bd. 1,
S. 315d).
Dukas, der Name einer der großen Adelsfamilien,
die namentlich mit dem 11. Jahrh, im Byzantinischen
Reiche in den Vordergrund traten. Ein D. wurde
unter Kaifer Ifaak Komnenos erster Staatsministcr
und bei dessen Rücktritt selbst Kaiser (1059-67)
als Konstantin X. (s. d.). Seit dieser Zeit treten
die D. (von denen nachher Irene die Gemahlin
des Kaisers Alexios I. Komnenos war) andauernd
in den höchsten Verwaltnngs- und Armeeämtern
auf. Konstantins Sohn, Michael VII. (s.d.), war
1071-78 Kaiser. Auch später trugen noch Glieder
der Familie, Alexios V. (s. d.) D.'Murtzuphlos
und Johannes III. (s. d.) D. Vatatzes, die
griech. Krone.
Johannes D., der bei der Eroberung Konstan-
tinopels durch die Türken 1453 nach Lesbos floh
und Minister der dortigen Fürsten wurde, ist der
Verfasser einer byzant. Geschichte, die die Jahre
1341 - 1402 umfaßt. Sie wurde herausgegeben
von Voullaud (Par. 1649; Vencd. 1729) und von
I. Vckkcr in dem "Oorpus 8criytoi'uia 1ii8torik6
L^aMmae" (Bonn 1834).
T>ukaten,weitverbreiteteGoldmünze,derenName
wahrscheinlich aus Griechenland stammt. Diebyzant.
Kaiser Konstantin X. (1059 - 67 n. Chr.) und sein
Sohn Michael VII. (1071 - 78) nannten sich nach
ihrem Familiennamen auf ihren sehr stark umlaufen-
den Münzen, den fog. Byzantinern (f.d.), anch "Du-
kas" (/^xA?), und das wurde die gewöhnliche Be-
zeichnung der von Konstantinopel nach Sicilien und
dem festländischen Italien gelangenden Goldstücke.
Der Name findet sich schon um das I. 1100. Im
1.1100 galt der D. in Neapel 5 ^3,r6iw8 i'6Fi8, wie
auch der bis 1865 dort die Geldeinheit bildende Sil-
bcrdnkaten (vucato äei r^no, s. unten) in 5 I^i-I
geteilt wurde. Seit dem 12. Jahrh, wurden die D.
in Italien sehr hänfig geprägt, feit dem Schlüsse des
13. Jahrh. (1284) namentlich in großer Anzahl in
Venedig, wo sie den Namen Zecchini (s. d.) erhiel-
ten; ebenso seit dem ersten Viertel des 14. Jahrh, in
Ungarn und Böhmen, wo sie die ebenfalls den By-
zantinern nachgeahmten Florentiner Gulden (s. d.)
ersetzen sollten und daher auch Floreni (Gulden) ge-
nannt wurden. Allmählich folgten mit der Prägung
folcher Goldgulden andere Staaten, besonders viele
deutsche, nno seitdem man ihren Gehalt vielfach ver-
ringert hatte, kam in Deutschland für die bessern
Sorten der Name Dnkat oder D. auf, der sich hier
im Anfange des 14. Jahrh, findet. Die Reichsmünz-
ordnung von 1559 nahm den D. als Reichsmünze
auf; 67 Stück sollten eine kölnische Mark wiegen
und die Feinheit 23^ Karat ^ 986^ Tausendteile
fein; von solchen D. nach dem "Neichsfuß" (aä ledern
imperii) hat, wenn man die frühere deutfcheVereins-
mark (der Zollvereinsstaaten) zu Grunde legt, das
Stück ein Gewicht von 3,4904 3; wenn man im be-
sondern die Prägung in Österreich-Nngarn ins Auge
faßt, das Stück ein Gewicht von 3,4909 F fFein-
gewicht 3,4424 s, zum Preise von 2790 M. für 1 kg