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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Enternetze - Entfernungsmesser
seit des feindlichen läuft und an diesem fcstmackt,
oder indem man den Feind mit Booten angreift.
Zur Zeit der Segelschiffe wurde das E.^meist als
Entscheidungstampf angewendet. (S. (^cetaktik.)
In der Neuzeit, feit Einführung des Dampfes und
Vervollkommnung der Artillerie, ist es selten ge-
worden. Die furchtbare Wirtnng der modernen Gc-
schösse zwingt den Besiegten, auch ohne E. sich zu
ergeben, und anßcrdem ist eine sebr überlegene
Geschwindigkeit des Feindes erforderlich, um das E.
gelingen zu lassen. Überdies wird der an Geschwin-
digkeit Überlegene meist die gänzliche Vernichtung
des Gegners durch einen Nammstoß dem Entergefeckt
vorziehen, namentlich bei Panzerschiffen. E. heißt
auch das fchuclle Hinauf- (Aufentern) und Hinab-
llettern (Niederentern) der Matrofen in die oder
von der Takelage. (S. anch Enterbeile, Enterhaken,
Entcrmcsser, Enternetzc, Enterpiken.)
Enternetze, Netze von Draht, die früher ober-
balb der Rehling (s. d.) rings um die Schiffe gegen
das Entern (s. d.) ausgespannt wurden.
Entero-Anastomöse (grch.), soviel wie Darm-
anastomose (s. d. und Darmverengung).
Enterocelc^grch.), s. Bruch (Bd. ^, S. öl^a).
Enterocentcfc (grch.), der Darmstich, die Punt-
tion des Darms. !
Enterohelkösis (grck.), Darmversckwärung. z
Enterokatarrh (grch.), der Darmkatarrd <s. !
Darmentzündung). i
Enteroklysis (grch.), Darmwaschung, Darm-
eingießung, s. Klystier.
Enterolithen (grch.), s. Darmfteine.
Enterolögie lgrch.), Eingeweidclchre.
Gnterophthlsis (grch.), s. Darmschwindsucht.
Gntcropncusten<^iit6rc>pn6ii8w), eine Gruppe
von Scetieren, die äußerlich den Würmern nahe
stehen, in der Entwicklung aber den Stackelbäutern
und in manchen Punkten des Baues den Mantel-
neren verwandt sind. Aus dem Ei schlüpft wie bei
den Stachelhäutern eine mit besonders gruppierten
Wimperschnüren besetzte, freischwimmende Larve,
die 'I'orucn-m. Die erwachsenen Tiere leben in
wenigen und seltenen Arten einer Gattung < I^uno
3I085U8 D6//e ^/iitt^'e) in feinein, in ihrer Umgebung
mit ihrem schleim durchtränkten Meercssand. A.
.^owalewsky, (5. Metschnikoff und Aler. Agassiz
schrieben über die E.
Enterorrhagie (grch.), die Darmblutung.
Enterorrhaphie (grch.), die Darmnaht (s.d.).
Enteroskopie (grch.), die Untersuchung des
Darms vermittelst des Entcrostops, s. Belench-
tungsapparate, medizinische.
Enterostenose (grch.), Darmverengerung.
Enteroftömie (grch.), operative Anlegung eines
künstlichen Afters durch Annähung und Eröffnung
einer nach außen an die Bauchwand vorgezogenen
Darmschlinge bei Darmverengung oder Dannver-
schluß, sschnitt.
Enterotomie (grch.), Darmschnitt, Bauch-
Enterotyphus (grch.), Unterleibstyphus.
Gnterozoen (Enterozoa, Einzahl Entero-
zoon), soviel wie Entozoen (s. d.).
Enterpiten, kurze Lanzen, mit denen früher ein
Teil der Geschülnnannschaften ausgerüstet war, um
die feindlichen Entcrcr beim Entern (s. d.) durch die
Geschützpforten zurückzustoßen.
Enterung, s. Entern.
Entetiert (frz., spr. angtä't-), eingenommen für
etwas, versessen, erpicht aus etwas; eigensinnig:
Entetement (spr. angtätmäng), Eigensinn, Starr-
sinn, Starrko'pfigkeit.
Entfärben/tcchnisches Versahren, das die Ent-
fernung vorhandener Farbstoffe bezweckt. Gewebe
werden durch das Bleichen (s. d.) entfärbt. Flüfsig-
teiten entfärbt uian durch Behaudeln derselben mit
Knochenkohle, welche die Eigenschaft hat, Farbstoffe
zu abforbieren. Hiervon macht man in der Zucker-
fabrikation den umfänglichsten Gebrauch. Saure
Flüssigkeiten, die durch ihren Säuregehalt lösend
auf die Kalksalze der Knochenkohle wirken und
durch diese verunreinigt werden würden, behandelt
man mit Knochenkohle, die vorher mit Salzsäure
ertrahiert und gewaschen ist. Wegen seiner Eigen-
schaft, mit den meisten Farbstoffen unlösliche Ver-
bindungen einzugehen, läßt sich Thonerdehydrat viel-
fach zum E. verwenden. Vleiefsig dient zum E. des
Nübensaftcs bei der analytifchen Untersuchung des-
selben, da er den Farbstoff als unlösliche Vleiver-
binduug abfchcioet. In manchen Fällen kann man
durch Einleiten von fchwefliger Säure entfärben.
Entfernung aus dem Heer oder der Ma-
rine, militär. Ebrenftrafe, die von Nechts wegen zur
Folge bat: den Verlust der Dienststelle und der da-
mit verbundenen Auszeichnungen, sowie aller durch
den Militärdienst erworbenen Ansprüche, soweit die-
selben durch Rick'tersprnch aberkannt werden können;
den dauernden Verlust der Orden und Ehrenzeichen;
die Unfähigkeit zum Wiedereintritt in das Heer und
die Marine, welche nur im Gnadenwege befeitigt
werden kann. Gegen pensionierte Offiziere ist, statt
auf E. aus dem Heere oder der Marine, auf den
Verlust des Offiziertitcls zu erkennen. Auf E. aus
dem Heer u. s. w. muß erkannt werden: neben Zucht-
baus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bei
Offizieren fcblecbtdin, bei Unteroffizieren und Ge-
meinen von länger als dreijähriger Dauer.
Entfernungsmesser, Distanzmesser, Dia-
stimeter, Engnmetcr, Telemeter, die zahl-
reichen Instrumente, mit denen die Entfernung
zwischen zwei Pnntten unmittelbar in der ^ustlinie
gemessen wird. Der E. selbst wird stets in dem
einen Endpunkt der zu messenden Entfernung auf-
gestellt und, je nachdem in dem andern Endpunkt
eine Distanzlatte lf. d.) angebracht wird oder nicht,
uuterfcbeidet man E. mit Latte und solche ohne Latte.
Die erftern finden bei den in der Ieldmeßkunst be-
nutzten Instrnmenten vielfach Anwendung, z. V. in
Verbindung mit der Kippregel, dem Tachymeter u. a.
und beruhen darauf, daß zwifchen zwei Fäden eines
im Fernrobr angebrachten Fadenkreuzes stets eine
der betreffenden Entfernung entsprechende Länge auf
der Latte abgelesen wird. Man benutzt diese E. (von
Nciebenbacb) zur unmittelbaren Festlegung minder
wicktiger Pnnlte von einem vorher sicher bestimmten
Stationspunkt aus und erhält bis zu Entfernungen
von etwa <i0l>l>l auch vollständig genügende Resultate.
E. ohnc Vatte werden in der Feldmeßkunst nicht,
sür militär. Zwecke aber vielfach benutzt, obwohl es
nocb nickt gelungen ist, ein namentlich auch zum
Messen größerer Entfernnngen völlig brauchbares
Instrument herzustellen. Alle diefe E. beruhcu dar-
auf, daß man die gesuchte Entfernung in ein Dreieck
verlegt, aus desfen Basis und den anliegenden zu
messenden Winkeln man sie leicht berechnen kann;
bei den meisten Instrumenten ist die Entfernung
auch nach Einstellung der Winkel unmittelbar am
Instrument fclbst abzulesen. In der Unentbehrlich-
keit einer Basis liegt aber eine große Schwierigkeit