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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ebert (Friedr. Adolf) - Eberth
wurde. Dort gab er das "Handbuch der ital. Natio-
nallittcratur" '(Marb. 1854; 2. Ausg., Franks. 1864)
heraus. Diesem folgte die "Entwickelungsgeschichte
der franz. Tragödie, vornehmlich im 16. Jahrh."
(Gotha 1856). Im Verein mit Ferd. Wolf begrün-
dete er 1859 das "Jahrbuch für roman. und engl.
Litteratur", an dessen ersten fünf Bänden er thätigen
Anteil nahm. 1862 wurde E. als ord. Professor der
roman. (bis 1873 auch der engl.) Philologie nach
Leipzig berufen. Hier veröffentlichte er sein Haupt- l
werk "Allgemeine Geschichte der Litteratur des
Mittelalters im Abendlande" (3 Bd., Lpz. 1874-87;
Bd. 1, 2. Aufl. 1889), französisch von Aymeric und
Condamin (3 Bde., Par. 1883-89). Er starb 1. Juli
1890. E. suchte hauptsächlich die roman. Litteraturen
in ihren Beziehungen zu der german. und lat. Litte-
ratur des Mittelalters zu erforschen, um so in das
ganze geistige Leben des Mittelalters einzudringen.
Ebert, Fricdr. Adolf, Bibliothekar und Biblio-
graph, geb. 9. Juli 1791 in Taucha, studierte seit
1808 in Leipzig und Wittenberg Theologie, wendete
sich aber später geschichtlichen Studien zu. 1813 be-
teiligte er sich an der Reorganisation der Leipziger
Universitätsbibliothek und wurde 1814 Sekretär an
der wnigl. öffentlichen Bibliothek zu Dresden. Wie
hoch er den bibliothekarischen Beruf und die Auf-
gaben der öffentlichen Bibliotheken auffaßte, zeigt
seine Schrift "Die Bildung des Bibliothekars"
(2. Aufl., Lpz. 1820). Weiter sind von feinen Werken
zu nennen "Geschichte und Beschreibung der königl.
öffentlichen Bibliothek zu Dresden" (Lpz. 1822),
"Allgemeines bibliogr. Lexikon" (2 Bde., ebd. 1821
-30). Obgleich letztgenanntes Werk der erste Ver-
such dieser Art in Deutschland war, übertraf es doch
weit die ausländischen Muster und erwies seinen
Verfasser als einen gründlich gebildeten Gelehrten,
der das praktische Bedürfnis der wissenschaftlichen
Forfchung kannte. E. wurde 1823 herzoglich braun-
schweig.Bibliothekar in Wolsenbüttel, im April1825
Bibliothekar in Dresden, dann zugleich Prwatbiblio-
thekar des Königs, 1828 Oberbibliothekar und starb
13. Nov. 1834. Er schrieb noch: "Zur Handschriften-
kunde" (2Bde., Lpz. 1825-27), "DieKulturperio-
den des obersächs. Mittelalters" (anonym, Drcsd.
1825), "Überlieferungen zur Geschichte, Litteratur
und Kunst der Vor- und Mitwelt" (Bd. 1 u. 2, ebd.
1825-26) u. a.
Gbert, Joh. Arnold, Dichter und Übersetzer,
geb. 8. Febr. 1723 zu Hamburg, fand an Hagedorn
einen väterlichen Freund und studierte seit 1743 in
Leipzig Theologie. Da aber die orthodoxe Ham-
burger Geistlichkeit an einem von ihm verfaßten
Hochzcitsgedicht großen Anstoß nahm, vertauschte
er die Theologie mit humanistischen Studien. (5r
gehörte in Leipzig jcnem Kreis von Freunden an,
aus deren Mitte die sog. "Bremer Beiträge" (s. d.)
hervorgingen. 1748 wurde er an dem ncugcgrün-
deten Carolinum zu Vraunschweig Lehrer der cngl. !
Sprache, 1753 zum ord. Professor daselbst, später >
zum Hofrat ernannt und starb 19. März 1795. Be-
kannter als durch seine eigenen Gedichte, die eru.d.T.
"Episteln und vermischte Gedichte" (Hamb. 1789;
ein 2. Band erschien 1795) sammelte, wurde er durch
seine treffliche und einflußreiche Übersetzung von
A)oungs "Klagen oder Nachtgcdantcn" (5'Bde.,
Braunschw. 1760-71) und durch Klopstocks schöne,
an ihn gerichtete Ode.
Gbert, Karl, Landschaftsmaler, geb. 13. Okt.
1822 in Stuttgart, wurde in seiner Vaterstadt her-
angebildet, unternahm dann größere Reisen nach
Italien, Frankreich und den Niederlanden. Seit
1848 lebte er in München. Meist sind es Einblicke
in den Wald, die er mit tiefem Empfinden, fachge-
mäß und farbenprächtig darzustellen verstand. Von
seinen Gemälden sind hervorzuheben: Wald mit
badenden Kindern (1867; Museum in Stuttgart),
Aus ^er Schwäbischen Alb bei Hohenstaufen, Ernte
am ^tarnbergersee, Dorfpartie bei Rotterdam,
Buchenwald mit durchziehender Schafherde (1871),
Sturm im Walde, Kastanicnwald in Südtirol (1879),
Das Amperthal in Oberbayern (Stuttgart, Mu-
seum). Er starb 1. März 1885 in München.
Gbert, Karl Egon, Ritter von, Dichter, geb.
5. Juni 1801 zu Prag, wo sein Vater beeideter
Landesadvokat und fürstl. Fürstenb ergscher Hofrat
war, erhielt seine wissenschaftliche Bildung teils
durch den Vater und in der gräfl. Löwenburgschen
Akademie zu Wien, teils auf der UruvnMl zu Prag
und wurde 1825 fürstl. Fürstenbergschcr Bibliothe-
kar und Archivar zu Donaueschingen, 1829 Rat und
Archivdirektor und 1848 Hofrat. Seit 1833 war er
auch bei der Verwaltung der böhm. Besitzungen des
Fürsten Karl Egon zu Fürstenberg als Konferenzrat
angestellt. 1857 in den Ruhestand verfetzt, lebte er
feitdem zu Prag seinen schriftstellerischen Arbeiten,
wurde 1872 in den österr. Ritterstand erhoben und
starb 24. Okt. 1882 in Prag. E. verfaßte schon früh-
zeitig zahlreiche Dramen, erlangte jedoch erst durch
seine lyrischen und epischen Leistungen größern Ruf.
Den "Gedichten" (Prag 1824; 3. Aufl., Siuttg.
1845), mit trefflichen Balladen und Romanzen,
unter denen "Schwerting der Sachsenherzog" sich
noch heute großer Beliebtheit erfreut, lich er die
größern Werke "Wlasta, böhm.-nationales Helden-
gedicht in drei Büchern" (Prag 1829) und "Das
Kloster, idyllische Erzählung in fünf Gefangen"
(Stuttg. 1833) folgen, die sich durch lyrifchen
Schwung wie Reinheit und Eleganz der Sprache
auszeichnen. Als neuere Erzeugnisse seiner lyrischen
Muse veröffentlichte E. den Sonettenkranz "Ein
Denkmal für Karl Egon, Fürsten zu Fürstenberg"
(Prag 1855) und "Fromme Gedanken eines welt-
lichen Mannes" (Lpz. 1859), ferner ein kleines
episches Gedicht: "Eine Magyarenfrau" (Wien
1865). Seine "Poet. Werke" sind in sieben Bänden
(Prag 1877) erschienen.
Eberth, Karl Josef, Anatom und Bakteriologe,
geb. 21. Sept. 1835 in Würzburg, studierte daselbst,
wurde 1865 Professor der pathol. Anatomie in
Zürich und 1874 zugleich Professor für Pathologie,
Histologie und Entwicklungsgeschichte an dcr Tier-
arzneischule daselbst. Seit 1881 ist er Professor der
Histologie und vergleichenden Anatomie in Halle.
Von seinen nieist in Virchows "Archiv für pathol.
Anatomie" veröffentlichten Arbeiten sind hervor-
zuheben: "Über den Pcitschenwurm" (Lpz. 1859),
"Über das Lungenepithcl" (cbd. 1863), "über Nema-
toden" (ebd. 1863), "Über die Froschhaut" (edd.
1869), "Zur Kenntnis der baktcritischen Mykosen"
(ebd. 1872), "Über diphthcritische Endocarditis"
(in den "Untersuchungen aus dem pathol. Institut
zu Zürich", Heft 1, ebd. 1873), "Die fötale Rhachitis
und ihre Beziehungen zu dem Kretinismus" (ebd.
1878), "Dcr Typhusbacillus und die intestinale
Infektion" (ebd. 1883), "Gebt dcr Typhusbacillus
auf den Fötus übcr?" (1889), "Mikroskopische
Technik" (4. Aufl., Verl. 1889), "Die Untersuchung
des Auswurfs auf Tuberkelbacillen" (ebd. 1891),