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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dumonriez - Düna
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in der "^uHwuiiti 60I'^iuiiniHiiiäme" (Leid. 1619).
- Vgl. Armand, Nssai 8ur I). N. (Straßb. 1846).
Dumouriez (fpr. dümurleh), Charles Francois,
franz. General, geb. 25. Jan. 1739 zu Camb'rai,
trat 1757 in das franz. Heer, nahm am Sieben-
jährigen Kriege in Deutschland teil und bereiste so-
dann, verabschiedet, einen großen Teil Europao.
1768 war er Generalquartiermeister der franz.
Truppen in Corsiea; 1771 zum Obersten ernannt,
wurde er zu diplomat. Sendungen nach Polen und
Schweden verwendet und 1778 zum Kommandanten
von Cherbourg ernannt. Beim Ausbruch der Re-
volution trat er mit den Jakobinern in Verbindung,
hielt sich später zu den Girondisten, war 1792 Mi-
nister des Auswärtigen und Kriegsminister und er-
langte, nachdem er sich als Divisionsgeneral bei der
Nordarmee ausgezeichnet hatte, Aug. 1792 den
Oberbefehl über die bis dabin von Lafayette geführte
Armee. Er befehligte bei Valmy (20. Sept.), siegte
bei Iemappes (6. Nov.) und eroberte Belgien.
Seine Bemühungen, Preußen zu einem Separat-
frieden zu dcstnnmen, sowie seine Versuche zur Ret-
tung Ludwigs XVI. scheiterten. Nachdem er bei
Neerwinden (18. März 1793) geschlagen war und
sich von allen Parteien gehaßt sah, unterhandelte
er mit den Österreichern und ließ den Kriegsminister
Beurnonville sowie die übrigen Abgesandten des
Konvents, die gekommen waren, um ihn zur Recken-
schaft zu ziehen, gefangen nehmen und dem Feinde
ausliefern. Als aber seine Truppen ihn bei seinen
Plänen gegen den Konvent nicht unterstützten, floh
er zu den Österreichern. Der Konvent setzte auf
seinen Kopf einen Preis von 300000 Frs. D. lebte
fortan unter fremdem Namen an verschiedenen
Orten vom Ertrage seiner Schriftstellern. Später
fand er in England Zuflucht und erhielt hier eine
Pension. Er starb 14. März 1823 in der Nähe von
London. - Vgl. Verville und Barriere, ^oiiection
äo8 M6m"ii63 rellUits ^ 1a. Involution li-HM'ln^;
l56 Bde., Par. 1820-26), welche den Hauptteil
seiner Schriften enthält; Boguslawfki, Das Leben
des Generals D. (2 Bde., Berl.1879); Monchanin,
1)uinmiri62 (Par. 1884).
Dumpalme, s. H^imcme.
Dumreicher, Armand, Freiherr von, österr.
Parlamentarier, geb. 12. Juni 1845 in Wien als
Sohn des folgenden, studierte in Göttingen und Wien
Rechts- und Staatswissenschaften, unternahm Reisen
in Europa und dem Orient und trat 1869 bei der
Finanzprokuratur in Wien ein. 1871 nach dem
Sturze des Ministeriums Hohenwart in das Unter-
richtsministerium berufen, veröffentlichte er in Wien
1873: "Die Verwaltung der Universitäten seit dem
letzten polit. Systemwcchsel in Österreich", die ent-
schieden den deutschen Standpunkt vertrat. Seit 1874
vortragender Rat für das gewerbliche Bildungs-
wesen, erwarb sich D. große Verdienste um die
Organisation dieses Zweiges. Darauf bezügliche
Altenstücke sind veröffentlicht im "Centralblatt für
das gewerbliche Unterrichtswescn in Österreich" (Wien
1883 fg.). Auch zwei Schriften D.s: "Über den franz.
Nationalwohlstand als Werk der Erziehung" (Wien
1879) und "Über die Aufgaben der Unterrichtspo-
litik im Industriestaate Österreich" (ebd. 1881) be-
schäftigen sich mit verwandten Fragen. Da D. mit !
der polit. und nationalen Richtung des Ministe-
riums Taaffe-Dunajewski immer weniger einver-
standen war, trat er 1886 aus dem Staatsdienste
aus und ließ sich von der Kärntner.Handels- und
Gewerbekammer in den Reichsrat wählen, wo er
ebenso wie in der Delegation, in die er wiederholt
gewählt wurde, für den Schutz des deutschen Ele-
mentes als eine Staatsnotwendigkeit eintrat. Einige
seiner Reden gab K. Pröll heraus u. d. T. "ZurLaae
des Deutschtums in Österreich" (Berl. 1888). D.
selbst veröffentlichte 1893 "Südostdeutsche Betrach-
tungen" (Leipzig).
Dumreicher von Asterreicher, Joh. beim.,
Freiherr von, Chirurg, geb. 13. Jan. 1815 zu Zneft,
studierte in Wien Medizin, besonders Chirurgie,
ward 1839 in das Operateurinstitut aufgenommen
und 1841 zum Afsistenten der Klinik ernannt. Nach-
dem er sich 1844 als Privatdocent habilitiert, ward
er 1846 zum Primararzt einer chirurg. Abteilung
im k. k. Allgemeinen Krankenhause ernannt und 1848
von den Hlrztcn des Krankenhauses zum Direktions-
adjunkten erwählt. Außerdem ward ihm 1848 die
Stelle eines tonsultiereuden Chirurgen an mehrern
Spitälern für Verwundete übertragen. 1849 wurde
er zum ord. Professor der Chirurgie, Vorstand der
chirurg. Klinik und des Operateurinstituts berufen,
in welchen Stellungen er bis zu seinem Tode ununter-
brochen wirkte. 1866 stellte sich D. v. Ö. mit 20 Ope-
rateuren seiner Klinik zur Verfügung der Nordarmee
im Hauptquartier und wurde deshalb iu den Frei-
herrenstand erhoben. Er starb 16. Nov. 1880 auf
feinem Gute Ianuschowctz in Kroatien. D. v. Ö.s
schriftstellerische Thätigkeit beschränkte sich fast nur
auf Arbeiten in Zeitschriften. Besonders zu nennen
sind: "Zur Lazarettfrage" (Wien 1867), "Zeitfragen
betreffend die Universität" (ebd. 1865), "über Wund-
behandlung" (ebd. 1877), "über die Notwendigkeit
von Reformen des Unterrichts an den mediz. Fakul-
täten Österreichs" (ebd. 1878) u. s. w.
Dun (telt.1, Hügel, findet sich in ältern lat. Orts-
namen al-> Endung-(Imiuin und in zahlreichen Orts-
namen in Gallien und auf den brit. Inseln.
Duett, Gebirgskette der Thüringischen Terrasse
(s. d.) im prenß. Reg.-Vez. Erfurt, an der Südseite
der Wipper, zu der er ziemlich schroff abfällt, bis
5)17 m hoch; seine östl. Fortsetzung heißt Kainleite.
Dtttta, lettisch Dinil^wa, russ. ^HpluInHja Dvwa.
(die "Westliche Dwina") genannt, einer der bedeu-
tendsten Flüsse Westrusilands und des Baltischen
Bassins, ist 810 km lang und umfaßt ein Strom-
gebiet von 85>4<N (i^in. Sie entsteht im Kreis
Ostaschtow des Gouvernements Twer an der West-
seite des Wolchonsliwaldes, südlich der Wolga-
quellen, ans dem See Ochwat (Shadenje) als be-
trächtlicher ^trom und durchströmt oder berührt in
weitem Bogen die Gouvernements Twer, Pskow,
Witeb^k, Mohilew, Wilna, Kurland, Livland. Bei
Riga ist die D. 590 m breit; 16 km unterhalb dieser
Stadt ergießt sie sich bei Dünamünde in den Rigai-
schen Meerbusen der Ostsee. Bis Welish fließt die
D. südwärts zwischen hohen, waldbedeckten Ufern,
dann bis zur Ullamündung längs des Südfußes des
nordruff. Landrückens. Von da an bis unterhalb
Dünaburg durchschneidet sie den Rücken nach seiner
ganzen Breite in einem tiefen Bett mit 13 m hohen
Ufern, voller Felsblöcke, Strudel und Stromschnel-
lcn, deren man 6I zählt und die namentlich bei
Drissa bedeutend sind. Unterhalb Dünaburg be-
ginnt der Unterlauf mit Versandungen im Strom-
bett, Überschwemmungen der flachen Ufer und Ver-
sumpfungen der nahen Felder. Schon 67 km unter-
balb des'Ursprungs, bei dem Dorf Kotschewatsche
(Gouvernement Pskow), wird sie auf eine Strecke
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