Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

33
Elkhart - Ellenborough
Ein gewisser Alexander von Apamea brachte das
Buch gegen Ende des 2. Jahrh, nach Nom nnd
sammelte Anhänger um sich. - Vgl. Nitschl, über
die Sekte der E. (in der "Zeitschrist für histor.
Theologie", 1853); Lipsius, Zur Quellenkritik des
Epiphanios (Wien 1865).
Glkhart, Stadt im gleichnamigen County im
nordamerik. Staate Indiana, 130 1<m östlich von
Chicago, an der Vereinigung des E. mit dein (^t.
Joseph, ist Eisenbahnknotenpunkt, hat (1890) 11300
E., gute Wassertraft, Eisenbahnwcrlstätten, Papier-,
Pappe-, Stärke- und Strickwarensabriken.
Glk-Monntains (spr. mauntins), Gebirgszug
vulkanischen Ursprungs im Westen des nordamerik.
Staates Colorado, mit dem Castle Peak (4302 m).
Gl-Kosch, Stadt im asiat.-türk. Wilajet und
Sandschak Atosul, 45 1<m nördlich von Mosul, öst-
lich vom Tigris, am südl. Fuße des Vahdinänge-
birges, hat etwa 3000 christl. E. Der Ort soll Ge-
burtsort des Propheten Nahum sein. Oberhalb
der Stadt erhebt sich das Kloster Nabban-Hor-
muz, dessen Zellen in den Felsen gehauen sind.
ZAl., hinter naturwissenschaftlichen Namen Ab-
kürzung sür John Ellis, s. 2^?. et H^.
Elland (spr. ellend), Stadt im West-Niding der
engl. Grasschaft Dork, 5 Km im SSO. von Halifax,
an dem zur Aire gehenden Calder, hat (1891) 9991E.,
Wollindustrie, Steinbrüche und Kohlengrllben.
Ellbogen (Oleei'knon) oder Elldogenfort-
satz, ein starker, hakenförmiger Knochenfortsatz, mit
welchem das Ellbogenbein (nwa oder cndituß),
einer der zwei den Vorderarm zusammensetzenden
Röhrenknochen, nach oben und hinten hin endet.
Das Ellbogenbcin bildet hier mit den zwei Gelenl-
knorren des Oberarmbeins, zwischen welche sich der
Ellbogenfortfatz bei ausgestrecktem Arm hineinlegt,
ein Winkelgelenk (das Ellbog engelenk). An
den E. setzen sich die den Vorderarm streckenden
Muskeln des Oberarms an, so daß er z. B. beim
Zuschlagen, stemmen mit dem Arm und der-
gleichen Vewegungcn, als kurzes Ende eines zwei-
armigen Hebels wirkend, den Vorderarm bewegt.
Das Abbrechen oder der Bruch des E. ist einer
der schwerer zu heilenden Knochenbrüche und hinter-
läßt leicht Gelenksteifigkeit des Arms. Dicht neben
dem E. läuft der Ellbogennerv nahe der Haut
über das Gelenk. Ein Stoß auf diese Stelle (das
sog. Mäuschen) erregt scheinbar Schinerz oder
Kribbeln in der Haut der Hand, des kleinen und
des vierteil Fingers, weil in diesen Teilen die Em-
pfindungsfafern des Ellbogennervs endigen und
man gewohnt ist, jede in einem Nerven erregte
Empfindung an die stelle zu verlegen, an welcher
der betreffende Nerv gewöhnlich gereizt wird.
Gllbogcnkachel,'s. Armschienen.
Elle (Holland, oi; engl. eil; dän. Älen; schwed.
kW), ein in den deutschen Staaten bis Ende 1871,
in Dsterreich-Ungarn bis Ende 1875, in der Schweiz
bis Ende 1876, in Norwegen bis Ende Juni 1882,
in Schweden bis Ende 1862 und in Finland bis
Ende 1891 gesetzlich gewesenes (durch das Meter ver-
drängtes) und in Dänemark noch gesetzliches Längen-
maß für Manufakturwaren, insbesondere für die-
jenigen Gewebe, welche als Klcidungsstosfc oder für
ähnliche Zwecke (wie Band, Spitzen u. dgl.) dienen
und deshalb auch unter der Bezeichnung Ellen -
waren zusammengefaßt werden. In Finland hat
1. Jan. 1892 das mctrifche Maß-und Gewichts-
system cmch sür den cvllgememen Verkehr aus-
Prockbans' Kotivl-isations-Lexikon.. 14. Aufl. VI.
fchließliche Geltung erhalten. In einigen Ländern,
z. B. Sachsen, diente die E. (sowohl die Längenelle
als auch die Quadrat- und Kubikelle), wie sonst meist
der Fuß, auch als Vaumaß. Man teilte die E. ge-
wöhnlich in reine Halbierungen ein (in Halbe,
Viertel, Achtel), hier und da auch in Drittel und
Sechstel; in Holland, wo sie seit 1821 dem Meter
gleich ist, teilt man sie in Zehntel. In Bezug auf
die Größe der E. herrschten ehemals die größten
Verschiedenheiten. In neuerer Zeit hatte man je-
doch in allen deutschen Staaten eins der bereits
vorhandenen Ellenmahe zum Landesmaß erhoben.
In Preußen hatte die E. 25^ Zoll (2^ Fuß) ^
0,6^3 m; in Österreich-Ungarn hatte sie 2,460 Fuß
--- 0,7770 m. In der Schweiz, in Baden, Nassau und
im Großhcrzogtum Hessen war die E. ^- 0,6 m.
Neben den Landesmaßen war bis auf die neueste
Zeit im deutschen Manufakturwarenhandel noch
vielfach die Vrabanter E. gebräuchlich, die früher
in Brüssel ^ 0,695 in war, in Aachen aber zu 0,6802,
in Bremen zu 0,6944, in Frankfurt a. M. zu 0,6992,
in Hamburg zu 0,69i4, in Leipzig zu 0,6856 m ge-
rechnet wurde. In Dänemark ist die E. (Älen) gleich
2 Fuß oder 0,62?? in, in Norwegen war sie ebenfalls
gleich 2 Fuß oder 0,6275 m, in Schweden (^.w) 2 Fuß
^ 0,593s m. Die finländifche E. war der fchwedifchen
gleich. In England kommen für einzelne Gewebe
bisweilen noch die NnFii"d eil von 1^4, die I^6ini3b
e'Il (dei Leinwand) von ^ und die I">6iic1i ei! von
1^/2 Mards zur Anwendung. Wie die E. in Eng-
land sckon längst durch das Dard (s. d.) ver-
drängt ist, so die Aune (s. d.) in Frankreich, die
E. in Deutschland und in der Schweiz durch das
Meter. In Ober- und Mittelitalien hieß die E.
Vraccio (vom lat. dracliinin, 0. i. Arm, Arm-
länge) und hatte dort eine sehr verschiedene Länge;
das span. Braza und das portug. Braca entsprach
unserer Klafter oder auch dem Faden (f. d.>; in
Unteritalicn und auf denInfeln Sicilien und Malta
hieß die E. Canna (s. d.). Auch in Spanien und
Portugal sowie Italien ist gesetzlich das Meter an
die Stelle der frühern E. getreten. In mchrern
Schweizerkantonen war für E. das Wort Brazza
oder Vrazze üblich. (Amtlich hieß die Schweizer E.
ital. di'acoio, frz. draclis.)
Ellenbogen, s. Ellbogen.
Ellenborough (spr.ell'nbörö), Edward Law,
Lord, cngl. Nechtsgelehrter und Staatsmann, geb.
16. Nov. 1750 zu Great Salkeld in Cumberland,
studierte zu Cambridge und erwarb sich seinen Ruf
als Jurist 1785 durch die erfolgreiche Verteidigung
von Narren Hastings. Er stieg 1802 zum Öber-
richter am ^ourt ol Xin^'ä-^encli und Lord E.
auf. Im Parlament zeigte er sich als entschiedener
Tory und saß 1806-7 unter Grenville im Kabinett.
Er starb 13. Dez. 1818.
Sein ältester Sohn, Edward Law, Graf von
E., geb. 8. Sept. 1790, wurde 1814 in das Unter-
haus gewählt und trat 1818 nach dem Tode seines
Vaters in das Oberhaus ein. Unter Wellington 1828
Geheimsiegelbewahrer, trat er 1830 beim Sturz des
Torvministeriums ab und wurde unter Peel 1834
Präsident des Indischen Amtes und 1842 General-
gouverneur von Ostindien. Unter seiner Negierung
wurde ein erfolgreicher Kriegszug gegen Afghanistan
unternommen; er felbst fand durch eine ungeschickte
Proklamation, die er erließ, starken Tadel im Par-
lament und wurde von der Ostindischen Compagnie
1844 zurückgerufen, von der Költt'^ill aber zum HM-
3