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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Empyreum - Ems (Stadt)
romantie, Weissagung ans dem Opferfeuer, eine I
Kunst, welche Amphiaraos zuerst gelchrt haben sollte, z
Empyreum (grch.), bei den alten Naturphilo-
sophen der Feuerhimmel, d. h. die oberste Welt-
Gegend, wo sich das als feinstes Element nach oben
strebende Feuer sammeln und woher die leuchten-
den Phänomene am Himmel kommen sollten; bei
den christl. Philosophen Ort des Lichts, .Himmel;
cmpyreisch, himmlisch, lichtstrahlcnd. In Dantes
"vivina. Oommsäia" ist das E. der Aufenthalt der
Seligen, der ewig ruhende Sitz der Gottheit.
Empyreumatisch (grch.), brenzlich; empyreu -
matischeVerbin dünge n,s. Brenzverbindungen.
Empyromäntie (grch.), s. Empyra.
Gms <lat. ^mi8ia; Holland. Eems). 1) Fluß
im nordwestl. Deutschland, entspringt in der preuß.
Provinz Westfalen in der Senner Heide am Süd-
westabhange des Lippeschen Waldes, 15 km nörd-
lich von Paderborn bei Hövelhof in 104 m Höhe,
fließt zuerst westsüdwestwärts nach Rictbcrg, dann
über Wiedenbrück und Warendorf (72 m) bis Telgtc
(46 m). Hier wendet sie sich norowestwärts nach
Greven, wo die, freilich wegen der Seichtigkeit noch
schwierige Schiffbarkeit (224 km) beginnt, tritt dann
unterhalb Nheine (25 m) in die Niederungen der
Provinz Hannover, in welcher sie von Lingen an
nordwärts zwischen dem Bourtangcr Moor links,
dem Hümmling und Saterlande rechts hindurch-
siicßt. Nach Einniündnng der Haafe (i. d.) bei Mep-
pen (9,8 m) ist sie 65 m breit; südlich von Leer er-
weitert sie sich zu einem Seearm, in welchem das
Wasser salzig wird und mit der Flut Seeschiffe von
4,5 m Tiefgang trägt. Auch ist der Fluß von hier
an eingedeicht, und die Dämme bilden die einzige
Erhöhung, von welcher man die großen sries. Niede-
runaen übersieht. Bei Leerort empfängt die E. rechts
die Leda (s. d.), worauf sie, ansehnlich verstärkt, süd-
lich von Emden zwischen den Dörfern Pogum und
Borfum 1950 m breit sich westwärts in den Dollart
ergießt, aus dem sie 5,5 km breit bei der sog. Loger
Ecke austritt. Die Mündung in die Nordsee wird
durch die Insel Vorkum in zwei Hauptstraßen, die
7,8 m tiefe Ost er- und die 7 m tiese Wester-Ems
oder das Oster- und Westergat, geteilt. Die E., deren
Flußgebiet nur 11996 hkm umfaßt, durchstießt in
unzähligen kleinen Windungen und in trägem, etwa
335 km langem Laufe meist Moorgegenden und
Wiesengründe. Ihr Wasser ist teils schlammig, teils
salzig und daher wenig fifchreich. Nebenflüsse, außer
Haase und Lcda, sind rechts: dieHessel, die uuterhalb
Warendorf mündet, die Glane, beide vom Teuto-
burgerwaldc kommend, und die Ahe (Aha,Aa); links
fehlen bedeutende Zuflüsse, da hier das Nheingebiet
zu nahe herantritt. Zahlreich sind die Kanäle für
Schiffahrt oderEntwässcrungderMoore. Zuerstern
gehören der Emskanal oder Lingener Kanal
am rechten Ufer zwifchen Meppen und Hankenfähr
bei Lingen, 26 km lang, 16,3 m breit und 1,6 m
tief, mit 5 Schleusen von 30 m Länge, 5,8 m Breite
und 2,i m Tiefe; am linken Ufer, von der Vechte
ausgehend, dem Flusse parallel der Süd-Nord-Kanal
und der Ems-Iade-Kanal (s.d.). Mit dem
Holland. Kanalnetz ist die E. bei Hankenfähr durch
den 21 km langen Ems-Vechtc-Kanal verbun-
den; er hat an seinen Endpunkten je eine Schleuse
von 6,5 m Weite und 2,i m Drempeltiefe und ist
höchstens für 2000-Centner-Kähne fahrbar. Ein
Nhein-Ems-Kanal ist im Bau (s. Dortmund). Der
Entwässerung dienen die Kanäle von Papcnburg und
der Treckschuiten-Kanal. - 2) E., linker Nebenfluß
der Lahn, entspringt im Taunus, am wcstl. Abhang
des Feldberges, durchfließt in nordwestl. Richtung
den sog. Goldenen Grund und mündet oberhalb
Limburg nach 35 km langem Laufe.
Gms, gewöhnlich Bad E. genannt, Stadt und
Bad im Unterlahnkrcis des preuß. Neg.-Bez. Wies-
baden,^! einem reizenden, von
der schiffbaren Lahn durchzoge-
nen und von waldreichen Ber-
gen und Nebeuhügeln umkränz-
ten, tief eingeschnittenenThale,
in 80 m Höhe, 13 km ober-
halb der Mündung der Lahn
in den Nhein, an der Linie
Koblenz-E.-Gießen der Prcuß.
Staatsbahnen gelegen, hat (189d> 6356 E., dar-
unter 2396 Katholiken und 149 Israeliten, Post
erster Klasse mit Zweigstelle, Telegraph, Amtsge-
richt (Landgericht Limburg a. d. Lahn), je eine evang.
und kath. Pfarrkirche, eine engl. und griech. Ka-
pelle, Nealprogymnasium, höhere Mädchenschule,
Vorschuß- und Kreditverein, bedeutendes Blei- und
Silberbergwerk und Hütte (Emserhütte), Bergbau,
Ziegel- und Kalkbrennerei. Die einzelnen Stadtteile,
das Kurhaus mit den bedeutendsten Trinkquellen
(früher Bad E.), der Kurfaal und der größere Teil
der Stadt (früher Dorf E.) auf dem rechten, der
Bahnhof, der kleinere Teil der Stadt (<^pieh E.)
und das Villenviertel auf dem linken U.^n der Lahn,
find durch vier Brücken miteinander verbunden.
Das königl. Kurhaus, dessen ältester Teil aus dem
16. Jahrh, stammt, enthält die berühmtesten Trink-
quellen und in seinen Flügeln etwa 60 Bäder.
Von den zu den natronhaltigen Thermen gehöri-
gen Mineralquellen in den 1854 erweiterten Hallen
sind die bekanntesten der Kesselbrunnen (46° (^.) in
der obern Halle, das Krähnchen (35"), der Fürsten-
brunnen (39") und der seit 1878 erschlossene Kaiser-
brunnen (26°, wegen des hohen Kohlensäurcgehalts
zum Trinken der angenehmste) in der untern Halle.
Die 1865-68 entdeckten Quellen, König Wilhelms-
Felsen-, Augusta- und Victoriaquelle, treten im Hofe
des nahen Nassauer Hofs zu Tage und speisen das
Aktienbadehaus. Außerdem bestehen viele zu Bä-
dern benutzte Quellen, die, besonders seitdem auf
dem linken Ufer der Lahn Quellen gefaßt wurden,
einen unerschöpflichen Wasserreichtum darbieten.
Alle Ouellen, sowohl Trink- wie VadequeÜm, unter-
scheiden sich nur durch ihre verschiedene Temperatur
(von 26 bis 58° 0.) und den Gehalt an kohlensaurem
Gas. Das Wasser wird angewendet bei chronischen
Nervenkrankheiten, Leiden der Atmungsorgane und
der Leber, Frauenkrankheiten u. s. w. Die Bade-
anstalten, im Besitz des königl. Domänenfiskus, der
Aktiengesellschaft "König Wilhelms-Felsenquellen"
und von Chr. Balzer (Römerbad), sind ebenso wie
die Inhalatorien, pneumatischen Apparate u. s. w.
der Neuzeit entsprechend eingerichtet. Das Salz
der Quellen wird verwendet zur Herstellung der be-
kannten Emser Pastillen. Vom Kurhaus führt
eine eiserne Kolonnade nach dem im Kurgarten ge-
legenen, 1838 errichteten Kursaal mit Fest- und Lese-
sälen, Wandelbahn und dem Marmorstandbild des
Kaisers Wilhelm 1. von Professor Otto. Links von
der Lahn, seit 1853 durch die kleine, gedeckte eiserne
Brücke mit dem königl. Kurhaus verbunden, liegt
das Neue Vadehaus, 1853 erbaut, mit der Neuen
Quelle (57-58° 0.), 1850 gefaßt, der wärmsten von