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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ehingen - Ehre
Ehingen. 1) Oberamt im württemb. Donau-
treis, hat (1890) 26555 (12 631 männl., 13924
weibl.) E., 2 Städte und 45 Landgemeinden. -
2) Amtsstadt im Oberamt E., 25 km im SW. von
Ulm, in 515 in Höhe an der Schmiechen und nahe
der Donau gelegen, an der Linie Ulm-Mengen der
Württemb. Staatsbahnen, hat (1890) 4234 E., Post
zweiter Klasse, Telegraph, Oberamt, Amtsgericht
(Landgericht Ulm), Kameralamt; drei Kirchen, dar-
unter die ansehnliche St. Blasiuskirche, ein 1809
aufgehobenes Mönchs- und ein 1782 aufgehobenes
Nonnenkloster, ein königl. Gymnasium, 1686 als
sog. "Studium" gegründet, 1706 Lyceum, 1825
Gymnasium (Rektor I)r. Hehle, 20 Lehrer, 10 Klassen,
179 Schüler), verbunden mit einem Konvikt für
künftige Studierende; Cigarren- und Cementfabrik,
Essigsiederei, Bleicherei, Mussclinstickerei, zahlreiche
Mühlen und Hammerschmieden, besonders Land-
wirtschaft, Hopfenbau und Viehzucht, sowie Frucht-
und Schafmärkte. -Die Stadt ist sehr alt und war
ursprünglich eine röm. Niederlassung; 961 wird sie
zuerst erwähnt; die Herrschaft kam 1343 von den
Grafen von Berg an Österreich und 1805 an Würt-
temberg. (Vgl. Beschreibung des Oberamtes E.
Hg. vom königl. Statistischen Landesamt, Etuttg.
1893.) - 3) Ehemals Stadt, jetzt mit Rottenburg
(s. d.) vereinigt.
Ghl, Vorort von Benfeld (s. d.) im Unterelsaß.
Ehle, rechter Nebenfluß der Elbe, entspringt
aufdemFläming und mündet unterhalb Magdeburg.
Ehlers, Ernst Heinr., Zoolog, geb. 11. Nov.
1835 zu Lüneburg, studierte 1857-61 in Göttingen
und München Medizin und Naturwissenschaften und
reiste inzwischen auch (1859/60) mit W. Keferstcin
nach Neapel und Messina zur Untersuchung niederer
Seetiere. 1861 wurde er Proscltor am anatom. In-
stitut in Göttingen und wurde 1869 als ord. Pro-
fessor für Zoologie, vergleichende Anatomie und
Veterinärmedizin nach Erlangen, 1874 als ord.
Professor für Zoologie und vergleichende Anatomie
nach Göttingcn berufen. Von feinen Arbeiten sind
hervorzuheben: "Zoolog. Beiträge" (zusammen mit
W. Keserstein, Lpz. 1861), "Die Vorstenwürmer"
(2 Abteil., ebd. 1864 - 68), "ll^opiwi'eiiH ex-
I)3.U8Ä" (Gott. 1876), "Florida-Anneliden" (Cam-
bridge 1887), "Zur Kenntnis der Tedicellinen" (Gott.
1890). Er redigiert gemeinsam mit A. von Kölliker
die "Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie".
Ghlers, Otto Ehrenfried, Forschungsreiscnder,
geb. 31. Jan. 1855 zu Hamburg, studierte Rechts-
wissenschaft und Landwirtschaft in Heidelberg, Jena
und Bonn, trat 1887 in die Dienste der Deutsch-
Ostafrikanischen Gesellschaft, machte im Sommer
1888 eine Expedition nach dem Rusidji und Rovuma
mit und begab sich im Herbst in das Dschaggaland
am Fuße des Kilima-Ndscharo, den er 18. Nov. bei-
nahe bis zum höchsten Gipfel bestieg. Als Chef der
Station Moschi im Dschaggaland bestimmte er den
Häuptling Mandara, eine Gesandtschaft an den deut-
schen Kaiser abzusenden. Mit dieser traf er im Mai
1889 in Berlin ein. Zwei Monate darauf kehrte er
nach Sansibar zurück, begleitete Wißmann während
des Araberaufstandes auf feinem Zuge nach Mpwa-
pwa und zog abermals im Dezember desselben Jah-
res nach dem Kilima-Ndscharo, um die Geschenke
des deutschen Kaisers an Mandara zu überbringen.
Wegen seiner erschütterten Gesundheit muhte er im
Frühjahr 1890 das Dschaggaland verladen und Er-
holung im nördl. Indien suchen; liier durchreiste cr
1891 Kaschmir und Nepal, ging dann nach Birma
und durchkreuzte Hinterindien von Moulmein bis
Hanoi (Tongking), begab sich 1892 nach China und
kehrte 1893 über Amerika nach Deutschland zurück.
Seine Reiseerlebnisse veröffentlichte er in der "Täg-
lichen Rundschau" (1889) und in der "Kölnischen
Zeitung" (1889 - 90), außerdem in den Büchern:
"An ind. Fürstenhöfen" (2 Bde., Verl. 1894) und
"Im Sattel durch Judo-China" (2 Bde., ebd. 1894).
Auch einen Band Gedichte: "Kornähren der Poesie"
(3. Aufl., Norden 1888) gab er heraus.
Ehlers, Rudolf, prot. Theolog, geb. 30. März
1834 zu Hamburg, studierte in Heidelberg, Berlin
und Göttingen und übernahm 1859 gleichzeitig die
Pfarrstellen der luth. und der reform. Gemeinde zu
Stolberg bei Aachen mit dem Auftrage, beide Ge-
meinden der Nnion zuzuführen. 1864 folgte er einem
Rufe an die evang.-reform. Gemeinde zu Frank-
furt a. M. und wurde 1878 als Mitglied des re-
form. Konsistoriums zum Konsistorialrat ernannt.
Seine Schrift über den Einfluß der alten Philo-
fophie auf die Apologeten des 2. Jahrh, wurde
von der Göttinger Fatultät gekrönt. E. hat u. a.
drei Predigtsammlungen veröffentlicht: "Evaug.
Predigten"'(Franks, a. M. 1873), "Das alte Gesetz
und die neue Zeit" (ebd. 1877), "Bilder aus dem
Leben des Apostels Paulus" (ebd. 1886). Seit 1879
ist er Mitherausgeber der "Zeitschrift für praktische
Theologie"; seit 1885 bespricht er in dem von Lipsius
herausgegebenen "Theol. Jahresbericht" die homi-
letische und katechetische Litteratur.
Ehlert, Louis, Musikschriftsteller, geb. 13. Jan.
1825 zu Königsberg in Preußen, gest. 4. Jan. 1884
zu Wiesbaden, ist als musikalischer Feuilletonist be-
sonders durch einzelne Essays bekannt geworden,
unter denen "Aus der Tonwelt" (Berl. 1877;
2. Aufl. 1882; Neue Folge 1884), "Briefe über
Musik an eine Freundin" (3. Aufl., ebd. 1879) und
"Nöm. Tage" (2. Aufl., ebd. 1877) hervorragen.
Seine Arbeiten stellen den Stil über den Inhalt,,
zeigen aber feines Gefühl und Nachdenken. Auch
als Liederkomponist verdient E. Beachtung.
Ehnn, Vertha, Sängerin, geb. 30. Okt. 1845
zu Pest, kam früh nach Wien, wo sie 1861 das
Konservatorium besuchte und dann Privatunter-
richt genoß. Von 1864 ab gehörte sie nacheinander
den Bühnen in Graz, Pest, Stuttgart an und
wurde 1868 an die Wiener Hofopcr engagiert, an
der sie 20 Jahre thätig blieb. Zahlreiche Gastspiele
machten ihre anmutige Gesangskunst auch außerhalb
Wiens bekannt. Zu ihren besten Rollen sind Necha,
Margarete, Agathe, Selika, Mignon, Cherubim,
Julia zu zählen. 1873 vermählte sie sich mit Haupt-
mann Sand.
Ghrang, Marktflecken im preuß. Reg.-Bez. und
Landkreis Trier, 8 km im NO. von Trier, am Ein-
tritt der Kyll in die Ebene der Mosel, 1 km von
der Mosel entfernt, an den Linien Koblenz-Trier
und Köln-Trier der Preuß. Staatsbahnen, hat
(1890) 2496 E., darunter 167 Evangelische, Post,
Telegraph und Walzenmühle. Die Äewohner trei-
ben Äckerbau oder sind Fabrik- und Hüttenarbeiter.
Dabei liegt das Eisenhüttenwerk Quint (Eisen-
gießerei und Walzwerk) und die Thonwarenfabrit
von Lamberty-Servais A Comp.
ZI/iT'h., auch bloß ^., hinter lat. Tiernamen
Abkürzung für Cbrist. Gottfr. Ehrenberg (s. d.).
Ehre, die Anerkennung unsers persönlichen
Werts durch andere. Man hat E., insofern man