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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Entours - Entremont
Gehörorgan selbst ihren Ursprung nehmen. Hier-
her gehören brausende Geräusche durch Schwingun-
gen der Luft im äußern Gehörgange oder in der
Paulenhöhle, Klirren in: Ohre durch das An-
schlagen der Sperrzähne des Hammer-Amboß-
gelcnls, klopfende Geräusche durch das Pulsieren
der dem Gehörorgan nahestehenden Pillsadern,
das Knacken im Ohr durch plötzliche Osfnung
der Ohrtrompete und andere. Derartige entotische
Gehörsempfinduugcn werden meist weder von Ge-
sunden noch Gehörlranken nach ausicn verlegt, doch
tonnen sie bei Trübung der Verstandeskräfte auch
Anlaß zu Hallucinationen geben.
Tntours (frz., spr. angtuhr), Umgebung, Um-
gegend; entourieren, umgeben, einschließen, um-
fassen ; Entourage (fpr. angturahsch'), Eiufafsung,
Fassung (von Schinuckgegenständen).
Hn-tont"09.3 (frz., spr. angtukah, "in jedem
Falle"), ein Sonnenschirm, der auch als Regen-
schirm dient. ^giftung.
Gntoxismus, Entoxicismus (grch.), Ver-
Gntozoen (grch.), Vinnentiere, Vinnen-
schmarotzer, ein Sammelname für alle Tiere, die
innerhalb eines andern, lebendigen Organismus
Nahrung und Wohnung finden, im Gegensatz zu
denen, die nur äußerlich an eincm solchen schma-
rotzen. Von den Urtieren, den Gliedertieren (na-
mentlich den Krebsen) und den Weichtieren lebt eine
größere oder geringere Anzahl entozoisch; das bei
weitem größte Kontingent stellen die Würmer. (S.
Eingeweidewürmer und Schmarotzertum.)
Entphosphorungsverfahrelt, s. Eisenerzeu-
gung (Bd. 5), S. 028 d).
üntr'a.ots (frz., spr. angtr'äkt), Zwischenakt, die
Pause zwischen zwei Aufzügen eines Dramas oder
einer Oper, auch ein Musikstück oder Ballett, mit
dem die Pause ausgefüllt wird. Die frl'cher übliche
regelmäßige Zwischenaltsmusik ist in neuerer Zeit
meist abgeschafft. Sie sollte die Stimmung des
Publikums festhalten, verdarb sie aber häufig bei
ungeschickter Auswahl der gespielten Musikstücke.
I!n train (frz., spr. ang träng), im Zuge, in der
Stimmung, aufgelegt; auf dem Wege; en trai-
nieren (spr. angträn-), mit sich fortreißen.
Entrains (spr. angträng), Flecken im Kanton
Varzy, Arrondissement Clamecy des franz. Depart.
Nievre, 23 km von Clamecy, in 220m Höhe, zwischen
zwei Üuellbächen (iutLi' ^uin68) des znr Loire
gehenden Nohain, hat (1891) 1411, als Gemeinde
2443 E., Post, Trümmer eines dem Augustus ge-
weihten Tempels; Tuchfabrikation, Holz-und Ge-
Nntrata. (ital.), s. I^uti-üe. ftreidehandel.
Hntre2.ots, s. Nutr'aete. ^Inseln.
Gntrecasteaux-Inseln, s. D'Entrecasteaur-
üli^rsok^i (frz., spr. angtr'schah), Kreuz-
sprung, in der Tanzkunst ein Sprung, bei dem
man die Füße schnell über- und aneinander schlägt.
Gntre-Cöte (frz., spr. angtr koht), das Rippen-
stück vom Rind.
Gntre deux mers (spr. angtr do mähr), frucht-
bare Ebene im franz. Depart. Gironde, welche
die Landzunge zwischen Garonne und Dordogne
bildet und mit dem Vec d'Ambes bei der Vereini-
gung beider Ströme endet; sie bringt Weine von ge-
ringerm Werte hervor, die sog. Vins de Cargaison.
Die Eisenbahn von Paris nach Bordeaux durch-
schneidet die Landschaft.
Untröo (frz., spr. angtreh), Eingang, Eintritt,
auch Eingangszimmer, Vorsaal; Eintrittsgeld; in
der Musik ist U. (span. Intraäa,, ital. ^utrata.) soviel
wie Vorspiel; namentlich dient es zur Bezeichnung
für prunkhafte Instrumentaleinleitungen zu ältern
Opern und Feslspielen. Als Tanzstück hat die N.
eine ähnliche Bedeutung wie gegenwärtig die Polo-
naise. In der Kochkunst bezeichnet N. den ersten
Gang, das Vorgericht; es besteht gewöhnlich aus
gedämpftem Fleisch oder Geflügel oder auch aus
Fisch mit Sauce. 15. ds lavem- (spr. fawöhr) oder
ll. lidra (spr. lihbr), freier Zutritt; Tnti-663 äe
K".V6IN' 8U3p6iiäuL8 (spr. ßüspangdüh), Freibillets
sind ungültig.
Gntrefilet (frz., spr. angtr'sileh), journalistische
Bezeichnung für einen in den redaktionellen Teil
einer Zeitung eingeschobenen kürzern Artikel, be-
sonders eme offiziöse Mitteilung der Negierung.
Hntroia.08 (frz., spr. angtr'lah), in der Bau-
kunst Verzierungen aus verschlungenen Linien, na-
mentlich an Steinbrüstungen.
üntrsinög ("Beigericht"), in der zweiten Halste
des 16. Jahrh, auf der span. Bühne die Benennung
des komischen Einakters, der früher I^i-^a., ?a3v
hieß; es bezeichnet seine Verwendung als Zwischen-
spiel (s. Autos). DerName findet sich ungefähr gleich-
zeitig in demselben Sinne in Frankreich, dürfte in bei-
den Ländern dem ital. Intermezzo nachgebildet sein.
N., oder Tänze (d^io^), wurden nach der völligen
Ausbildung der span. Bühne regelmäßig nach dem
ersten und zweiten Akt der Come'dia aufgeführt; sie
waren kurze, in Prosa oder in Versen verfaßte, ge-
! wohnlich in keinem Zusammenhange mit dem Stücke
stehende Schwanke und ssllten von dessen, ernstere
Aufmerksamkeit und Spannnng erregender Dar-
stellung den Zuschauern Erholung bringen. Die N.
waren häufig mit Musik und Tanz verbunden. Aus-
gezeichnete Dichter, wie Lope de Vega, Caloeron,
verschmähten nicht, zu ihren Stücken selbst die 15n-
N'6M6863 zu verfassen oder, wie Cervantes, solche zu
den Stücken anderer zu schreiben. Einige sind aus-
schließlich durch diese Art dramat. Produttionen be-
kannt geworden, wie Luis Quinones de Benavente
("^cico-äoi-iH", Valladolid 1645). Der Name des
etwas später aufgekommenen Nachspiels, 8ain6t6
(eigentlich die Belohnung, welche der Falke nach dem
Fang erhält), verdrängte zuletzt den des ^L. Die
3g.iu6t68 haben sich bis zum heutigen Tage auf der
span. Bühne erhalten und wurden in neuerer Zeit
vorzüglich von Ramon de la (5ruz ("^6iUi-0 0 colec-
eion ä6 3^M6t68", 10 Bde., Madr. 1786-91) und
Juan Ignacio Gonzalez del Castillo gepflegt. Die
"^0in6äiodHli6t8" Moliercs, Ouinaults und ande-
rer franz. Dichter des 17. Jahrh, sind umgestaltete 15.
Gntremets (frz., spr. angtr'mch), leichte Zwi-
schengerichte, die nach dem Braten aufgetragen wer-
den, wie feine Gemüse ohne Fleischbeilagen, Eier-
oder Mehlspeisen.
Nntrsinottsnr (frz., spr. angtr'mettöhr), Ver-
mittler; ^utremiLk (spr. angtr'mihs'), Vermittelung.
Gntremont (spr. angtr'mong), Val d'. 1) Thal
im schweiz. Kanton Wallis, erstreckt sich, 27 kni
lang, vom Großen St. Bernhard nördlich bis
(^embrancher, wo es sich mit dem Val de Bagne
(s. Vagne) vereinigt und sein Fluß, die Dranse
d'Entrcmont, sich in die Dranse des Hauptthals
ergießt. Im S. von den Höhen des St. Bernhard,
im O. von dem vergletscherten Massiv des Combin,
im W. von den felsigen Ausläufern des Pic de Dronaz
umschlossen, ist die Oberstufe des E. ein ernstes ein-
förmiges Hochthal mit steilen Alpwciden, dünnen