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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Entoderm - Entotisch
daß eine Anzahl mehr oder weniger umgebildeter
Schnecken lediglich bei verschiedenen Stachelhäutern
schmarotzt, von dem fossilen napfschneckenartigen
klat^ceras an, der auf der Mundschcibe von Pa-
läocriniden haftet.
Gntodörm (grch.), inneres Keimblatt, s. Embryo
(S. 71a), Keim, Gasträatheorie, Cölenteraten.
Gntoilage (frz., spr. angtöälahsch'), ein spitzen-
ähnlich durchbrochenes, gazeartiges Gewebe.
Entöma (grch.), Insekten (s.'d.).
Gntomogräphie (grch.), Insektenbeschreibung.
Gntomolithen (grch.), versteinerte Insekten. '
Entomologie (grch.), die Wissenschaft von den
Insekten (s. d.) oder Kerfen. Da gerade diese Tier-
klasse die reichste ist, so erlangt das Gebiet jener
Wissenschaft einen sehr großen Umfang. Denn
wenn annähernd allein die Anzahl der Arten auf
200000 angegeben wird, erreicht doch diese Angabe
die Wahrscheinlichkeit noch bei weiten: nicht. Ver-
möge der genetischen Betrachtungsweise, die gegen-
wärtig in der Zoologie und Botanik vorherrscht,
wird auch in der E. das Studium mit genauer
Untersuchung des innern und äußern Baues der
Kerfe beginnen und dieser die Physiologie der Kerfe,
als die Kenntnis von den Verrichtungen der Organe
und fonach von den Lebensthätigkeiten fowie von
der Entwicklungsgeschichte durch die Zustände im
Ei, als Larve, Puppe und vollkommenes Insekt
folgen müssen. Auf diesen Grundlagen der allge-
meinen E. beruht die besondere E.: die systematische
Aufzählung der Kerfe oder ihre Anordnung in
größere oder kleinere Gruppen. Untergeordnet steht
diesem rein wissenschaftlichen Teile die angewandte
E., die sich mit specieller Erörterung über Schaden,
Nutzen, Zucht der Kerfe beschäftigt und als Forst-
insektenkunde, als Naturgeschichte schädlicher In-
sekten, als Abhandlung über Bienenzucht u. s. w.
auftreten kann. Bei dem Reichtum an Formen und
der nicht selten großen Schönheit derfelden, bei der
Mannigfaltigkeit, der Eigentümlichkeit und dem
Wunderbaren der Lebensäußerung der Infektenwelt
hat die E. ungemein viel Anziehendes und zwar in
fo verfchiedenen Richtungen, daß für jedes speciellere
Fach der Forschung Befriedigung geboten wird. Die
Verehrer dieser Wissenschaft sind daher, soweit sie
sich mit der Systematik beschäftigen, zahlreicher als
die eines andern Zweigs der Naturgeschichte der
Tierwelt, während im Gegenteil die Studien über
Entwicklungsgeschichte und Anatomie der Insekten
weit weniger Bearbeiter gefunden haben.
Der erste Naturforfcher, welcher richtige und oft
überraschend tiefe Kenntnisse in der E. besaß, war
Aristoteles (330 v. Chr.). Bei dem Wiederaufleben
der Wissenschaften im Mittelalter kam die E. zuletzt
an die Reihe. Auf Konr. Gesners (1516-65) un-
vollendete Arbeiten folgten nach langer Unter-
brechung die Untersuchungen von Malpighi (1664),
Redi (1686), Swammerdam (1670-85), Job. Nay
(1705), Lüms (1735), Nöaumur (1737), Rösel von
Rosenhof (1750), de Geer (1752) und Huber (1792).
Begründer der neuen systematischen E. ist Joh.
Christian Fabricius (1743-1808). Ihm sind sehr
viele tüchtige Forscher gefolgt, deren Zahl in stetem
Zunehmen begriffen ist und unter denen Latrcille,
Dumsnl, MacLey, Kirby und Gerstäcker als Ve-
aründer neuer Systeme hervorzuheben sind. Die
Litteratur der E. ist unübersehbar zu nennen, da sie
fragmentarisch in Sammelwerken verstreut ist oder
m Monographien sich auflöst. Kein Entomolog
Prockhaus' Konvcrsations-Lcxikon.. 14. Aufl. VI.
hat es bisher versucht, das ungeheure Material zu
einem Ganzen zu verarbeiten. Populäre Bearbei-
tungen der E. in engern Grenzen sind in sehr
großer Zahl vorhanden. Von allgemein verständ-
lichen, aber wissenschaftlichen Werken sind die voll-
ständigsten Kirbys und Spences "Inti-oäuction to
Entomolog" (4Bde., Lond. 1815 u. 1816; 5. bez.
6. Aufl. 1828-42; deutsch von Oken, 4 Bde.,
Stuttg. 1823 - 33) und Vitus Grabers "Insek-
ten" (2 Tle., Münch. 1877). Unter den eigentlichen
Lehrbüchern zeichnen sich aus Burmeisters "Hand-
buch der E." (5 Bde., Verl. 1832-55) sowie
Lacordaires "Introäuction 3. 1'6wä6 äs 1'sn-
tomolosio" (2 Bde., Par. 1834-38) und West-
woods "Iiiti'oclnetiou to tQ6 inoclorn clagZiiicatiou
ot'inZLcw) (2 Bde., Lond. 1839-40). Als Bear-
beiter der Anatomie sind namentlich Lson Dufour,
in der Entwicklungsgeschichte früher Herold, in der
° neuesten Zeit Weißmann, Mecznikoff zu nennen;
! über die Metamorphose der Insekten schrieb be-
! sonders Lubbock. Hagen stellte in der "Vidliotkeoa.
ßntomoloßicH" (2 Bde., Lpz. 1862-63) die gesamte
Litteratur der E. alphabetisch nach den Namen
der Verfasser und systematisch nach den einzelnen
Zweigen zusammen. Sehr wesentlich wird das
Studium der E. durch zahlreiche eutomolog. Gesell-
schaften in allen Kulturländern gefördert, von denen
eine große Anzahl teilweife sehr wertvolle Zeit-
fchriften herausgiebt (in Deutschland z. B. die
Stettiner und Berliner Entomologische Gesellschaft).
üntoinopka^a., wissenschaftliche Bezeichnung
für die Gruppe der insektenfressenden Beuteltiere.
üiitolnopktköra, s. Nmzm8a.
Gntomophthoreen (NutomoMlioreas), Pilz-
familie aus der Gruppe der Phycomyceten (s. d.),
deren systematische Stellung nicht ganz sicher ist;
^ man stellt sie jetzt in die Nähe der Zygomyceten
! (s. d.). Es ist eine kleine Familie, deren Arten
parasitisch auf Insekten leben und den Tod derselben
herbeiführen. Die bekannteste Gattung ist NuMi8a
()0/in oder NntoinopiMcii'H ^Vssen. (S. Nmxu8a.)
Üntoino8tr3.oa., s. Krustentiere.
Gntönie (grch.), Spannung, besonders krank-
hafte; entonifch, gefpannt, überfpannt.
üntonnoir (frz., fpr. angtonnöahr), Trichter,
trichterförmige Grube^einer gesprungenen Mine;
! Abzug eines Flusses, schleuse.
Gntoparaflten (grch.), s. Schmarotzertum.
Gntopisch (grch.), einheimisch.
üntoprüota., Unterordnung der Moostierchen
(s. d.), bei welchen die Afteröffnung innerhalb des
Tentakclträgers gelegen ist.
! Gntoptisch (grch.), auf der Polarisation des
Lichts beruhend oder dazu gehörig. Entoptische
Erscheinu n g e n nennt man die Wahrnehmungen,
die das Auge unter Umständen von in ihm selbst
vorhandenen Objekten und Vorgängen macht, z. V.
die Wahrnehmung der kleinen im Glaskörper schwim-
menden Zellenhäufchen (der sog. ^Il)uoli63 voIant^),
von etwa bestehenden partiellen Linsentrübungen,
der baumförmig verzweigten Netzhautgefäße und
einzelner Erscheinungen der Blutcirkulation u. s. w.
Bedingung für das Zustandekommen der entopti-
fchen Erscheinungen ist eine geeignete Beleuchtung
des innern Auges.
Glttortillieren (frz., spr. angtortlji-), einwickeln,
verwickeln; verwirren, umstricken.
Gntötisch (grch.) nennt mall subjektive, nur
dem Kranken wahrnehmbare Geräusche, welche im
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