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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Dwarka - Dwinsk
gierung, gehörenden Landschaft Okhamandal (im
Distrikt Wagher), auf der in administrativer Hinsicht
einen Teil der Präsidentschaft Bombay bildenden
Halbinsel Gudschrat an der Arabischen See, ist eine
der sieben heiligen Städte der Hindu, berühmt nnd
merkwürdig wegen des Tempels von Krischna oder
Dwarkanath, d. h. dem Zerrn von Dwarka, das
großartigste, berühmteste und imponierendste .Heilig-
tum dieser Gottheit. An der Seeküste auf einer
Anhöhe gelegen, besteht dieser Tempel aus drei
Abteilungen, dem sog. Munduff, der Devatschna
oder Gebarra und der Sikra oder dem Schnecken-
turme. Letzterer, in dem allerältesten ind. Tempel-
daustile errichtet, stellt eine 50 m hohe, sieben Stock-
werke enthaltende Pyramide dar. Jedes dieser
Stockwerke aber bildet einen besondern Tempel und
zwar in der Weise, das; jeder obere derselben nach
allen Richtungen hin kleinere Dimensionen zeigt
als der zunächst untere. Das überaus kunstreiche
Gebäude besteht aus einem in diesem Teile von
Gudschrat häufigen grünlichen Sandsteine, und alle
dasselbe bildende zahllose, sorgfältig bebauene und
verzierte Bausteine werden nur durch ibre eigene
Schwere zusammengehalten. Der Tempel wird all-
jährlich von durchschnittlich 10000 Pilgern besucht.
In der Nabe der Gumti, ein für besonders heilig
gehaltener Bach. Die Uferstelle, auf der der Tempel
des Krisäma steht, war früher Insel und ist infolge
Versandung jetzt mit dem Festlande verbunden.
Dwarka, s. Dwärakä.
Dwars, seemännisch für quer: dabcr: dwars-
ein, querem, DWarsschott, Querschott.
Dwarslinie, eine Formation der Seetaktik, bei
der die Schiffe eines Geschwaders in einer Frontlinie
ausgestellt sind und das Flaggfchiff gewöhnlich den
rechten Flügel bildet. Die Doppel-Dwarslinie
enthält zwei in Frontreihen aufgestellte Treffen oder
Geschwader.
Dwernicki (spr. -nitzki), Ios., poln. General, geb.
14. März 1779 zu Warschau, nahm 1809, nachdem
er in der poln. Legion für Frankreich gefochten hatte,
am Feldzuge Poniatowfkis in Ostgalizicn teil und
zog 1812 mit nach Rußland. Nach dem Rückzüge
wurde er 1814 Oberst, nachdem er bedeutenden An-
teil an den letzten Thaten der poln. Reiterei genom-
men. Nach dem Frieden trat er in russ. Dienste und
wurde 1826 zum Brigadcgeneral ernannt. Nach
Ausbruch der Revolution 1830 wurde ihm von
Chlopicki die Organisation der Kavallerie übertra-
gen, und 14. Febr. erfocht er bei Stoczek trotz der
Übermacht der Russen den ersten Sieg über diefe.
Noch auf dem Schlachtfelde erhielt er den Befehl des
Oberfeldherrn, den General Kreutz schleunigst anzu-
greifen. D. vereinigte sich mit dem General Eie-
rawski, fchlug die Vorhut der Russen bei Nowawiez
19. Febr. und zwang den General Kreutz, über die
Weichsel zurückzugehen. Nach der Schlacht von
Grochow (25. Febr.) wurde er nach Volhynien ge-
sandt und nahm eine feste Stellung bei Boremel
gegen das Rüdigersche Korps, gewann 19. April
einige Vorteile, mußte zwar nachher der Übermacht
weichen, bewerkstelligte jedoch feinen Übergang über
den Styr. Bei Mokalowka an der galiz. Grenze
wurde er von Rüdiger mit bedeutenden Streitkräften
eingeschlossen, sodaß er 27. April 1831 nach Galizien
übertreten mußte. Sein Korps wurde entwaffnet
und mußte kriegsgefangen nach Ungarn ziehen.
Seit 1832 lebte er teils in Frankreich, teils in Lon-
don. Eine zu Brüssel (1837) erschienene Kritik seiner
Operationen in Volhynien veranlaßte ihn zu einer
ausführlichen Gegenschrift (Lond. 1837). 1848 kehrte
er nach Galizien zurück, wo er im Dez. 1857 zu Lo-
patyn, einem Landgute des Grafen Zamoyski, starb.
Seine "Memoiren" ("?Hmitztuiki") gab Ludw. Pla-
gowski (Lemb. 1870) heraus.
Dwight (spr. dweit), Theodore William, amerik.
Jurist, geb. 18. Juli 1822 zu Catskill (Neuyork), ist
seit 1858 Rechtslchrer am ^oiumdia l^olie^e in Nen-
york. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: die
Neuausgabe von "^rial d)' impeacum^nt" (1867),
"I'i'iFONZ and reformatoric^ iu t1i6 Uniteä 3tat68",
Maines "^neisnt lav?" (1864), "Inüuenck ok tiis
^vi-itinFg ol ^Hin68 Hari-inFton on ^inerican po>
litical in3tiwtion8" (1887) u. a. m.
Dwight (fpr. dweit), Timothy, amerik. Theolog
und Dichter, geb. 14. Mai 1752 zu Northampton
(Massachusetts), studierte am^loOolieFeTheologie
und die Rechte, trat während des Bürgerkrieges als
Kaplan in das Heer. D. war von 1783 bis 1795
Pfarrer zu Greensield (Connecticut) und gründete
daselbst die erste amerik. höhere Schule für beide
Geschlechter. Von1795biszuseinemTode (11. Jan.
1817) war er Präsident von Vaw (Ü0II6F6. Außer
den patriotischen Liedern "^oiumdian und "^msi-ica"
(1772) sind seine Gedichte ungenießbar, in erster
Linie sein Epos "1k6 conyu^tolOanaan" (1785),
ferner die Satire "1K6 ti-wmpli 0k inKäsIit^"
(1788) und "6i-66nti6iä Iiiii" (1794). Von D.s
theol. Schriften ist zu nennen: "^1i60io^ expiaineä"
(5 Bde., Middletown, Conn., 1818), hg. mit "N6-
moir" von D.s Sohn (4 Bde., Neuyork 1846). Als
letztes Werk erschien: "Ii-ave^ in Nen HnFlkmä
anä 5i e^v ^ork" (4 Bde., New-Haven 1821). - Eine
Lebensbeschreibung gab W. V. Sprague in Bd. 14
von Sparks' "^niLi-ican Lio^rapii^".
Dwina, bei den Russen die Nördliche D.
(8ev6i-n^3. vvina) genannt, zum Unterschied von
derWestlichen D. (s. Düna), der größte Strom im
nördl. Europäischen Ruhland, entsteht im Gouverne-
ment Wologda aus der Vereinigung der Flüsse
Suchona und Iug bei Welikij Ustjug. Von hier an
strömt die D. nordwärts und vereinigt sich nach
70 km mit der Wytschegda (s. d.), die für ihren
Nebenfluß gilt, obgleich sie an Wassermasse die obere
D. übertrifft. Nun wird die Richtung nordwestlich;
nach etwa 200 km geht die D. ins Gouvernement
Archangelsk über, nimmt von links die Waga, von
rechts die Pinega auf und mündet 73 kni unterhalb
der Stadt Archangelsk in den Golf von Archangelsk
des Weißen Meers. Bei Archangelsk, wo der
Strom bereits 4 km breit ist, teilt er sich in drei
Hauptarme, von denen nur der östliche, Vercsowsche
Arm, für größere Schiffe fahrbar ist. Der Laus der
D. beträgt von den Quellen der Suchona an 1228,7,
von der Quelle der Wytschegda an 1782,6, von der
Vereinigung der Suchona mit dem Iug 755,3 km,
das Fluhgebiet 365381 ykm. Der Wasserreichtum
des Stroms ist wegen der morastigen und waldigen
Umgebung der Quellen und Nebenflüsse sehr be-
deutend. Die Euchona entströmt dem SeeKubinfkoje
und ist von Anfang an schiffbar. Die Verbindung
mit der Wolga und Newa wird durch das Herzog-
Alexander-von-Württemberg-Kanalfystem (s. d.)
bergcstellt. Dampffchisfahrt besteht von: See Kubin-
skoje bis Archangelsk, auf dem Nebenfluh Wologda
(bis zur Stadt Wologda), auf dem Iug (bis Po-
dohinowez), auf der Wytschegda (bis Uljanowsk).
Dwinsk, amtlicher Name Dünaburgs (s. d.).