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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Elevatorien - Elfenbein
Fig. -.
Ein vertikaler Rüben-Elevator ist inbeistchen-
der Fig. 2 gezeigt. Der mit 15 bezeichnete Apparat
ist bestimmt, die gewaschenen ihm mittels der Rinne
ä. zugeführten Rüben in den Bechern d nach dem
obern Stockwerk zu befördern, wo dieselben auf eine
durch den Schieber 8 abschliehbare Sturzplatte ^
und von dort in Trans-
portwagen ^v fallen,
die sie der Rübenma-
schine zubringen. Da
derartige E. im Feuch-
ten arbeiten, werden
die Gurte derselben aus
Guttapercha hergestellt,
oder man verwendet,
wie aus Fig. 2 ersicht-
lich, statt der Gurte
Ketten, nach welchen
diese E. auch als Ket-
ten-Elevatoren be-
zeichnet werden. Die
Spannung der Kette k
erfolgt hierdurch direkte
Belastung des untern
Lagers. Ein Gehäuse
um den Elevator anzu-
bringen ist hier unstatt-
haft, da durch etwa
überstehende oder her-
ausfallende Rüben
u. s. w. ein schädliches
Klemmen eintreten
würde. Der Antrieb
erfolgt von oben mil-
tels Riemenscheibe und
einfachen Rädervorgeleges, letzteres, weil diese E.
mit uur geringer Geschwindigkeit arbeiten.
Wo es die örtlichen Verhältnisse erfordern, kön-
nen die E. mit oder ohne Gehäuse auch in schräger
Aufstellung zur Verwendung kommen. Sowohl die
senkrechten als namentlich auch die schräg liegenden
E. finden ferner in entsprechender Anordnung eine
weitgehende Anwendung als Bagger (s. d.), wobei
die mit den Kettengliedern verbundenen Gefäße zum
Abstechen der Vodenmafse bestimmt sind. Bedingt
es die Natur der durch den Elevator zu hebenden
Gegenstände, daß dieselben während des Trans-
ports nicht die horizontale Lage verlassen dürfen,
wie dies bei ungetrockneten künstlichen Steinen
u. s. w. der Fall ist, so werden die Ketten als lang-
gliedrige Gelcnktetten ausgeführt und an denselben
für die Aufnahme des Materials horizontale Plat-
ten derart schwebend aufgehäugt, daß ihr Schwer-
punkt in jeder Stellung, also auch beim überschreiten
der obern oder untern Kettenscheibe, stets senkrecht
uutcr ihren Aufhängepunkt zu liegen kommt (Stein-
Elevatoren).
Glevatorien (nculat.), in der operativen Chi-
rurgie benutzte hebelartige Instrumente, z. B. be-
hufs Ablösung der Knochenhaut.
Niövo (frz., spr. clähw), Zögling, Schüler.
Elevieren (lat.), erheben.
Elf (schwed.; uorweg. Elv), Fluß.
El-Fajüm, Oase in Mittelägyptcn, s. Fajüm.
El-Fascher, Hauptstadt von Darfur (s. d.).
Glfdal ("Flusithal"), Kirchspiel in Schweden,
im nördl. Dalekarlien, hat 4000 E. und ist bekannt
wegen seines großen Porphyrwcrkcs.
Elfeld, Stadt, s. Eltville.
Elfen (richtiger Elben, altdeutsch Alp, in der
Mehrzahl Elbe), nach dem Glauben des deutschen
Heidentums göttliche Wesen niedern Ranges, Ver-
körperungen der vielgeteilten Naturkräfte, deren
Erinnerung noch die heutige Volksmeinung und
Volkssage sehr lebendig bewahrt. Sie wurden bald
schön und glänzend gedacht und führten dann den
Namen Lichtelfen (altnordisch IMalfln-), bald klein
und übelgestaltetuud hießen dann Schwarzelfen
(altnordisch Lv^i-Wl^r). Zu letztern gehören die
Zwerge, die in Steinen und Höhlen wohnen. Die
Lichtgeistcr wohnen dagegen in Alfheim, im Luft-
reiche des Glanzes, das die Äsen dem sonnen- und
Lichtgott Frey als Zahngeschenk gaben. Diese Licht-
elfen waren von besonders verführerischem Reize.
Darum erzählt die Sage und die aus ihr schöpfende
spätere Dichtkunst manches von der Gewalt der
Elbinnen über die Jünglinge der Menschen. Die
E. lieben Musik und Tanz; die verlockende Elben-
melodie (alpikied) kennt die ^age Deutschlands und
des Nordens. Das eigentliche Element der E. ist die
Luft. Elbifche Geister ziehen inderWildenIagd, und
zu E. werden die abgeschiedenen Seelen. Wie Frey
ihr König, so ist auch seine Gemahlin, Hulda oder
Berchta, Königin der E., und von ihr führen sie
den Namen Huldenvolk (nordisch H u l d r e f o l k).
In der spätern deutschen (^age erscheint Obcron als
ihr Fürst, während Alberich Fürst der Sckwarzclfcn
ist. Zu den Luftelben gehören auch die seligen
oder wilden oder heidnischen Fräulein der
Alpensagcn, die sich in leuchtender Schöne vor den
Felshöhlen zeigen, ihre hellen Lieder weit über das
Gebirge singen und Hirten und Herden schützen. Er-
zürnte E. schießen ihre Waffen auf die Menschen uud
treffen sie mit bösem Schlage. Es sind dies dieselben
E., die Olaf in dein bekannten Volkslicde Herders
den Todesschlag versetzen, als er ihnen auf seinem
Hochzeitsritte begegnet. Ein solcher böser Geist ist
der Nachtmahr (f. Märt) des Aberglaubens. Auch
die Wasser-, Feuer-, Feld- und Waldgeistcr sind meist
elbischeu Geschlechts. Die Wasser- und Waldgeister
halten sich den Menschen fern, die Feuer- oder Herd-
geister lieben Vertraulichkeit. Eine Sagenfülle lebt
noch von ihnen allen im Volke. Das ganze Geschlecht
findet sich in ganz entsprechender Weise auch bei den
Kelten und Slawen. Die jetzt allgemeine Form E.
ist aus dem Niederdeutschen ins Hochdeutsche ein-
gedrungen und hat allmählich die echt oberdeutsche
Form Alp verdrängt. - Vgl. Laistner, Das Rätsel
der Sphinx (2 Bde., Verl. 1889).
Elfenbein, im weitcrn Sinne Bezeichnung für
Zähne mehrerer großer Tiere, wie des Elefanten, des
Walrosses und des Nilpferdes, im engern Sinne
aber uur für die Stoßzähne des männlichen Elefan-
ten, die gewöhnlich 1,0 bis 1,0 m laug sind und bis zu
90 kF wiegen. Bei jüngern Tieren sind die Zähue
fast bis zur Spitze hohl, sie füllen sich erst in spä-
term Alter, und aus diesem Grunde sind die Zähne
der ausgewachsenen Elefanten besonders geschätzt.
Es giebt weißes und gelbes E., und auch ersteres
vergilbt sehr leicht, wenn es der Luft aufgesetzt
wird; doch kann es durch die Einwirkung der Son-
nenstrahlen wieder gebleicht werden. Alles gelbliche
oder gelb gewordene E. wird auch durch Einlcgen
in Chlorkalklösung (ohne Anwendung von Saure)
oder mittels Wasserstoffsuperoxyd gebleicht. Das
aus den Zähnen gewonnene E. hat ein spcc. Ge-
wicht von 1,8 bis 1,9, ist ziemlich elastisch und von
bedeutender Härte. Die chcm. Bestandteile des