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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Endophytisch - Energie

Endophytisch (grch.), s. Parasiten.

Endoplasma (grch.), s. Arbeitsteilung (zoolog.).

Endor, israel. Ort, südlich vom Berg Tabor gelegen, jetzt ein ärmliches Dorf Namens Endur, ist bekannt geworden als Wohnsitz jener Totenbeschwörerin (der Hexe von E.), welche nach 1 Sam. 28,7 fg. dem vom priesterlichen wie prophetischen Orakel verlassenen König Saul vor seiner letzten Schlacht gegen die Philister den Totengeist Samuels citiert haben soll. Die Stelle ist als einzige Beschreibung einer Totenbeschwörung im Alten Testament von Wichtigkeit.

Endoskop (grch.), chirurg. Instrument zur Besichtigung enger Kanäle und Höhlen, namentlich der Harnröhre und Harnblase, besteht im wesentlichen aus einer in den Kanal einzuführenden Röhre und einem Beleuchtungsapparat. Von den verschiedenen Instrumenten dieser Art leistet am meisten das von Ritze und Leiter erfundene, bei dem die Beleuchtung durch elektrisches Glühlicht geschieht. (S. Beleuchtungsapparate, medizinische.)

Endosmometer, Endosmose, s. Osmose.

Endosperm (Endospermĭum, grch.), in der Botanik dasjenige Zellgewebe, welches bei den Phanerogamen im Embryosack nach der Befruchtung der Eizelle gebildet wird, mit Ausschluß der zum Embryo (s. d.) selbst gehörigen Zellen. Das E. dient in vielen Fällen als Reservestoff führendes Gewebe. (S. Kotyledonen.)

Endossiermaschine oder Abpreßmaschine, s. Buchbinderei (Bd. 3, S. 650 b).

Endothel (grch.), das feine zarte Oberhäutchen auf der Innenfläche der Lymph- und Blutgefäße sowie der Körperhöhlen, im Gegensatz zum Epithel, der Oberhaut der Schleimhäute; endothelial, mit dem E. zusammenhängend oder von ihm ansgehend; Endotheliōm, geschwulstartige Neubildung von E.

Endreaktion, s. Analyse, chemische (Bd. 1, S. 573 a).

Endreim, s. Reim.

Endständig, s. Blüte (Bd. 3, S. 163 b) und Blütenstand (Bd. 3, S. 165 b).

Endursache (lat. causa finalis), soviel wie Zweck.

Endurteil, im heutigen Civilprozesse das Urteil, welches den Rechtsstreit für die jeweilige Instanz zur Erledigung bringt. Es bildet den Gegensatz zum Zwischenurteile (s. d.), das nur über ein einzelnes selbständiges Angriffs- oder Verteidigungsmittel oder über einen Zwischenstreit Entscheidung trifft und daher nur ein Element des künftigen E. abgiebt. Das E. erfordert naturgemäß, daß der Rechtsstreit zu definitiver Erledigung für die Instanz reif ist, indem für diesen Zweck die Verhandlung und die etwaige nötige Beweisaufnahme, abgesehen von dem Vorbehalt einer Eidesleistung, völlig abgeschlossen sein muß. Das E. kann inhaltlich über den geklagten Anspruch selbst entscheiden, aber auch nur die Instanz erledigen, sei es dadurch, daß es eine prozeßhindernde Einrede für durchgreifend erachtet, sei es durch Zurückweisung der Sache in die Vorinstanz zu anderweiter Verhandlung und Entscheidung. Die Entscheidung ergeht entweder auf Abweisung der Klage oder auf Verurteilung des Beklagten, bez. bei Feststellungsklagen (s. d.) auf Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses, bei Vorbehalt einer Eidesleistung einer Partei als sog. bedingtes E. (s. Bedingtes Urteil). Für das E. reif werden kann der Rechtsstreit durch Versäumnis (s. d.) oder Anerkenntnis des Beklagten, durch Verzicht des Klägers oder durch kontradiktorische Verhandlung und Beweisaufnahme. Eine besondere Art des E. bildet das Teilurteil (s. d.). Nur kontradiktorische E. sind der Regel nach durch Rechtsmittel anfechtbar. (S. Urteil, Entscheidung.)

Endymion, Sohn des Aethlios, eines Sohnes von Zeus, oder auch des Zeus selbst, war König von Elis und zeugte mit Selene 50 Töchter, welche als die 50 Monde des olympischen Festcyklus gedeutet werden. Sein Grab wurde zu Olympia gezeigt. Nach karischer Sage ruhte E., wohl ursprünglich ein Dämon sowohl des nächtlichen Schlafs als des Todesschlafs, in einer Grotte des Latmosgebirges. Als Ursache dieses ewigen Schlafs wurde angegeben, daß er, in den Himmel aufgenommen, Hera begehrt habe und deshalb von Zeus bestraft worden sei. Nach der später allgemein verbreiteten Annahme aber war er von Selene in Schlaf versenkt worden,damit sie ihn ungestört küssen könne. Dargestellt erscheint er besonders auf antiken Sartophagreliefs in der Gestalt eines Jägers oder Hirten (s. vorstehende Figur).

^[Abb.]

Endzweck, letzter oder absoluter Zweck, s. Zweck. - Im Preuß. Allg. Landr. I, 4, §. 152 ist E. die Auflage (s. d.) einer Zuwendung, welche den eigenen Vorteil des Empfängers bezweckt. Wird die Auflage nicht erfüllt, so ist die Zuwendung zurückzugeben.

Ené, Name des obern Ucayali (s. d.), eines Nebenflusses des Amazonenstroms.

Enenkel, österr. Reimchronist, s. Jans.

Energie (grch.), in sittlicher Bedeutung soviel wie Willenskraft, Thatkraft, d. h. die Fähigkeit, seinen Willen auch mit der That kräftig zu beweisen. Davon energisch, thatkräftig.- In physikalischer und technischer Hinsicht heißt E. die Fähigkeit eines Körpers, eine mechan. Arbeit (s. d.) zu leisten; sie läßt sich also kurz als Arbeits- oder Wirkungsfähigkeit der Körper bezeichnen. Die E. ist entweder kinetische E. (Bewegungsenergie) oder potentielle E. (E. der Lage oder Anordnung). Als Beispiel der kinetischen E. dient eine Masse m, die mit der Geschwindigkeit v behaftet ist, vermöge welcher sich dieselbe der Schwere entgegen, also Arbeit leistend, so hoch zu erheben vermag, als dieselbe hätte fallen müssen, um die Geschwindigkeit v zu erlangen (s. Fall). Die kinetische E. wird durch die Lebendige Kraft (s. d.) gemessen. Ein Gewicht p, das in der Höhe h über dem Boden sich befindet, vermag sinkend