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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ernst (Landgraf von Hessen-Cassel) - Ernst (Herzog von Sachsen-Altenburg)
neue, s). Aug. 1840 veröffentlichte Verfassung seinen
Abschluß erhielt. Im Mai 1843 unternahm er eine
Reise nach England, wo er der brit. Königin den
llnterthaneneid leistete und als Peer im Oberhause
erschien. Durch die Märzereignisse von 1848 fand
sich indes E. A. bewogen, die Verfassung von 1840 in
liberaler Richtung umzugestalten und die Vertre-
tung durch Gesetz vom 5. Sept. 1848 auf neuen
Grundlagen herzustellen, fodaß in Hannover die
Bewegung obne große Störungen verlief. Vei dem
Eintntt der Reaktion zögerte der König, mit dem
neuen System offen zu brechen; die auf die Orga-
nisation der Justiz und der Verwaltung bezüglichen
Gesetze wurden zwar zögernd bestätigt, ebenso die
Städteordnuug und die Provinziallandschaften, nicht
aber die Landgcmcindeordnung und einige andere
Gesetze. E. A.s Verhalten seit 1848 hat die öffentliche
Meinung zu seiucn Gunsten umgestimmt. Er starb
18. Nov. 1851. Vor dem Ccntralbahuhof in Hannover
ist ihm 1860 ein ehernes Reiterdenkmal (modelliert
von Alb. Wolfs) errichtet worden. Ihm folgte in der
Negierung sein einziger Sohn Georg V. - Vgl.
Malortie, König E. Ä. (Hannov. 1861); Wilkinson,
35(5inilli3c0ii063 ol tli6 court and timL8 ok kinZ
Nru68t c>f IIau0V6i' (2 Bde., Lond. 1886).
Grnst, Landgraf von .Hessen-Cassel, Stamm-
vater der 1834 ausgestorbenen Linie Hessen-Roten-
burg, geb. 19. Dez. 1623 zu Cassel als Sohn des Land-
grafen Moritz, machte große Reisen und trat 1641
in Kriegsdienste auf schwedisch-franz. Seite. Nach-
dem er 1649 die ihm zugefallene Herrschaft Rhein-
fels in Besitz genommen, trat er 1652 zum Katho-
licismus über, ohne aber eine besonders kirchliche
Gesinnung an den Tag zu legen. Seinen Besitz
vergrößerte er nach dem Tode seiner Brüder (1655
und 1658) durch den Erwerb von Eschwege und
Rotenburg. Er starb 12. Mai 1693 zu Köln. Er
schrieb: "Der so wehrhaffte als aufrichtige und
discrct gesinnete catholischeDiscours über den heu-
tigen Zustand des Religions-Wesens" (Köln 1666)
und "D^Lcription äe 1a vie än priuce I^n68t" (1669),
eine Selbstbiographie. Seinen Briefwechsel mit
Leibniz gab Rommel heraus (2 Bde., Franks. 1847).
Grnst Ludwig, Großherzog von Hessen und
bei Rhein, einziger Sohn des Großherzogs Lud-
wig IV. aus dessen Ehe mit der Prinzessin Alice
von Großbritannien, geb. 25. Nov. 1868 zu Darm-
stadt, besuchte die Universitäten zu Gießen und Leip-
zig, trat dann in das preuß. 1. Garderegiment, rückte
in diesem zum Premierlieutcnant auf und übernahm
nach dem Tode feines Vaters (13. Mari 1892) die
Regierung seines Landes. Er vermählte sich 19.April
1894 mit der Prinzessin Victoria (geb. 25. Nov. 1876),
der zweiten Tochter des Herzogs Alfred von Sachsen-
Cobnrg-Gotba, und wurde, nachdem er schon bei sei-
ner Thronbesteigung zum Oberst befördert worden
war, April 1894 zum Generalmajor ernannt.
Ernst, Herzog von Bayern, Kurfürst von Köln,
geb. 17. Dez. 15)54 als Sohn Herzog Albrechts V.
von Bayern, wurde, von Jesuiten herangebildet,
1566 zum Bischof von Freising, 1573 zum Bischof
von Hildcvhcim gewählt. Nach der Ertommuni-
kation des Kurfürsten von Köln, Gebhards Truchseß
von Waldburg, wurde E. 22. Mai 1583 in Köln
zum Erzbisckof gewählt. Mit Hilfe des Kaisers und
der Spanier vertrieb er Gebhard aus dem Stift;
1581 war er auch zum Bischof von Lüttich und 1584
wurde er zum Bischof von Münster gewählt, sodaß
er fünf Bistümer besaß, in denen allen er den Pro-
testantismus verfolgte und dieIefuiten begünstigte.
Sein sittlicher Lebenswandel ließ viel zu wünschen
übrig. Er starb 17. Febr. 1612 in Arnvberg.
GrnstKasimir, GrafvonNassau-Dietz,geb.
1573 zu Dillenburg als Sohn des Grafen Johann
des ältern, nahm feit 1591 an fast allen Feldzügen
Moritz' von Oranien teil, wurde 1606 nicderländ.
Fcld marsch all, 1620 Statthalter von Friesland,
1625 von Groningen und Drenthe und fiel 5. Juni
1632 vor Roermonde.
Grnst der Eiserne, Herzog von Österreich,
geb. 1377 als dritter Sohn Herzog Leopolds III.,
erhielt nach dem Tode seines ältesten Bruders Wil-
helm 1406 bei der Teiluug der Länder ihrer Linie
^tciermark und nach dem Ableben seines Bruders
Leopold IV. 1411 auch dessen Länder Kärntcn und
Krain. Er starb 10. Juni 1424.
Grnst, Erzherzog von Österreich, geb. 15. Juni
1553 zu Wien als' Sohn Kaiser Marimilians II.,
wurde 1576 Statthalter in Ober- und Nnteröster-
reich, wo er der Ausbreitung des Protestantismus
mit Erfolg und Eifer widerstand. Auck wurde er
1590 Vormund des Erzherzogs Ferdinand von
Steiermark, des spätern Kaisers Ferdinand II., und
1593 von Philipp ll. zum Statthalter der Nieder-
lande ernannt. Er starb 12. Febr. 1595 zu Brüssel.
Grnst, Kurfürst von Sachsen, der Stifter der
Ernestinischen oder ältern sächs. Linie, geb. 24. März
1441 als Sohn des Kurfürsten Friedrich des Sanft-
mütigen und der Erzherzogin Margarcta von Öster-
reich. Als 14jähriger Knabe mit seinem Bruder
Albert von Kunz von Kaufungen und defscn Ver-
bündeten vom Schlosse zu Altenburg 1455 ge-
raubt <s. Prinzenraub) und glücklich gerettet, folgte
er feinem Vater 1464 in der Kurwürde, regierte
aber die übrigen sächs. Länder gemeinschaftlich mit
seinem Bruder Albrecht bis zur Leipziger Teilung
26. Aug. 1485. (S.Albertinische Linie und Ernesti-
nische Linie.) Kaiser Friedrich III. belehnte 24. Febr.
1486 zu Frankfurt beide Fürsten mit ihren Ländern
und bestätigte die von ihnen über die gegenseitige
Erbfolge festgesetzten Bestimmungen sowie die Tei-
lung selbst. E. sorgte für den innern Woblstand
seiner Länder sowie sür den äußern Anwachs der-
selben; 1466 erwarb er mit seinem Bruder das
jetzige sächs. Vogtland, 1472 erkaufte er das Fürsten-
tum Sagan in Schlesien von Herzog Johann dem
Wilden für 50000 Goldgulden, 1477 vom Frei-
herrn Hans von Bibcrstein die Herrschaften Sorau,
Beeskow und ^tortow (auf Wiederkauf). Außerdem
nötigte er 1477 die Reichsstadt Quedlinburg, 1483
die Stadt Erfurt zur Anerkennung der sächs. Schutz-
herrschaft und unterwarf Halle dem Erzbischof von
Magdeburg, seinem Sohne Ernst. Er starb 26. Aug.
1486 zu (5'olditz. Von seiner Gemahlin Elisabeth,
einer bayr. Prinzessin, hatte er vicr Söhnc, von
denen der älteste, Friedrich der Weise, und dcr jüngste,
Johann der Beständige, ihm nacheinander in dcr
Kurwürde folgten.
Grnst, Friedrich Paul Georg Nikolaus, Herzog
von Sachsen-Altenburg, ältester ^ohn Herzog
Georgs und der Prinzessin Marie von Mecklen-
bnrg-Schwerin, geb. 16. Sept. 18W, lebte seit 13^0
mit seinem Bruder Moritz zu Studienzwecken in
Jena und 1843-46 in Lausanne und Genf, wor-
auf er bis 1849 in Vreslau sich den Militärwissen-
schaften widmete. Dann studierte er bis 1851 in
Leipzig die Staatswissenschastcn und diente 1851
-53 im 1. prcuß. Gardcrcgiment zu Fuß zu Pots-