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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dukaten-As - Düker
Feingold ^ 9,6043 deutsche Mark). In Deutschland
prägten, meist bis 1840, Anhalt-Vcrnburg, Vaden,
Bayern, Braunschweig, Frankfurt a. M. (bis 1856),
Hamburg, Hannover, Kurhessen, Hohenzollern-
Hechingen, Schaumburg-Lippe, Lübeck, Mecklenburg-
Schwerin, Nassau, Preußen, Königreich Sachsen (bis
1838), Schwarzburg-Rudolstadt, Württemberg (bis
1842) D., größtenteils aber nur 23'/2 Karat ^ 979 Vs
Tausendteile fein und daher um ein weniges gerin-
ger an Feingewicht und Wert. Die östcrreichischen
D. sind seit 1857 nicht mehr eine eigentliche Landcs-
münze, sondern bloße Handelsmünze; sie werden jetzt
auf Verlangen von der österr. Münzstätte zu Wien
und der ungarischen zu Krcmnitz nach dem erwähnten
(einheitlichen) Münzfuß, aber je mit besonderm Stem-
pel, gegen eingeliefertes Gold geprägt. Von den
östcrr.-ungar. Sorten war der frühere besondere un-
gar. oder KremnitzerD. (in Kremnitz geprägt) und
der böhmische, bei gleichem Gewicht mit dem öster-
reichischen D., 232/4'Karat oder 989'/12 Tausendteile
fein (^ 9,638i deutsche Mark). Außer einsachen D.
wurden in manchen Staaten auch mehrfache D. ge-
prägt, in Osterreich doppelte und vierfache, und noch
jetzt münzt man in Österreich-Ungarn vierfache D.;
ferner prägte man hier und da Teilstückc des D. bis
zu ^32 D, herab (die sog. Linsendukaten, ehemals
in Regensburg). In der Schweiz haben früher D.
geprägt die 5^'antone Basel, Bern, Luzern, St. Gallen,
Schwyz, Eolothurn, Unterwalden, Uri und Zürich.
Polen prägte bis 1812 und wieder 1831 (während
des Aufstandes) ebenfalls D., die den deutfchcn an
Feinheit zum Teil etwas nachstehen. Die bis 1875
geprägten niederländischen oder h 0 l l ä n d i s ch e n D.
waren ebenfalls nicht für den inländischen Umlauf be-
stimmt, sondern bloße Handelsmünzen, wurden also
nur auf Bestellung gemünzt. Nach dem Gesetz von
1847 ist das Gewicht eines Stücks derselben 3,494 F,
die Feinheit 983 Tausendteile, das Feingewicht also
3,4346 3 ^ 9,5825 deutsche Mark; es wurden auch
doppelte D. ausgemünzt. Infolge des Gesetzes vom
6. Juni 1875 haben die Niederlande die Dukaten-
prägung eingestellt. (S.auchZecchine.) Dänemark
prägte bis 1827 sog. Speciesdukaten (seit 1671),
67 Stück aus der rauhen kölnischen Mark, 23^ Karat
oder 979 Vs Tauscndteile fein (also wie Hamburg);
ferner geringere, sog. Courantdukaten zu
12 M. (oder 2 Rigsdaler) dän. Courant (seit 1757),
von diesen letztcrn 75 Stück aus der rauhen kölnischen
Mark, 21 Karat oder 875 Tausendteile fein. In
Schweden wurden von 1835 bis 1868 D. geprägt,
125 Stück aus dem rauhen Pfund (Schalpfund),
"/41 also 975,6 Tausendteile fein und 3,4856 F schwer,
bei einem Feingewicht von 3,4006 F --- 9,487? M.
Auch doppelte und vierfache D. münzte man in
Schweden. Ruhland hat,abgesehenvonderihmge-
statteten Nachprägung niederländischer D., seit 1170
sog. Speciesdukatcn geprägt, welche ^ 9,3799
deutsche Mark waren, dann seit 1718 Andreas-
dukaten (vom Prägebild so genannt) von grö-
ßerm Gewicht, aber geringerer Feinheit und 8,9261
deutsche Mark wert. Ferner seit 1797 D. in der Fein-
heit von 94^ Solotnik oder 'V72 ^ 986^ Tausend-
teile, 117^2 Stück aus dem rauhen Pfund, daher
3,4852 F schwer, im Feingewicht von 3,43<-.8 g ---
9,5887 deutsche Mark; sodann seit 1810 sog. Na-
tion a l d u k a t e n, welche in neuester Zeit nicht mehr
ausgemünzt werden; von den letztern existieren zwei
Arten: 1) die bis 1814 geprägten, gesetzlich 117^
Stück aus dem rauhen russ. Pfund, 94 Solotnik
oder "/^ ^ ?79Vs Tausendteile fein, daher 3,4852 3
schwer, im Feingewicht von 3,4i26 F ^ 9,5211 deutsche
Mark; 2) die seit 1814 geprägten in dem gleichen
Gewicht (meist aber etwas leichter befunden), doch
nur 92 Solotnik oder ^ ^ 958^ Tausendteile
fein, mithin im Feingewicht von 3,3400 F ^ 9,3i86
deutsche Mark. Von 1834 bis 1885 wurden in Ruh-
land sog. Imperialdukaten geprägt, die nicht
mit der Hauptgoldmünze des Landes, den Halb-
imperialen (s. Imperial) zu verwechseln sind. Der
Imperialdukaten ("Imperial zu 3 Rubeln") oder
jetzt auch sog. russische D. ist ein Stück von 3 Ru-
beln Gold; er hat gesetzlich das Gewicht von 3,9264 F
und die Feinheit von 88 Solotnik oder von "/12 --
916^ Taufendteile, demnach das Feingewicht von
3,5992 F ^ 10,0418 deutschen Mark. Die russ. Platin-
dukaten oder weißen D. s. Platinmünzen.
Silberdukaten wird eine frühere niederländ.
silberne Fabrikations- oder Handelsmünze beibe-
nannt, deren eigentlicher Name, wie der einer ver-
wandten neuern Neichsmünze, Reichsthaler
(1li^8(iaalä6i-) ist. Der Silberdukaten war ^ 2'/.2 Fl.,
nach den Gesetzen vom 28. Sept. 1816 und 22. März
1839 28,078 3 schwer, 868 Tausendteilc fein, im
Feingewicht von 24,3717 3 ^ (zum Preise von 180 M.
für 1 K3 Feinsilber, oder den deutschen Thaler zu
3 M. berechnet) 4,386.) deutsche Mark oder2,1935 österr.
Silbergulden. Ebenso (vucato ä'ai-^uto) oler
Venedig er D. (Ou^to veuew) hieß eine bis 1797
ausgeprägte Silbermünze der ehemaligen Republik
Venedig von 8 I^ii'6 piccole (kleinen Lire), welche
nach den gesetzlichen Bestimmungen 22,7734 F schwer,
826,389 Tausendteile fein, im Feingewicht von
18,8i97 3 und (das Kilogramm Feinsilber zu 180 M.
oder den deutfchen Thaler zu 3 M. gerechnet) --
3,3875 M. oder 1,6938 österr. Silbergulden galt.
Oucato (Dukaten) oder vollständig vucaw äel
rsßno (Reichsdukaten) hiehdiebis'1865 üblichge-
wesene Rechnungs- und Münzeinheit des vormali-
gen Königreichs beider Sicilien (Neapel und Insel
Sicilien), eine Silbermünze, die vom jetzigen König-
reich Italien, ihrem Silberinhalt ziemlich genau ent-
sprechend, zu 42/4 ital. Lire oder Franken (^ 3 M.
44^/4 Pf.) tarifiert wurde. Im Großherzogtum Tos-
cana verstand man unter vucato eine Summe von
7 toscan. Lire ^ 5,88 Frs. oder 4,763 M.
Das Dukatengcwicht war bis vor kurzem eine
an einigen deutschen Plätzen und in Österreich-Un-
garn für die Goldwarcn, besonders die in der Fein-
heit der D. gearbeiteten, übliche Gewichtsgattung,
deren Einheit die Schwere des vollwichtigen D. war
und gleichfalls D. genannt wurde (s. As).
Dukaten-As, Dukaten-Gran, s. As.
Dukatenfalter, Dukatenvogel,s. Feuerlinge.
Duke (engl., spr. djuhk), verzog.
Duke of York (spr. djuhk), Atafu oder
Oatafu, eine der Koralleninseln der Uniongruppe
oder Tokelau-Inseln im Großen Ocean, im NW.
der Samoa-Inseln, zwischen diesen und den Phönix-
inseln, in 8-11° südl. Vr. Sie hat auf 3 ykm
etwa 140 Bewohner. - D. 0. I. ist auch der ehe-
malige Name der zu dem Vismarck-Archipel gehö-
renden Insel Neu-Lauenburg (s. d.).
Düker, Karl Gustav, Graf, schwed. Feldmar-
sckall, geb. 1663 in Livland, nahm zunächst franz.
Dienste, trat aber bei Ausöruch des Nordischen
Krieges als Generaladjutant Karls XII. in die schwed.
Armee und wurde 1700 in der Schlacht bei Narwa
verwundet. 1704 nahm er rühmlich teil an der Er-