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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Epsom - Eques
Namenszcichnung des Stechers, die nach Anferti-
gung einer tleinen Zahl von Abdrücken weggcschlif-
sen wird, damit die "Abdrücke vor der Schrift"
s^vant I3. Ißttre) gemacht werden können. AIs aller-
erste Abdrücke sind sie natürlich am teuersten. (S.
Kupserstechlunst.)
Gpsöm, Marktstadt in der engl. Grafschaft Sur-
rey, 22 wn im Eüdwesten von London, hat (1891)
8417 E. und eine früher viel aufgesuchte Bittersalz-
quelle. Berühmt sind die auf den E. Downs statt-
ftndenden Pferderennen, das Derby-Rennen (s. d.)
und die Oaks. In der Nähe das No^I Neäiclll
(^0ii6Z6 für Söhne von Ärzten.
Gpsomsalz, Epsomer Salz, Bittersalz.
Gpte (spr. ept), rechter Nebenfluß der Seine,
entspringt zwischen Scrqueur und Forges-les-Eaur
im franz. Depart. Seine-Inferieure, stießt zuerst
nach SO. und berührt Gournay, wendet sich hier-
auf nach S. und fcheidct das Depart. Seine - In-
fe'rieure vom Depart. Oifc, gleich darauf auch das De-
part. Eure swestlich) von den Depart. Oise und später
Seine-ct-Oise (östlich) und mündet nach einem Laufe
von 102 kni oberhalb Vernon in zwei Armen in
üpniae, s. Epulonen. ftie Seine.
Epülis (grch.), eine trankhafte, mehr oder weni-
ger pilzförmige Geschwulst des Zahnfleisches, welche
nicht, wie die sog. Parulis, aus einer abscedie-
renden Entzündung des Zahnsachs, sondern auf
einer Gcwcbswucherung beruht und zu der Klaffe
der sog. Sarkome (s. d.) gehört. Sie kann sich in
jedem Lebensalter, selbst bei Kindern, entwickeln;
über ihre Ursachen ist nichts Sicheres bekannt. Ge-
wöhnlich stellt die E. eine Haselnuß- bis Hühnerei-
große, halbkugelige, gefäßreiche Geschwulst von
höckeriger Oberfläche und fleifchiger Konsistenz dar,
welche allmählich durch ihr Wachstum die benach-
barten Zähne auseinander drängt oder deren Aus-
fallen bewirkt und durch Blutungen, Gefchwürs-
bildung oder Schmerzen beim Kauen und Sprechen
fehr beschwerlich werden kann, weshalb sie möglichst
frühzeitig und vollständig auf operativem Wege zu
entfernen ist.
Epulonen (lat., "Speisemeister"), ein in Rom
196 v. Chr. eingerichtetes Priesteramt, welchem zu-
nächst die Besorgung der Speisung (opnlum) der
mit menschlichen Bedürfnissen gedachten kapitolini-
schen Götter oblag. Dann wurde ihnen auch die
Besorgung und Beaufsichtigung der öffentlichen
Bewirtungen (epulak) des Volts, bei denen der
Senat auf dem Kapitol speiste, übertragen. Ur-
sprünglich zählte das Kollegium der E. drei Mit-
glieder (troäviri 6pulon68), später sieben (LLptoin-
viri 6pu1oQ63), und letztern Namen behielt es auch
bei, als es von Cäsar auf zehn vermehrt wurde.
Die E. sind bis zum Ende des 4. Jahrh. n. Chr.
nachzuweisen.
Epulosis (grch.), Vernarbung; ^Miotloa, die
Vernarbung befördernde Mittel.
Epurateur (frz., spr. epüratöhr, d. i. Reiniger),
in der Baumwollspinnerei eine von Risler er-
fundene Maschine, welche zuweilen an Stelle der
Vorkratze angewendet wird; sie zerstört die Anord-
nung der Fasern in Büscheln und liefert das Mate-
rial in Form gleichmäßiger lockerer Fascrbändcr ab.
InderPapierfabritationistderE. einbcider
Erzeugung des Holzstoffs gebräuchlicher Siebappa-
rat (Trommelsieb), durch welchen der denselben pas-
sierende Holzschliff nach der Feinheit der Fäscrchen
in mehrere Sorten getrennt wird; außerdem, gleich-
falls in der Papierfabrikation, eine bisweilen auch
als Knotenfänger bezeichnete Vorrichtung.
Gpureanu, Manolake Kostake, rumän. Staats-
mann, geb. 1823, studierte die Rechte in Göttmgen
und begann seine Laufbahn als Richter in Verlad.
Seit 1848 an allen polit. Ereignissen seines Vater-
landes beteiligt, stimmte er 1857 im Diwan aä Iwc
(s. Moldau) für die Vereinigung der beiden Donau-
fürstentümer und wirkte 1859 für die Wahl Cusas
zum Fürsten der Moldau. 1866 war er Präsident
der Nationalversammlung, die den Prinzen Karl von
Hohenzollern, den jetzigen König Karl I., zum Für-
sten von Rumänien proklamierte. Der Bojaren-
partei angehörend, bemühte er sich jedoch mit Hilfe
jüngerer Kräfte diefe zu einer jungkonservativen,
den Zeitverhältnissen Rechnung tragenden Partei
umzugestalten. Am 1. Mai 1870 übernahm er als
Ministerpräsident die Leitung der Geschäfte, die er
unter den schwierigsten Verhältnissen führte, bis
ihn 26. Dez. 1870 ein Mißtrauensvotum, das ihm
die Deputiertenkammer aus Anlaß der Strousberg-
fchen Eisenbahnangelegenheit (f. Rumänien und
Strousberg) erteilte, zum Rücktritt veranlaßte. Vom
9. Nov. 1872 leitete er im Kabinett Catargiu das
Justizministerium, trat aber 11. April 1873 zurück,
um in Verbindung mit den Nationalliberalen (der
sog. Koalition Mazar Pascha) die Vojarenwirtschaft
am Vorabend des Russisch-Türkifchcn Krieges zu
stürzen. Am 9. Mai 1876 bildete er mit Ioan
Vratianu ein liberales Ministerium, dessen Prä-
sidium ihm zufiel, schied aber schon 5. Aug. 1876
aus, die Führung ganz dem nationallibcralen Ele-
mente überlassend. Er blieb im Parlamente bis zu
seinem Tode (1884) in abwartender Stellung.
Gpurieren (lat.), reinigen, das Schlechte aus-
merzen; Epuration, Reinigung, Ausmusterung.
ü pnr si innove, s. Nppui- Li muove.
üynes (lat., Mehrzahl NoMo3), Reiter, Rit-
ter. Im röm. Staatsleben bildeten die ^^nitos
oder Ritter ursprünglich die aus den wohlhabend-
sten Bürgern patricischenStandes zusammengesetzte,
zu Roß dienende und am höchsten stehende Klaffe
des röm. Heers. Durch die Verfassung des Ser-
vius Tullius wurden die N<inito3 ein Korps von
18 Centurien, 1800 Rittern, die nun nicht nur aus
patricifchcn, sondern auch aus plebejischen Fami-
lien genommen wurden. Die in die Centurien cmscze-
nonnnencn erhielten vom Staate 10 000 As zur
Anschaffung eines Kriegsrosses (das a63 6^u68tr0)
und jährlich 2000 As für den Unterhalt desselben
(das 9,68 iioräL^rium), fönst aber keine Löhnung.
Die Reitercenturien hatten in den Centuriatkomi-
tien (s. Komitien) bis zu der Reform im 3. Jahrh,
v. Chr. das Recht, zuerst abzustimmen.
Neben diesen alten Rittercenturien entstand, wie
es heißt seit 403 v. Chr., eine neue Art Nquit63; diese
erhielten einen regelmäßigen Sold, der dreimal so
hoch war als der der Legionssoldaten, standen aber,
weil sie die Privilegien der alten Ritterschaft nicht
befaßen, an Ansehen und Bedeutung weit hinter
den letztern zurück. Mit dieser ging in der spätern
Zeit der Republik eine große, durch die Umgestal-
tung der Vermögensverhältnisse veranlaßte Ver-
änderung vor. Ob schon durch die Centuricnver-
fassung für die Ritter ein eigener Cenfus festgefetzt
war, der den für die erste Klasse der andern Cen-
turien überstieg, ist ungewiß. Gewiß aber hat ein
solcher in späterer Zeit bestanden, der sich in der
letzten Zeit der Republik und in der Kaiserzeit auf